Launiges von Loriot auf den Brettern des Weyher Theaters

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“

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Das Publikum erlebt skurrile Szenen.

Weyhe - Von Dagmar Voss. Was soll man da lange reden, klar ist: Loriot ist einfach ein Garant für befreiende Lacher und gute Laune. Das dachten sich sicherlich auch die Theatermacher des Weyher Boulevardtheaters und so verband Intendant Kay Kruppa 19 Sketche durch einen roten Faden mit dem Titel „Loriots dramatische Werke“. Auf die Bühne brachten dieses gewagte Unterfangen dann die Ensemblemitglieder und ernteten zur Premiere lautstarken Beifall bei etlichen Vorhängen. Dazu auf alle Fälle viele Lachtränen und bewegte Zwerchfelle des begeisterten Publikums.

Die Darsteller, also Joachim Börker, Wiebke Claßen, Marc Gelhart, Thorsten Hamer, Heidi Jürgens, Maren Rogge und Hermes Schmid, hatten sich mit großem Erfolg vorbereitet, um den Vorgaben des überragenden Humoristen Vicco von Bülow gerecht zu werden. Hermes Schmid alias Loriot spann diesen roten Faden auf dem roten Sofa mit kleinen Hinweisen zwischen den kurzen Szenen. Wobei im Kopfkino der Zuschauer ohnehin wahrscheinlich vorwiegend die Original-Loriot-Darstellungen abliefen. Die es tatsächlich oben drüber gab, Bilder des brillanten Zeichners auf einer Leinwand. Für die richtige Stimmung sorgten musikalische Ausschnitte von Comedian-Harmonists-Stücken. Auch wenn keine Knollennasen und skurrile Gesichter auf der Bühne agierten, so kamen doch die klugen und treffenden Beobachtungen in den Darstellungen zur Geltung. Menschliches-allzu-Menschliches, Ehe-Probleme und Jodeldiplome in völlig skurrilen Szenen, in nachdenklichen Dialogen und auch sozialkritischen Untertönen kamen zu ihrem Recht. Da fehlten nicht die wunderbaren Szenen wie Müller-Lüdenscheid (Joachim Börker) und Doktor Kloebner (Hermes Schmid) in der Wanne über Wasser und Ente streiten, wie schon bei „Berta, das Ei ist hart!“ die Gluckser anfingen.

Geradezu legendär und auch auf den Weyher Brettern zum Brüllen komisch „Gwyneth Molesworth fährt nach North Cothelstone Hall“, dereinst von Evelyn Hamann mit unbewegtem Gesicht vorgetragen, wobei die Versprecher sich häuften. Das gelang Heidi Jürgens ebenfalls bei „Fetherstone von Friddle … äh… Fiddle Mith ... middle Fritham nach North Cothelstone Hall in Thrumpton Castle den Schlipth aus Nathel…“

Gleichfalls für Lachtränen sorgte der Sketch „Liebe im Büro“, bei der Firmenchef Meltzer (Thorsten Hamer) über Fräulein Dinkel herfällt und sie immerzu mit „Sie machen mich ganz verrückt, Herr Meltzer“ reagiert.

Gewöhnungsbedürftig war nur die Sprechweise, die halt nicht so ganz den gewohnt völlig emotionslosen Sprechweisen bei Loriot entsprachen – was aber dem Vergnügen ganz offensichtlich keinen Abbruch tat.

Und zum Schluss der Clou: Ein echter Mops sprang aufs rote Sofa zu Hermes Schmid, der natürlich zitierte: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Für die Aufführung war die Drehbühne ideal, die für lückenlose Übergänge zwischen den vielen Sketchen sorgte. Für amüsante Abende sorgt das Weyher Theater mit dieser Inszenierung noch in den nächsten fünf Wochen.

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