Hubertusmesse des Jagdhornbläsercorps 

Leester „Dom“ verwandelt sich in ein Wäldchen

Das Jagdhornbläsercorps des Hegerings Weyhe/Stuhr spielen bei der Hubertusmesse - Foto: Jysch

Leeste - Von Rainer Jysch. „Jägersleute versammelt euch, hab’ euch etwas zu sagen!“ Das kurze Jagdsignal des Jagdhornbläsercorps Weyhe/Stuhr unter Leitung von Roswitha Köhler erklang am Sonntagabend in der Marienkirche von Leeste als musikalischer Auftakt zu der von Pastor Holger Tietz geleiteten Hubertus-Messe.

„Ich begrüße Sie im Wald des Leester Domes“, scherzte der Pastor und spielte damit auf das von vielen Helfern mit Nadelhölzern, herbstlich getöntem Laub sowie mit zahlreichen Teelichtern stimmungsvoll geschmückte Gotteshaus an.

Ein Teil der insgesamt rund 20 Instrumentalisten hatte sich mit den kleinen „Fürst-Pless“-Hörnern auf der Orgelempore bereit gehalten und spielte zum Einzug der übrigen Musiker die passenden Klänge, bis sich diese mit den größeren Es-Parforce-Hörnern im Altarraum postiert hatten. Im Verlauf der Messe wechselten Gebete und Lesungen mit den Musikstücken ab.

Auch die Besucher im gut besuchten Kirchenschiff bekamen die Gelegenheit, die Musiker gesanglich zu begleiten, und zwar dank der im Programmheft abgedruckten Texte.

„Hubertus stammte aus einer reichen und einflussreichen Familie“, informierte Pastor Tietz über die Geschichte des Schutzpatrons der Jäger und Forstleute. „Er war – wie man so sagt – ein Lebemann, der leidenschaftlich gerne jagte.“ Hubertus’ Leben nahm dann aber eine tragische Wende: seine Frau starb bei der Geburt des ersten Kindes und er versuchte, seinen Schmerz durch allerlei Vergnügungen zu verdrängen. Immer leidenschaftlicher ging er zur Jagd. Sogar an einem Karfreitag streifte er durch die Wälder auf der Suche nach Wild. Da erschien ihm ein prächtiger weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih. Hubertus sank auf die Knie und warf seine Armbrust von sich. Fortan soll er an dieser Stelle in einer spartanischen Hütte als Einsiedler gelebt haben. „Später wurde er sogar Bischof von Lüttich“, schloss Tietz seine Lesung ab.

Nach der Predigt setzte die Bläsergruppe den musikalischen Teil fort

Wo die Jägerei heutzutage gelegentlich zum Einsatz kommt, machte er an dem Vorfall in der norddeutschen Stadt Heide fest. Dort hatte ein Wildschwein jüngst in einem Optikerladen gewütet und Menschen verletzt, bevor ein Jäger den Keiler zur Strecke brachte.

Nach der Predigt setzte die Bläsergruppe den musikalischen Teil des Programms mit dem Stück „Sanctus und Hymne an St. Hubertus“ fort, gefolgt von „Agnus Dei“, dem melodischen Gebet der Jäger, und im sehr effektvollen Stück „Glocken“.

Nachdem sich das Jagdhornbläsercorps mit „Sortie De Messe“ und „Auf Wiedersehen“ formal verabschiedet hatte, gaben die Musiker zur Freude des Publikums mit einem kleinen Jagdhornmusikkonzert noch die bekannte Volksweise vom „Jäger aus Kurpfalz“, einen „Treibermarsch“ sowie die schwungvolle „Waldkautz-Polka“ zum Besten.

• Die rund 30 aktiven Mitglieder des Jagdhornbläsercorps pflegen seit der 1980 erfolgten Gründung Brauchtum und Tradition der Jagdmusik. Wer das Bläserensemble in Leeste verpasst hat, kann es am 19. November um 18 Uhr in der Klosterkirche St. Marien in Heiligenrode bei einer weiteren Hubertusmesse erleben, wie Pressesprecherin Ingrid Rieckers mitteilt. Dort treten die Hobbymusiker dann bereits zum 20. Mal seit 1998 auf.

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