Landesregierung ehrt Hannelore Leifelds ehrenamtliches Engagement

Jede Menge gute Werke für Kinder in Not

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Hannelore Leifeld mit ihrem Dauerbrenner: der Weihnachtstüte „15 Minuten Advent“.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Am „Tag der Ehrenamtlichen“ hat die Landesregierung jetzt Hannelore Leifeld in Hildesheim für ihr vorbildliches Engagement geehrt. Ein Foto mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stefan Weil liegt in ihrer Aufgaben-Mappe ziemlich obenauf.

Die Weyherin erhielt diese Auszeichnung zwar für ihr Engagement in der Kindernothilfe. Aber schon lange bevor sie Sprecherin des Weyher Arbeitskreises wurde, hatte sie sich ehrenamtlich engagiert: 18 Jahre lang war sie Mitglied im Kirchenvorstand der Felicianusgemeinde, sechs Jahre lang auch im Kirchenkreistag Syke-Hoya. „Ich brauchte so etwas als Ausgleich für meine Arbeit im Geschäft“, sagt die frühere Inhaberin eines Wäschegeschäfts. So sei sie „geerdet“ geblieben.

Die kirchliche Arbeit führte sie schließlich zur Kindernothilfe. Hannelore und Dieter Leifeld hatten zuvor bereits eine Patenschaft für ein Kind in Äthiopien übernommen und erfuhren 2004 beim Kirchentag in Hannover, dass die Kindernothilfe im Nordkreis noch unterrepräsentiert war. Folglich gründete sie den Arbeitskreis für Weyhe, deren Sprecherin sie auch wurde. „Das Interesse war sehr groß, aber dass es ein Fulltime-Job werden würde, konnte ich mir anfangs nicht vorstellen“, erinnert sie sich.

Die bekannteste Aktion ist der Bücherflohmarkt, der winters alle vier Wochen in den Gemeinderäumen in Leeste und Kirchweyhe sowie ansonsten auf dem Marktplatz über die Bühne geht. Diese Aktion unterstützt Apotheker Till Maßberg, der die ehemaligen Praxisräume von Dr. Abid für die Annahme von Buchspenden (an jedem Donnerstag von 14 bis 15 Uhr) kostenlos zur Verfügung stellt. Dort sind mehrere Frauen regelmäßig damit beschäftigt, die Bücher zu sortieren und für den Flohmarkt vorzubereiten. Beim Verladen der Kisten helfen junge Männer der Flüchtlingshilfe, die Verkaufsräume stellen die Kirchengemeinden kostenlos zur Verfügung. „Das läuft alles wunderbar, vor allem kommt dabei einiges an Geld zusammen“, sagt Leifeld.

Aber die rührige Gruppe beschränkt sich nicht auf den Bücherflohmarkt. „Ganz schön was rum“, kam auch beim Rudelgucken bei großen Fußballturnieren, die auf einer gesponserten Großleinwand in der Pfarrscheune zu sehen waren. Die Besucher konnten tippen und Gutscheine gewinnen, die der Werbering der Kindernothilfe gespendet hatte. Mit einem „Wahnsinnsaufwand“ organisiert der Arbeitskreis in den Schulen einen Lese-Marathon, bei dem die Organisation mehr als 12000 Euro an Spenden für ein Schulprojekt in Haiti einnahm. Weitere Erlöse erzielt Leifelds Gruppe alle zwei Jahre beim Rosenfest von Dididoktor Heumann durch Würstchen- und Getränkeverkauf.

Am erfolgreichsten läuft jedoch die Aktion „15 Minuten Advent“ mit dem Verkauf von Tüten, gefüllt mit Lebkuchen, Tee, einer Kerze und der Weihnachtsgeschichte. Die Aktion begann vor einigen Jahren mit 200 Päckchen. In diesem Jahr haben die Ehrenamtliche im Lahauser Gemeindesaal 3000 Beutelchen gepackt. Acht Stunden dauerte diese Arbeit, bei der die Gruppe ebenfalls von jungen Flüchtlingen unterstützt wurde. „Immer, wenn 1000 Tüten gepackt waren, habe ich einmal laut gepfiffen“, sagt Leifeld. Der Erlös ist besonders groß, weil der Inhalt von zwei geheim gehaltenen Weyher Ehepaaren gesponsert wird.

In diesem Jahr geht die Einnahme aus dem Adventstütenverkauf an eine Schule für syrische Flüchtlinge im Libanon. Das hat der Weyher Arbeitskreis beschlossen, dem Hannelore Leifeld einen Katalog von möglichen Adressaten vorgestellt hatte. Das Geld wird an die „Kindernothilfe“-Zentrale mit dieser Zweckbestimmung überwiesen. „Dann weiß jeder Spender genau, wo seine Gabe hinkommt“, lobt sie das Verfahren.

Die Gruppe sucht händeringend weitere Mitstreiter, vor allem junge Leute, denn nach über zehn Jahren möchte Hannelore Leifeld in Zukunft etwas „kürzer treten“. Die Kontoführung hat sie bereits abgegeben. Sie will die Gruppe auch künftig mit ganzer Kraft unterstützen, denn sie möchte, dass die Arbeit für alle Kinder, die in Not sind, kontinuierlich fortgesetzt wird.

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