Predigt am Sonntag in Leeste

Lahauser Landwirt hält Radio-Andachten sowie Gottesdienste op Platt

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Gerd Brüning schiebt auf seinem Hof in Lahausen eine Karre voller Mist vor sich her.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Was hat der nächste Gottesdienst in der Leester Marienkirche mit Radio-Andachten des Senders NDR 1 gemeinsam? Die Antwort gibt der Lahauser Landwirt Gerd Brüning am kommenden Sonntag ab 10 Uhr. Das Mitglied des Vorstands der Kirchengemeinde Weyhe hält zum ersten Mal in Leeste eine Predigt und gestaltet auch sonst den Ablauf. Sowohl die Gottesdienstbesucher als auch die vielen Tausend Radionutzer hören eine oder mehrere Episoden aus dem Leben in der Wesergemeinde, die Gerd Brüning erzählt – op Platt.

Wie bereits in einer Folge der Ende April gesendeten Andachten will der Lahauser eindrucksvoll schildern, wie die beiden Kirchenvorstände zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel sei der bevorstehende Gottesdienst. Die Idee dazu hatte Brüning zufolge Helga Friemel aus dem Leester Kirchenvorstand. Als Zeitpunkt hatte die Kirchengemeinde jenen Sonntag gewählt, an dem sowohl Pastor Ulrich Krause-Röhrs wegen der Auszeit für Studienzwecke (wir berichteten) und Holger Tietz wegen seines Urlaubs nicht zur Verfügung stehen.

Normalerweise hat Brüning auf seinem Hof viel zu tun: Tiere müssen versorgt, Felder bestellt werden. Und doch freut sich der Lahauser auf seine Aufgabe.

Der Landwirt hatte bereits aus einem plattdeutschen Gesangsbuch einige Lieder herausgesucht. „Es sind bekannte Melodien“, kündigt er an.

Seit sechs Jahren Autor für Andachten

Der Lahauser habe einen Draht fürs Weyher Platt, sagt er, deshalb muss er nicht groß überlegen und einen Text erst übersetzen. „Ich konnte schon immer gut mir Sprachen umgehen“, so Brüning. Im Gymnasium habe er bis zum Abitur Englisch, Französisch und Russisch gelernt – daheim kam Platt dazu. „Alle Familienmitglieder haben Platt gesprochen. Sie haben versucht, die Sprache von mir fernzuhalten“, sagte Brüning. „Aber das misslang.“

Egal, ob für den Gottesdienst oder fürs Radio: Nicht nur die norddeutsche Mundart begleitet ihn. Für Brüning gilt auch, dass er stets Handlungen verarbeitet, die er selbst erlebt hat. Das ist auch so für den Norddeutschen Rundfunk: Seit sechs Jahren zählt der Weyher zu jenem Autoren-Team, das Andachten, also Mini-Predigten, verfasst, die am frühen Nachmittag im Umfeld von Reportagen und Musik gesendet werden. „Ich bin für eine Woche verantwortlich. Dann ist für ein Jahr Pause.“

Abwechslung zum landwirtschaftlichen Alltag

Vor etwa einem Monat war der Weyher dran und thematisierte in einem Zweieinhalb-Minuten-Beitrag zum Beispiel sein neues Hüftgelenk, das im Februar eingesetzt worden war. In den anderen Zuspielungen ging es auch um die Themen Krankenhausaufenthalt, Kirchenvorstandswahlen und die Lahauser Bühne.

Der Landwirt spricht die Andachten nicht daheim ein, sondern fährt jedes Mal extra in das NDR-Studio in der Landeshauptstadt. „Alle Andachten werden nacheinander eingesprochen, dann geht es wieder heim.“ Reich könne man damit nicht werden. Es gebe 25 Euro plus Fahrkosten. Für den Protestanten zählt ohnehin etwas anderes: Ihm geht einerseits um die Abwechslung zum landwirtschaftlichen Alltag und andererseits um die die Möglichkeit, die christliche Botschaft zu verbreiten. „Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die es gibt und die es gut mit mir meinen.“

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