Leester Einbahnstraßen-Regelung

„Am Gänsekamp“: Gemeinde will Testphase „zeitnah“ beenden

Blick auf die Kreuzung „Am Gänsekamp/Kirchstraße“: In Höhe des Tempo-30-Schildes war vor Jahren ein Metall-Gitter auf der Straße montiert. Die Spuren sind im Belag sichtbar.
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Blick auf die Kreuzung „Am Gänsekamp/Kirchstraße“: In Höhe des Tempo-30-Schildes war vor Jahren ein Metall-Gitter auf der Straße montiert. Die Spuren sind im Belag sichtbar.

Weyhe – „Die Einbahnstraßen-Regelung am Gänsekamp muss sofort eingestellt werden“, sagt Dietrich Struthoff, Fraktionsvorsitzender der CDU. Seine Fraktion hatte nach Gesprächen mit Anwohnern der Kirchstraße darauf hingewiesen, dass es Probleme mit der Sicherheit gibt.

Der Kommunalpolitiker Struthoff zeigt sich nach der jüngsten Bauausschuss-Sitzung irritiert, dass es entgegen einer anderen Mitteilung der Gemeinde offenbar länger dauern soll, bis die Einbahn-Straßen-Schilder abmontiert würden.

Die zuständige Fachbereichsleiterin Doris Salomé hatte im Ausschuss gesagt, dass die bestehende Regelung erst dann aufgehoben wird, wenn eine neue Lösung da ist. Ein Anwohner wiederum hatte gefragt, welche Zeitvorstellung die Verwaltung hat. „Über den Sommer werden wir eine Lösung finden“, hatte die Rathaus-Mitarbeiterin gesagt.

Für Dietrich Struthoff sei das nicht schnell genug. Bürgermeister Frank Seidel habe den Fraktionsvorsitzenden geschrieben und mitgeteilt, dass die Gemeinde die Einbahnstraßen-Regelung „Am Gänsekamp“ zurücknimmt. Der Bürgermeister habe entschieden, die im Dezember gestartete ergebnisoffene Testphase zu beenden. Wie Struthoff berichtet, steht in dem Schreiben, dass die Rücknahme „zeitnah“ erfolgen werde. Für Struthoff bedeutet zeitnah nicht, dass man sich Monate Zeit lässt und „über den Sommer“, sich etwas anderes überlegt.

Die Verwaltung hatte in dem Schreiben an die Politik mitgeteilt, dass andere Möglichkeiten geprüft würden, die geeignet seien, den Radverkehr und die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu stärken. „Insbesondere für den Kreuzungsbereich Kirchstraße/Am Gänsekamp werden weitere Überlegungen angestellt, wie sich dieser auch im Hinblick auf die Kindertagesstätte Südlich Reinsweg noch sicherer gestalten lässt.“ Die Gemeinde berichtet in dem Schreiben außerdem, dass es seit Beginn der Testphase sowohl positive als auch negative Reaktionen gegeben habe. Verkehrszählungen hätten die Phase begleitet: „Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass sich die Gesamtzahl der Kraftfahrzeuge im Bereich Am Gänsekamp/Kirchstraße während der Testphase leider nicht signifikant verändert hat.“ Wer aus Richtung Böttcherei kommt und zur Leester Straße will, muss derzeit noch einen Umweg über die Kirchstraße und über den Weg „Beim Rumpsmoore“ nehmen. Im Brief an die Vertreter der Politik schreibt die Verwaltung, dass die verfolgten Ziele, die Förderung des Radverkehrs sowie die weiträumige Verteilung des motorisierten Verkehrs nicht eingetreten seien. „An diesem Beispiel zeigt sich exemplarisch, dass die Effekte verkehrslenkender Maßnahmen nicht nur am grünen Tisch planbar sind, da sie auf Veränderungen im Verhalten der Verkehrsteilnehmer abzielen, die so nicht immer vorhersagbar sind.“

Es gibt allerdings auch Befürworter der Regelung wie Susanne Kohl-Hoff und Torsten Hoff, Anwohner der Straße Am Gänsekamp, die die aktuelle Einbahnstraßen-Regelung „als Segen“ empfinden. In einem offenen Brief an das Rathaus teilen die Anwohner mit, dass nach ihrem Empfinden „Lärm und Gestank“ deutlich abgenommen hätten.

„Uns scheint der Gänsekamp für viele Autofahrer eine willkommene Abkürzung gewesen zu sein, ungeachtet der Tatsache, dass durch seine Nutzung ein Wohngebiet zu einem Durchgangsgebiet zu machen.“ Selbst die Ausweisung als Tempo-30-Zone habe manchen motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht daran gehindert, die jetzige Einbahnstraße mit Schwung als Auslaufstrecke auf seiner flotten Fahrt Richtung Melchiorshauser Straße zu nutzen.

Die Anwohner merken an, dass dort kein Gehweg zur Verfügung steht und sich Fußgänger, Radfahrer, Autos und Lastwagen die Straße teilen. Sie schlagen vor, dass sie wie die Müllabfuhr ein Sonderrecht für die Nutzung beider Fahrtrichtungen bekommen, wenn Start und Ziel im Einbahnstraßen-Abschnitt liegen.

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