„Lalelu“ zum dritten Mal in Leeste

Frech-witzige Darbietungen

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Frank Valet, Tobias Hanf, Jan Melzer und Sanna Nyman bilden die Formation „LaLeLu“.

Leeste - Von Angelika Kratz. Keinen Schlafsand, keinen Mond und auch keinen Heinz Rühmann gab es am Samstagabend zum „Lalelu“. Vielmehr scharrten die erwachsenen Besucher im ausverkauften Forum der KGS hellwach und voller Erwartung und Ungeduld fast hörbar mit den Beinen. Bereits reichlich vor dem Beginn von über zweieinhalb Stunden bester und gekonnter Unterhaltung war es knacke voll. Nur die ersten Plätze blieben zunächst frei. „Da hat man Angst, mitmachen zu müssen“, sagte eine Zuschauerin. Auch die wurden belegt, und so schlimm sollte es im Laufe des wirklich abwechslungsreichen Abends dort vorne nicht werden.

Längst hat der Begriff „Lalelu“ mit dem A-capella Quartett aus Hamburg eine ganz andere Bedeutung zum gewohnten Spieluhrenlied für den Nachwuchs bekommen. Davon konnte sich die riesige Fangemeinde im Leester Forum überzeugen, denn Frank Valet, Tobias Hanf, Jan Melzer und Sanna Nyman wurden bereits zum dritten Mal auf den Brettern der Kulturbühne mit riesigem Applaus begrüßt. Mitgebracht hatte das Quartett sein Geburtstagsprogramm zum 20-jährigen Bestehen der Formation. Statt einer Torte mit vielen Lichtern servierte sie tief verhüllte Mönche auf der Bühne. Deren Kutte wurde schon schnell Richtung irdischer Töne kraftvoll zur Seite geworfen und der gesangliche, wortreiche, schauspielerische, parodistische und komödiantische Wirbel startete.

„Damals gab es noch Kneipen ohne Rauchverbot, keinen Klingelton im Restaurant, und Clinton sagte „Monika“. Die Gruppe nahm das Publikum mit auf die Reise zwischen Märchen und Mythen und griff zur persönlichen Zeitreise tief in die Plattenkiste. Die Sänger begeisterten mit einem Mix aus Gesang und Komik. Sie präsentierten Ableger der deutschen Schlagerlieblinge aus vielen Jahrzehnten mit frech-witzigen und gesanglich bestens ausgestatteten Interpretationen. Da blieb kaum ein Auge trocken als beispielsweise ein Enrique Eglesias mit dicker Mütze und Sonnebrille erbärmlich weinte: „Mein Gott, ich fahr doch sonst nur Roller“. Die Ode an die fliegenden Grünkernbratlinge“ kitzelten mit fantastischen Stimmen des Quartetts die Lachmuskulatur beim vehementen Ruf „Flieg Bratling, flieg über Berg und Tal“.

„Lalelu“ zeigte keinen Respekt vor Interpreten, Komponisten und textlichen Möglichkeiten. Da musste auch ein Peter Maffay mit einer Interpretation seines „Es war Sommer“ dran glauben.

Die Akteure haben Zuschauerin Heide aus Lahausen spontan in ihr Stück eingebaut. Die Frau aus Weyhe saß in der zweiten Reihe und machte zur Freude des Quartetts ganz locker mit. Nun weiß die Fangemeinde, dass Elvis noch immer in Lahausen beliebt ist. Der plattdeutsche Song von „Lütt Lena so drall“ war neben dem frustvollen Koffergetrommel auf dem Bahnhof, den größten Hits der vergangenen 100 Jahre und der Stimmparodie von Tobias Hanf zwischen Bundestrainer Jogi Löw und Helmut Schmidt ein weiterer Höhepunkt. Da flogen die weichen und zuvor verteilten Stoffblumen aus der dann doch gefragten ersten Reihe zusammen mit BHs, Schlüpfern und Kuscheltieren zur Parodie eines großen Weltstars in Lederhosen.

Nach so viel gekonnter Stimmgewalt, herrlichen parodistischen Einlagen und ganz irren musikalischen Einfällen konnte das aus dem Häuschen gekommende Publikum „Lalelu“ nicht so einfach in die Nacht entlassen. Das durfte sich schließlich mit einem wunderschönen finnischen Lied nach mehreren Zugaben doch verabschieden.

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