„Leester Knotenpunkt kann nur ein Provisorium sein“

Alt-Bürgermeister schlägt Kreisel für Henry-Wetjen-Platz-Kreuzung vor

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Der ehemalige Weyher Bürgermeister ist der Ansicht, dass die Verwaltung jetzt die Chance nutzen sollte, sich für einen Kreisel einzusetzen. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Das alte Rathaus ist Geschichte – viele Bürger, die die Weihnachtsgottesdienste oder auch den Weihnachtsmarkt in Leeste besucht hatten, waren wie Alt-Bürgermeister Edmund Irmer erstaunt, welch große Freifläche nach dem Abriss dort entstanden ist. Der ehemalige Verwaltungschef der Gemeinde bringt jetzt wieder einen Plan ins Gespräch, der sich mit einem alten Verkehrsproblem beschäftigt. Irmer plädiert dafür, an der Henry-Wetjen-Platz-Kreuzung einen Kreisel einzurichten.

Der langjährige Bauamtsleiter glaubt, dass es eine „gute tragbare Lösung“ sei, wenn der wegen der Errichtung der Augenklinik Klatt zusätzliche Straßenverkehr über die Leester Straße und Kirchstraße abgeleitet werde. Doch die Kreuzung am Henry-Wetjen-Platz bleibt für Irmer „ein neuralgischer“ Punkt, durch den die Landesstraße 335 (Hauptstraße und alte Poststraße) sowie die Kreisstraßen 115 (Leester Straße) und 116 (Melchiorshauser Straße) führen.

„Der vor zehn Jahren ausgebaute Knotenpunkt kann nur ein Provisorium darstellen“, so Irmer. Dass Radfahrer von Kindern bis hin zu Senioren – die Fahrbahn nehmen sollen, hält er „für lebensgefährlich“.

Irmer kennt die gegenteilige Ansicht des ADFC, doch er selbst habe vor Ort schon einige Situationen erlebt, in denen nach seiner Darstellung die Praxis doch anders ist, als die Theorie.

Edmund Irmer

Zu seiner Amtszeit habe die Gemeinde bereits einen Vorstoß gemacht, um dort einen Kreisverkehr einzurichten. Einen solchen hatte das Straßenbauamt vor zwei Jahrzehnten aus Platzgründen abgelehnt. Es gab damals noch das Eitmannsche Haus, so Irmer. Das ist mittlerweile ebenso abgerissen wie das alte Rathaus. Jetzt gebe es eine neue Situation.

„Die städtebauliche Konzeption in Leeste mit der geplanten Ortskernsanierung kann ich uneingeschränkt begrüßen“, so Irmer. Doch der umfangreiche Straßenverkehr mit seinen intensiven Quell- und Zielverkehren bleibe ein Problem, zumal es keine Möglichkeit gibt, über Umgehungsstraßen auszuweichen. Die Pläne einer Nord- und Südumgehung für Weyhe seien vor drei Jahrzehnten zwar als mögliche Konzeption im Landeswegeverkehrsplans und im Raumordnungsplan ausgewiesen worden, doch die Nordumgehung wurde laut Irmer trotz massiver Anstrengungen der Weyher Verwaltung nie umgesetzt.

Irmer glaubt, dass die Zeit jetzt reif ist, sich erneut für eine alternative Verkehrsführung einzusetzen – möglicherweise auch durch neuen Grunderwerb.

Mitunter muss man lange warten, bis die Henry-Wetjen-Platz-Kreuzung so frei ist, dass kein Auto zu sehen ist. - Foto: Schritt

„Ein Kreisverkehr macht nicht immer alles besser“, sagt Stadtplaner Christian Silberhorn auf Anfrage. Er diene in erster Linie dem motorisierten Verkehr. Fußgänger und Radfahrer hätten es schwerer.

Damals wie heute gilt für die Weyher Verwaltung laut Silberhorn, dass für die klassifizierten Straßen die Träger am Drücker sind. Diese sehen aber laut Silberhorn keine Veranlassung, etwas zu tun, weil der Henry-Wetjen-Platz als „komische Ecke“ keinen Unfallschwerpunkt bildet. Eben weil die Situation für viele Verkehrsteilnehmer merkwürdig sei, zeigten die Auto- und Lastwagenfahrer dort eine „erhöhte Aufmerksamkeit“, betont der Rathausmitarbeiter.

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