Gemeinde will Privatwege unterhalten

Leester Marsch: Betreten auf eigene Gefahr

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Ulf Panten und Ina Pundsack-Bleith zeigen auf die Privatwege in der Leester Marsch, die die Gemeinde in einen verkehrssicheren Zustand bringen will. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Jahr für Jahr haben sich Radfahrer über Landwirte geärgert, die in der Leester Marsch beliebte Radwanderwege mit ihren Fahrzeugen und Anhängern, etwa während der Erntezeit, verschmutzt haben.

Die Landwirte wiederum ärgerten sich über verständnislose Radler und über beleidigende Gesten. Vor einem Jahr stellte die Vereinigung von 170 Eigentümern, die sich Realverband Leeste Nord nennt, Schilder auf, in denen sie auf die Rechtslage hinwiesen. Nicht der öffentlichen Hand, sondern ihnen gehörten die Wege, deshalb baten die Landwirte, um mehr Verständnis

Würde die Eigentümervereinigung bei weiteren Eskalationen zum letzten Mittel greifen und die Wege sperren? Mangels eindeutiger öffentlicher Widmung könnten die Eigentümer ihre Wege nach gültiger Rechtslage sperren. Das wiederum würde laut Verwaltung zu einer Situation führen, die eine massive Störung im bestehenden Radwanderwegenetz bedeuten würde.

Die Gemeinde möchte die beliebten und historisch gewachsenen Verbindungen für die Zukunft sichern und fast fünfeinhalb Kilometer explizit als Freizeitwege ausweisen. Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung sieht vor, Strecken mit der Bezeichnung „Rad- und Fußwanderwege“ zu widmen.

Es geht nicht um einen Großteil der Radwanderwege, denn die befinden sich bereits im Eigentum der Gemeinde. Es geht um örtliche Verbindungen, die sich in privater Hand wie dem Realverband befinden. Dazu zählen laut Bürgermeister-Stellvertreterin Ina Pundsack-Bleith die Hauptachsen in der Leester Marsch mit einer Gesamtlänge von 5000 Metern und ein Waldweg am Hof Rumpsfeld mit einer Länge von 380 Metern.

Wie Pundsack-Bleith berichtet, habe sie mit den Eigentümern dieser Wege gesprochen und sie überzeugt, dass die Gemeinde künftig die Verkehrssicherung übernimmt und auch bezahlt – sofern die Politik dafür grünes Licht gibt. Nach Abschluss des Verfahrens haben die Grundstückseigentümer die Herrichtung eines Freizeitweges und dessen Betreten zu dulden – eine Entschädigung ist nicht vorgesehen.

Die Kehrseite: Die Erhaltung eines verkehrssicheren Zustands sowie die Beseitigung von Abfällen fällt in die Zuständigkeit der Gemeinde. Allerdings müssten die Benutzer die Verschmutzungen der Wege etwa durch Erntearbeiten oder herumliegende Äste dulden. Wie der Umweltbeauftragte Panten erläutert, würde die Gemeinde sogenannte atypische Gefahren wie Risse, Löcher, Auswaschungen beseitigen. Dennoch gilt nach einer Widmung: Betreten auf eigene Gefahr.

Wie Ina Pundsack-Bleith und der Umweltbeauftragte Ulf Panten erläutern, tragen diese Wege – insbesondere die von Berufspendlern genutzte Verbindung von Leeste nach Bremen durch die Leester Marsch – dazu bei, den motorisierten Individualverkehr zu verringern. Das führt somit zur Reduzierung von klimaschädlichen Abgasen.

Um die Wege instand zu setzen und die Verkehrssicherheit zu garantieren, will die Gemeinde einen Betrag in Höhe von 67.000 Euro ausgeben. In dieser Rechnung ist der Preis für zwei Ausweichbuchten in der Marsch bereits enthalten. Für die jährliche bauliche Unterhaltung der Wege hat die Verwaltung einen Betrag in Höhe von rund 18.000 Euro errechnet.

Das Thema behandelt die Kommunalpolitik auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt, der am Dienstag, 25. April, um 18.30 Uhr im Rathaus tagt.

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