Schauspielerin und Musical-Darstellerin Lisette Groot: Singen macht Menschen glücklich

Sie lebt ihren Traum

Gibt in der Kirchweyher Musikschule Rothaus Gesangsunterricht: Die Schauspielerin Lisette Groot. Foto: Sigi Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Weyherin Lisette Groot steht seit mehr als zwei Jahrzehnten in vielen Musical- und Theaterproduktionen auf der Bühne. Mit diesem Erfahrungsschatz im Rücken will die 45-jährige Gesangspädagogin in der Musikschule Rothaus in Kirchweyhe ihr Wissen weitergeben.

Die Gesangspädagogin hat einen umfangreichen Erfahrungsschatz angehäuft: So hat sie zum Beispiel in der Ursprungsbesetzung des Wiener Erfolgsmusicals „Mozart!“ mitgewirkt und stand mit diesem Stück 500 Mal auf der Bühne.

Für die nächste Produktion des Musicals „Elisabeth“ war sie sogar 900 Mal im Scheinwerferlicht. Neben Wien waren Spielorte im italienischen Triest und in den Städten Osaka und Tokio in Japan. Die österreichische Hauptstadt ist aber längst nicht mehr ihr Zuhause. Die 45-Jährige lebt seit mehreren Jahren in Kirchweyhe und hätte fast die Schauspielerei an den Nagel gehängt – nachdem sie eine Ausbildung zur Begleiterin für Demenzerkrankte absolviert hatte.

Aber gegen die Leidenschaft, das Publikum immer wieder begeistern zu wollen, konnte sie sich offenbar nicht stemmen. Und dem Publikum gefällt es: Seit 2015 verstärkt Lisette Groot das Ensemble des Weyher Theaters und feiert mit dem norddeutschen Ensemble zahlreiche Erfolge. Zuschauer kennen sie zum Beispiel von Komödien wie „Pension Schöller“, „Ein Traum von Irland“ und „Für immer Irland“, und von den Märchen „Aschenputtel“, „Die Schöne und das Biest“, „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ und „Der Räuber Hotzenplotz“, im Schauspiel „Unsere kleine Stadt“ sowie in den Komödien „Pension Schöller“, „Mein Gott, Walter“ und „Geteilt durch drei“. In dieser Spielzeit ist sie in den musikalischen Komödien „Im Weißen Rössl“ und „Nicht nur Träume können fliegen“ (Premiere: 20. März) dabei. „Die Proben zu dieser Musical-Komödie beginnen jetzt.“

Die Holländerin mit einem charmanten Aktzent lebt ihren Traum, für den sie in ihrer Jugend gekämpft hat. Im Alter von elf Jahren hatte sie sich fest vorgenommen, bis zum 25. Lebensjahr auf einer Profi-Bühne zu stehen. Ein Besuch im Musical-Evita hatte den Funken entzündet. „Meine Mutter wollte ursprünglich mit Freundinnen das Stück Evita sehen.“ Eine Karte blieb übrig – und so ging Lisette mit. Fortan hatte sie ein persönliches Lebensziel formuliert. Um dem näherzukommen, wollte sie in Amsterdam eine Schule für Theaterorientierung besuchen. Als sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllte, machte die Einrichtung der jungen Holländerin aber einen dicken Strich durch die Rechnung und legte die Latte mit den Voraussetzungen etwas höher. Nun wurde Abitur verlangt. Also ging Groot weiter zur Schule und erfüllte nun auch die neuen Bedingungen.

Anschließend studierte sie am Konservatorium in Alkmaar Gesangspädagogik mit Schwerpunkt Musical, das sie im Sommer 2000 abschloss. Noch vor dem Abschluss besuchte sie ein Vorsprechen in Köln. „Dabei hatte ich in der Schule nur ein Jahr Deutsch. Ich hatte mich damals für Französisch entschieden“, so Groot. Für jene Produktion kam sie nicht infrage, aber die Auswahljury gab ihr den Tipp, in Wien vorzusprechen. Gesagt getan. Nach nur einem halben Lied durfte sie schon stoppen. Das war ein Vorsingen in der siebten und letzten Runde und dort überzeugte sie ohne Probleme. Nach einem Vortanzen war schnell klar. Sie ist bei der Welturaufführung dabei. Die Nachricht, das erste Profi-Engagement zu bekommen, erhielt sie im Konservatorium während des Ballettunterrichts, weil die Vereinigte Bühnen Wien sie in ihrem Ensemble haben wollten.

Lisette Groot ist davon überzeugt, dass Singen Menschen glücklich macht. Deshalb freut sie sich über ihre weitere Aufgabe an der Musikschule Rothaus. Es geht ihr nicht darum, Sänger oder Band-Mitglieder „groß zu machen“. Sie versteht ihre Arbeit als ein Prozess der Persönlichkeitsbildung. Ihre Schüler sollen Spaß haben, sagt die 45-Jährige. „Ich finde es wichtig, das Positive zu betonen und das, was noch nicht gut geht, zu verbessern“, sagt die Gesangspädagogin über ihre Herangehensweise. Ihr Unterricht sei sicherlich auch was für Schüler in der Pubertät, die durch Lieder ein Mittel finden, Gefühle auszudrücken, sagt sie.

Weitere Infos auf

www.musikschule-rothaus.de

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