Fertigstellung für kommendes Frühjahr geplant

Richtfest: Planung für neues Pfarrhaus trägt endlich Früchte

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Der Posaunenchor der Kirchengemeinde begleitet das Richtfest für das neue Pfarrhaus.

Lahausen - Rege Bautätigkeit herrscht momentan in Lahausen am Neddeernfeld. Nicht nur der Kindergarten wächst, auch hinter dem Blumenfeld entstehen neue Wohnträume. Mit einem zünftigen Fest wurde am Dienstagnachmittag der grüne Richtkranz mit bunten Bändern auf dem gerade fertiggestellten Dachgerüst des künftigen Pfarrhauses gehisst.

„Danke für diese guten Gaben, und danke für diesen guten Tag“, intonierte der Posaunenchor der Kirchengemeinde, während die Zimmerleute zwei Flaschen Korn für die traditionelle Zeremonie sicherstellten. „Die Marke ist egal, Hauptsache Korn nach alter Sitte“, sagte das Quartett mit einem Grinsen.

Das grüne Eichenlaub für den Zimmermannsspruch ließ indes auf sich warten. Die Zeit nutzte nicht nur der Posaunenchor für musikalische Einlagen. Die vielen Besucher kamen ins Gespräch und erfuhren von Werner Marquart, Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde, so manches Detail. Wegen der nicht mehr sanierbaren Bausubstanz aus den 50er-Jahren war das alte Pfarrhaus, in das Pastor Karsten Damm-Wagenitz 2013 mit seiner Familie eingezogen war, dem Erdboden gleich gemacht worden. Der Pastor mit Ehefrau und den beiden Kindern fand eine Mietwohnung als Übergangslösung.

Seit Jahren habe es bereits eine Planung für einen Neubau gegeben, gab Pastorin Gudrun Müller einen Einblick in die nicht einfache Phase der Realisierung, die nun endlich sichtbare Früchte trägt. Zur Finanzierung des neuen Objektes verkaufte die Kirchengemeinde einen Großteil des gut 5000 Quadratmeter großen Gemeindegrundstücks, auf dem auch das Gemeindehaus steht. Neben dem Haus des Pfarrers entstehen drei Einfamilienhäuser auf 630 und 1000 Quadratmeter großen Grundstücken. 

Auflage für Nachbargebäude: „Keine Stadtvilla“

Der Kriterienkatalog der Kirchengemeinde für die zukünftigen Eigentümer beinhaltet neben den sozialen Komponenten die Auflage: „keine Stadtvilla“. Die Kirche sollte im Dorf bleiben, und dazu zählen eben Familien und keine Spekulationsobjekte. Für 160 Euro pro Quadratmeter standen schnell 30 Bewerber auf der Matte. Werner Marquart und allen anderen Verantwortlichen fiel die richtige Wahl schwer. Zwei der neuen Nachbarn haben bereits angefangen zu bauen, das dritte Grundstück liegt noch im Dornröschenschlaf.

In Rekordzeit von wenigen Wochen wurde das Pfarrhaus „hochgezogen“ und soll noch vor dem Winter Fenster und Türen erhalten. Im Frühjahr soll Pastor Damm-Wagenitz sein neues Domizil beziehen.

Der Bau entsteht laut Pastorin Müller nach „Pfarrhausrichtlinien“ ohne Luxus und wird genügend Wohnraum auf zwei Etagen bieten. Bereichert hat sich die Kirchweyher Kirchengemeinde mit dem Verkaufserlös nicht. „Die Landeskirche bekam einen Teil der Einnahmen“, betont Werner Marquart die damit verbundene knappe Kalkulation des Neubaus.

Unterdessen stiegen die Zimmerleute aufs Dach und nagelten die Latte mit dem Richtkranz sturmfest an den Balken. Zimmermann Christian Dunker ließ die erste Flasche Korn zwischen seinen Kollegen kreisen. „Möge Eintracht und Zufriedenheit im herrlich schönen Bau herrschen und Gott darin sein“, sagte er und trank einen ordentlichen Schluck auf den Bauherrn und die Familie. Die zweite Kornflasche wurde nach alter Manier auf dem Dach zerschlagen. Im Anschluss gab es Butterkuchen, Würstchen und Getränke sowie eine Führung durch den Rohbau. 

ak

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