Junior-Botschafterin in die USA

Leesterin will Gründe für Trumps Wahlerfolg erforschen

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig mit den PPP-Teilnehmern Sam Durfee aus Arizona und Franziska Lücke aus Leeste. Beide Schüler besuchen die KGS Leeste.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Joline Mumme aus Weyhe ist noch bis Juni als Junior-Botschafterin Deutschlands in den USA. Ihr folgt Franziska Lücke (15) aus Leeste, die im August in den Flieger nach Chicago steigt. Beide KGS-Schülerinnen zählen zu den 400 Jugendlichen, die jährlich am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestages und des US-Kongresses teilnehmen.

„Ich wollte schon immer ins Ausland“, sagt Franziska Lücke. Ihre Mutter hatte vor einem Jahr den Artikel über Mumme gelesen und war so überhaupt auf das Patenschaftsprogramm aufmerksam geworden, berichtet die junge Leesterin. Die Korbballerin, Basketball- und Tennisspielerin witterte ihre Chance und bewarb sich. Schließlich wählte der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig sie unter den besten drei der rund 20 Bewerber aus dem Wahlkreis aus, die sich insgesamt einem Auswahlverfahren gestellt hatten. „Die Kosten für Flug und Seminare übernimmt das PPP“, berichtet Franziska Lücke.

Dass der US-Kongress kürzlich seine Mittel für das Programm gekürzt hat, spürt die Weyherin bereits. „Der obligatorische Ausflug nach Washington D.C. fällt aus“, bedauert sie. Vielleicht könne sie mithilfe ihrer Gasteltern doch noch die US-Hauptstadt besichtigen und eventuell einen Blick in das Weiße Haus werfen, in dem Präsident Donald Trump regiert. Allerdings erfährt die Zehntklässlerin der KGS Leeste erst zu einem späteren Zeitpunkt, in welches US-Bundesland die Reise für sie überhaupt geht. „Ich bin für alles offen.“

Bei der Förderung bleibt alles wie gehabt

Für Axel Knoerig steht die deutsch-amerikanische Freundschaft im Mittelpunkt. Und die würde auch gefördert, wenn ein Besuch des Kongresses wegfällt. „Der Bundestag hat jedenfalls seine Mittel nicht gekürzt“, sagt er.

Die Leesterin habe sich für das Auswahlgespräch intensiv vorbereitet, berichtet sie. Die KGS-Schülerin verfolgt nicht nur die tägliche Nachrichtenlage, sondern beschäftigte sich damals intensiv mit dem US-Wahlsystem. Lücke möchte während ihres zehnmonatigen Aufenthalts in den Vereinigten Staaten nachvollziehen, weshalb sich die einen Wähler für Hillary Clinton und die anderen für den jetzigen US-Präsidenten entschieden haben. Im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ möchte sie möglichen Vorurteilen gegenüber Deutschland entgegentreten.

Und die gibt es, bestätigt Sam Durfee aus Arizona. Der 18-Jährige ist seit neun Monaten zu Gast in Weyhe. Er habe sich damals sogar persönlich entscheiden können, ob er am Austausch über Rotary oder dem Kongress teilnimmt. Der 18-Jährige hat neben Deutsch auch Russisch und Spanisch gelernt und sich mit Latein beschäftigt. Nach der Rückkehr in die USA will er wiederkommen. Nicht nur die vielen Brotsorten werde er solange vermissen, sondern auch die lässige und offene Lebensart, die er in der Region vorgefunden habe. Deshalb könne er sich gut vorstellen, in Deutschland Medizin zu studieren.

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