Rückblick auf 70 Jahre

Heinz Rieckers: Ein Leben für die Feuerwehr

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Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen (l.), Bürgermeister Andreas Bovenschulte (r.) und Ortsbrandmeister Kai Schaumann (2.v.r.) ehrten den Heinz Rieckers.

Kirchweyhe - Von Heiner Büntemeyer. Seit 70 Jahren ist Heinz Rieckers Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweyhe, deren Gemeinde- und später Ortsbrandmeister er von 1969 bis 1989 war. Inzwischen gehört er seit 25 Jahren der Alterskameradengruppe an.

Als Heinz Rieckers 1948 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kichweyhe wurde, war Albert Buse Gemeindebrandmeister. Zahlreiche junge Männer schlossen sich in diesem Jahr der Feuerwehr an und wurden mit offenen Armen aufgenommen. Die älteren Mitglieder hatten noch während der Kriegsjahre Löschhilfe geleistet und waren auch in Bremen im Einsatz, wenn nach Bombenangriffen ganze Straßenzüge brannten.

Albert Buse war Gemeindebrandmeister? Ja, aber in der damals eigenständigen Gemeinde Kirchweyhe. Es schlossen sich tatsächlich nur Männer der Wehr an, denn Frauen wurden nicht aufgenommen, und eine Jugendfeuerwehr gab es auch nicht, so dass Heinz Rieckers schon mit 17 Jahren aktiver Feuerwehrmann wurde.

Die Wehr verfügte damals bereits über ein motorisiertes Löschfahrzeug mit einer Vorbaupumpe. Dieses Fahrzeug bot nur dem Fahrer und dem Beifahrer Platz in der Kabine, die Ladefläche war offen. Hier saßen die Feuerwehrleute Rücken an Rücken, und damit sie in den Kurven nicht von der Pritsche fielen, hakten sie sich während der Fahrt unter.

In kleinem Schuppen untergestellt

Untergestellt war das Fahrzeug in einem kleinen Schuppen am „Geestfeld“. Erst 1953 wurde dort ein neues Gerätehaus errichtet, in dem ab 1955 ein neues Tanklöschfahrzeug untergestellt wurde. Der Tank fasste 3 000 Liter Wasser. „Über so ein modernes Löschfahrzeug verfügten außer uns in Kirchweyhe nur die Feuerwehren in Syke und Hoya. Dieser Ort gehörte damals wie auch Kirchweyhe zum Landkreis Grafschaft Hoya.“

Es gab in Kirchweyhe auch eine erfolgreiche Wettkampfgruppe, der Rieckers angehörte. Außerdem war er Mitglied des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweyhe, die schon vor dem Krieg bestanden hatte, aber erst 1950 wieder in Aktion trat. Rieckers war Trommler, bis sich seine Band 1970 auflöste. Zu diesem Zeitpunkt war Rieckers schon Gemeindebrandmeister, wobei auch die Löschzüge in Dreye und Lahausen seinem Kommando unterstanden. Diese beiden Löschzüge wurden von Wehrführern geleitet.

1970 wurde zusätzlich ein neues LF 8 in Dienst gestellt, und vier Jahre später veränderte die Gebiets- und Verwaltungsreform die Weyher Feuerwehrlandschaft, die bis dahin aus den drei Gemeindefeuerwehren Leeste, Sudweyhe und Kirchweyhe sowie aus den Löschzügen Dreye, Lahausen, Melchiorshausen und Erichshof bestanden hatte.

Bis 1989 in Kirchweyhe Ortsbrandmeister

Die Zusammenlegung erwies sich als problematisch. „Weder die drei Gemeindebrandmeister noch die vier Wehrführer wollten den Posten des neuen Gemeindebrandmeisters übernehmen“, erinnert sich Heinz Rieckers. Er schmunzelt heute noch, wenn er daran denkt, wie der damalige Kreisbrandmeister Heinz Sievers wutentbrannt den Tagungsraum verließ. Schließlich einigte man sich auf Johann Meinke aus Leeste als neuen Gemeindebrandmeister. 

„Und das war eine gute Wahl“, berichtet Rieckers, der noch bis 1989 als Kirchweyher Ortsbrandmeister im Amt blieb. 1992 wechselte er nach Erreichen der Altersgrenze in die Altersgruppe, der er in diesem Jahr genau 25 Jahre angehört. Unvergesslich bleibt ihm dieser Übertritt. „Da war damals ein Highlight“, schwärmt er von dieser Feier zu seinem 62. Geburtstag. Seine Kameraden hatten extra einen Spielmannszug antreten lassen und veranstalteten anschließend einen Fackelzug.

Spektakulärster Einsatz im Jahr 1975

Sein spektakulärster Einsatz war 1975. „Damals wurden wir zum Waldbrandeinsatz in die Lüneburger Heide beordert, wo wir in der Nähe von Eschede einige Tage mit dem alten TLF von 1955 stationiert waren“.

Regelmäßig nahm er in Loy an der Landesfeuerwehrschule an Lehrgängen teil. Dabei erinnert sich der ehemalige Postbeamte an seinen Arbeitgeber. „Meine Vorgesetzten waren kulant, für diese Aufgaben wurde ich vom Dienst freigestellt“, berichtet er. Um so mehr bewundert er heute die jungen Leute, die für Lehrgänge einen Teil ihres Jahresurlaubs opfern.

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