Lautsprecher-Sirene in Sudweyhe installiert: Durchsagen möglich

Lauter Alarm nur noch bei großen Lagen

Eine Lautsprecher-Sirene: Sie befindet sich auf dem Gelände der Sudweyher Feuerwehr.
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Eine Lautsprecher-Sirene: Sie befindet sich auf dem Gelände der Sudweyher Feuerwehr.

Weyhe – Die 19 Sirenen, die es in den Weyher Ortsteilen gibt, werden ab sofort nicht mehr bei jedem Zimmerbrand heulen – sondern nur noch, wenn die Feuerwehr einen sehr großen Brand zu bewältigen hat, kündigt Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen an. Er ergänzt, dass die Feuerwehr eine solche Lage „Feuer 3“ nennt. Ein solches Szenario wäre zum Beispiel der Brand eines Dachstuhls, wobei dieser in voller Ausdehnung brennen müsste. Außerdem müssten Menschenleben in Gefahr sein.

Ein „normaler“ Zimmerbrand bekomme die Klassifizierung „Feuer 2“. Eine brennende Tonne oder ein brennendes Auto wäre „Feuer 1“.

Im vergangenen Jahr hatte die Leitstelle stets Sirenenalarm bei „Feuer 2“ gegeben. Das werde nun seit Jahresbeginn anders gehandhabt.

Die Ortswehren und die Gemeindeverwaltung hätten sich im vergangenen Jahr viele Gedanken gemacht, wie die Leitstelle die Einsatzkräfte alarmieren soll. Die Leitzentrale in Diepholz habe nach wie vor die Möglichkeit, die klassischen Sirenen auszulösen und informiere die Ortswehren per Meldeempfänger und per Handy. Der klassische analoge Pieper soll aber bald ein Relikt der Vergangenheit sein, so Bernd Scharringhausen.

Die Aktiven der Ortsfeuerwehren seien fast alle mit einem digitalen Meldeempfänger ausgestattet worden. „Für dieses Jahr laufen die Geräte im Probebetrieb“, so Scharringhausen. Außerdem müssten alle Kräfte zunächst bei sich zuhause ausgiebig testen, an welchen Stellen der Digitalpieper auslöst und wo er stumm bleibt. Um das auszuprobieren, schickt die Leitstelle alle drei Stunden einen Probealarm los.

Jede Feuerwehr habe über einen Code festgelegt, wer alarmiert werden soll. Und die Fälle seien auch je Ortsteil unterschiedlich. Nur in Ahausen, Sudweyhe und Dreye ist eine Bundeswasserstraße. Eine Rettung dort sehe anders aus als ein schwerer Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 6 in Erichshof. Deshalb müsste man jedes Mal entscheiden, welches Rettungsgerät von welcher Ortswehr benötigt wird.

Der Vorteil der digitalen Melder sei, dass zusätzlich Einsatzstichworte übermittelt werden könnten, so Scharringhausen. Wenn zum Beispiel Gas ausströmt, dann könnten sich schon bei der Anfahrt die Einsatzkräfte Gedanken machen, wie man mit der Lage umgehen könnte. Ein Bahnunfall in Sudweyhe, wo es keine Oberleitung gibt, erfordere eine andere Herangehensweise als einer in Lahausen oder Kirchweyhe, wo auf den Gleisen der Deutschen Bahn neben der Nordwestbahn sowie den IC-, ICE- und Regional-Express-Zügen auch zahlreiche Loks unterwegs sind, die Güterwaggons hinter sich herziehen.

Mit Ausnahme der Quereinsteiger, denen wegen der Corona-Krise die Ausbildungslehrgänge fehlen, und den Studenten, die nicht in Weyhe wohnen, seien von den 324 Aktiven 95 Prozent mit den Digitalpiepern ausgestattet. Dennoch würden die Sirenen nicht abgeschafft. Eine in Leeste, an der Straße „An der Beeke“, sei defekt, so Scharringhausen. Die müsste die Gemeinde ersetzen. Das Problem: Die Sirene E 57, also die mit dem Teller, werde nicht mehr gebaut. Möglich, dass sie durch eine sogenannte Lautsprecher-Sirene ersetzt wird. „Der Ton ist gewöhnungsbedürftig.“ Und wenn die Gemeinde es möchte, könnten diese nach der Umrüstung auf digitale Alarmierung auch Durchsagen über die Lautsprecher übertragen. Man sollte sich nicht wundern: Der Alarmton sei sehr durchdringend. In Sudweyhe wurde im vergangenen Jahr die erste Lautsprecher-Sirene am Feuerwehrgerätehaus installiert, so Scharringhausen.

Von Sigi Schritt

Wird nicht mehr gebaut: Die Sirene mit Teller.

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