Monika Posiwio plant Gebäude auf ehemaligem Budelmann-Areal

Leeste bekommt wieder ein Fotostudio

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Das Wohn- und Geschäftshaus der ehemaligen Kohlenhandlung Budelmann ist im vergangenen Jahr abgerissen worden. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Viele Bürger haben um das Wohnhaus auf dem Gelände der ehemaligen Kohlenhandlung Budelmann getrauert, das im vergangenen Jahr abgerissen worden war.

Im Internet nahmen zahlreiche Nutzer teils mit persönlichen Worten Abschied und schwelgten in Erinnerungen. Deren schlimmste Befürchtung war, dass an die Stelle des Backsteingebäudes eine steril wirkende Stadtvilla mit Penthouses rückt. Doch weit gefehlt. Das wird nicht passieren. „Die Investoren haben ein vernünftiges Konzept mit einer überzeugenden Architektur vorgelegt“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf Anfrage. Investorin Monika Posiwio lüftet nun das Geheimnis, was auf dem Areal entstehen soll, denn die Erdarbeiten sind bereits im vollen Gang. Die Baugenehmigung liegt seit Donnerstag vor.

Die Neu-Leesterin gehörte zu den vielen Bürgern, denen das alte Gebäude positiv aufgefallen war. „Ich habe mich in das Satteldachhaus mit dem Kapitänsgiebel und den wilden Pflanzen drum herum verliebt.“ Sie und ihr Mann Matthias hatten schließlich das Grundstück von Ilse Knief erworben, um den Traum zu verwirklichen, dort ein modernes Fotostudio einzurichten. Wenn es voraussichtlich 2019 eröffnet wird, hat der Ortsteil nach den Firmen Kastens, Schaland und Itzel wieder ein Fotostudio an der Leester Straße.

Handwerk in München gelernt

Da die zweifache Mutter Monika Posiwio mit ihrer Familie nach Weyhe gezogen ist, lag es nahe, die Arbeitsstätte zu verlegen, sagt sie. Vor elf Jahren hatte sie die Firma „Photogenica“ gegründet und sich im Seckenhauser Industriegebiet niedergelassen. Zurzeit hat sie als Arbeitgeberin Personalverantwortung für fünf Angestellte.

Zu den Stärken des Unternehmens würden Porträtfotografie und Aufnahmen rund um Hochzeiten ebenso wie beispielsweise das Ablichten von Familien und Kindern zählen. Gelernt hat die Unternehmerin ihr Handwerk in München. Sie hatte im Süden ebenfalls eine Firma gegründet.

Platz für sieben Wohneinheiten

Zurück in den Norden: Bei aller Liebe zum alten Gemäuer mussten alle Kaufinteressenten, also auch die Familie Posiwio feststellen, dass eine Sanierung des 140 Quadratmeter großen Hauses nicht wirtschaftlich gewesen wäre: Die Substanz war nach der Einschätzung von allen Fachleuten zu schlecht.

Die Idee vom Fotostudio in der Wesergemeinde gab das Paar aber nicht auf. „Wir haben uns einen Architekten gesucht, der bereits schöne Häuser gebaut hat“, berichtet die Fotografin. Obgleich Stadtvillen mit Penthouses im Trend seien, sollte es etwas Anderes sein. Herausgekommen ist ein Entwurf eines Komplexes mit rotem Dach und roten Klinkern und drei unterschiedlich großen Baukörpern, die aber samt der integrierten Garage eine Einheit bilden. „Wir wollen die Wohnungen nicht verkaufen, sondern vermieten, und zwar durch die Stuhrer Immobilienfirma Hechler & Twachtmann.“

Auf dem 2 000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Komplex mit sieben Wohneinheiten zwischen 70 und 110 Quadratmetern entstehen. Im Erdgeschoss wird das Fotostudio der Investorin Monika Posiwio einziehen.

Wer gegenüber steht, also auf dem Areal der ehemaligen Gaststätte Amelung, wird laut Monika Posiwio den Eindruck haben, dass es sich um ein Haupt- und rechts daneben um ein weiteres Nebengebäude handelt. Insgesamt sollen mehrgeschossig sieben Wohneinheiten Platz finden. Alle Wohnungen bekommen große Fenster mit Sprossen sowie eine Terrasse oder einen Balkon, kündigt die Investorin an. Ihre Firma soll ins Erdgeschoss ziehen.

Mit Tageslicht arbeiten, um Blitze zu vermeiden

Sie und ihr Team haben dann auf 250 Quadratmetern ein großes und ein kleineres Studio zur Verfügung. „Das wird ein Raum sein, den man schnell heizen kann. Wir wollen dort Babys fotografieren, von denen die jüngsten gerade einmal zehn Tage alt sind.“ Die Besonderheit: Das Fototeam will mit Tageslicht arbeiten, um Blitze zu vermeiden. Deshalb bekommt das Mini-Studio ähnlich wie ein Wintergarten drei Fensterfronten.

Eine Verkaufsfläche für große Bilder ist ebenso geplant wie feste Plätze, damit „Kunden ohne Terminabsprachen Pass- und Bewerbungsbilder bekommen“.

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