Zu Besuch bei einem Weyher Weihnachtsmann und seinem Engel

Lange Augenbrauen zum Fest

Heute kann sich der Weihnachtsmann noch im Schaukelstuhl ausruhen. Morgen bleibt dafür ab 15 Uhr keine Zeit. - Foto: Husmann

Lahausen - Von Katharina Schmidt. Wenn die meisten Menschen morgen im Kreis ihrer Familie zur Ruhe kommen, geht es für den Weihnachtsmann und seine Helfer erst richtig los. „Der Zeitplan ist stramm“, berichtet der bärtige Kerl im roten Mantel, der vielen vom Kirchweyher Weihnachtsmarkt bekannt sein dürfte. In diesem Jahr stehen 14 Häuser auf seiner Liste. Um alle darin wohnenden Kinder glücklich zu machen, hat er nur vier Stunden Zeit. Gut, dass er bei der Tour auf die Unterstützung seines Engels zählen kann.

Der Weihnachtsmann vom Weyher Weihnachtsmarkt heißt in zivil Peter Zümpel. Bei dem blonden Engel an seiner Seite handelt es sich um seine Frau Martina. Das Paar wohnt in Lahausen. Während eines Besuchs bei den beiden lodert in ihrem Kamin ein Feuer. An den Zweigen eines Tannenbaums funkelt Lametta. Die silbernen Strähnen passen zum Wohnzimmer eines Weihnachtsmannes. Der Stierkopf aus Metall über dem Fernseher weniger.

Peter Zümpels ist die Strecke, die ihm am Heiligabend bevorsteht, vor einigen Tagen mit seinem Auto abgefahren. Er hat Zeiten gestoppt und alles genaustens dokumentiert. „Ich kann Unpünktlichkeit nicht leiden“, sagt der 49-Jährige. Umso mehr freut er sich, dass seine Frau seit dem vorigen Jahr am 24. Dezember den „Schlitten“ lenkt. Eine große Arbeitserleichterung – denn mit Rauschebart und fellbesetztem Mantel fährt es sich nun mal schlecht.

In Wirklichkeit hat Zümpel nur einen Kinnbart und trägt Jeans. Der Lahauser ist locker drauf, redet frei Schnauze und arbeitet bei einer Bassumer Firma im Bereich Metallbau. In der Rolle des Weihnachtsmanns bringt er Kinder seit etwa 17 Jahren zum Strahlen. Anfangs hat er sich für den Nachwuchs seiner Freunde verkleidet. Damals lebte er in der Magdeburger Gegend. Schnell hat sich dort herumgesprochen, dass er an Heiligabend ein Doppelleben führt. In Weyhe ging seine weihnachtliche Karriere weiter. In diesem Jahr stand er erstmals in der Adventszeit regelmäßig inmitten des Duftes von Glühwein und gebrannten Mandeln auf dem Marktplatz. Sein Vorgänger, den er persönlich kennt, hatte ihm das Feld überlassen.

Auch nach 17 Jahren ist Zümpel immer wieder überrascht, wie viele neue Gedichte und Geschichten er zu hören bekommt. „Es gibt immer ein bis zwei Kinder, die hauen richtig einen raus“, erzählt er. In diesem Jahr habe ein Junge ihm zum Beispiel ein Weihnachtslied auf Spanisch vorgetragen. Ein anderer habe mit seinem Gesang den ganzen Marktplatz beschallt. In Erinnerung geblieben ist dem Lahauser auch ein Mädchen, das eine Puppe wollte – und zwar sofort. „Das war ein Riesengeschrei“, sagt er schmunzelnd.

„Mir macht das unglaublich viel Spaß“, erzählt Zümpel. Klar, ein wenig Geld verdiene er dabei auch. „Aber ausrechnen sollte ich das lieber nicht“, sagt er angesichts des Vorbereitungsaufwands und der Kosten für seine Ausstattung. Allein für sein aktuelles Kostüm hat er knapp 200 Euro gezahlt. Die passenden buschigen Augenbrauen lässt er sich immer ab Herbst extra wachsen. Sie wieder zu stutzen, darauf freut er sich schon jetzt.

Die abschließende Frage: Was wünscht sich der Weihnachtsmann selbst zum Fest? „Nichts. Wir schenken uns nichts“, sagt er und blickt zu seiner Engelsfrau, die mittlerweile ins Wohnzimmer gekommen ist. Sie fügt hinzu: „Ruhe. Wir wünschen uns Ruhe.“

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