90-Jahre-Feier steht bevor

Die Lahauser Grundschule im Wandel der Zeit

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So romantisch wirkte die Schule: Edeltraut Zocher zeigt ein Gemälde einer älteren Gebäudeansicht. Die Aula und den Kindergarten gab es damals noch nicht

Weyhe - Von Sigi Schritt. Den Schulstandort in Lahausen gibt es laut Rektorin Edeltraut Zocher bereits seit 300 Jahren, ein Schulgebäude aus Ziegeln aber erst seit 90 Jahren. Diesen runden Geburtstag feiert die Lahauser Grundschule morgen mit einem Empfang und einem Schulfest.

Die Rektorin erinnert daran, dass am 15. November 1929 der Unterricht im neuen Gebäude aufgenommen wurde. Der damalige Neubau bildete den Kern des Gebäudekomplexes mit dem neuen Ganztags-Trakt samt Mensa, in dem derzeit 215 Mädchen und Jungen von insgesamt 14 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden.

Die Rektorin schildert den Wandel der Schule: Früher wurden die Mädchen und Jungen in einer Art Notschule unterrichtet. Sie befand sich in der Nähe der Hache. Nach Zochers Recherchen wurde das Gelände an den Kriegerverein für 305 Reichsmark verkauft. „Das ist der Vorläufer des Schützenvereins“, erklärt die Pädagogin. Aus ihrer Sicht sei es richtig, dass sich in der Nähe der Schule auch die Feuerwehr befindet, denn in der Geschichte brannte die Lahauser Schule zweimal ab. Das wundert Rektorin Zocher deshalb nicht, weil die Gebäude mit Öfen beheizt wurden, in die Kinder das Brennmaterial hineinlegen mussten. Unachtsamkeit habe die Brände ausgelöst. Dass die Wände aus Stroh und Lehm bestanden, habe die Ausbreitung der Flammen eher begünstigt. Feuer im Schornstein sei ebenfalls keine Seltenheit gewesen, so Zocher.

Dass die Schule zweimal wieder aufgebaut wurde, zeige, so Zocher, wie wichtig den Lahausern die Bildung ist. Die Idee, in diesem Ortsteil Weyhes eine Schule zu errichten, hatten 1722 die Familien Brüning und Evers. Sie starteten eine Eigeninitiative – eine allgemeine Schulpflicht gab es damals noch nicht. 1724 existierte bereits ein Rohbau, aber die Finanzierung war noch nicht ganz klar. Der Bau stockte.

Diese Pädagogen unterrichteten die Orientierungsstufen-Schüler. Einige von ihnen wechselten dann später an die KGS Weyhe in Leeste.

Die Geschichtsbücher weisen 1730 das „erste kombinierte Schulhaus“ für das Einzugsgebiet Lahausen, Jeebel und Barrien aus. Diese Schulgemeinschaft wurde aber 1932 aufgelöst. Im Zweiten Weltkrieg pausierte der Lehrbetrieb. Nach 1945 lernten dort die Kinder wieder etwas. Bereits 1951 wurde das Kerngebäude um einen Anbau erweitert. Die Aula und ein weiterer Trakt für Unterrichtsräume sowie für die Verwaltung sind 1966 dazugekommen. Im Wandel der Zeit veränderte sich der Standort. Zum Beginn des Schuljahres 1973/1974 zog die Orientierungsstufe in den Komplex ein. „1977 feierten wir den letzten Jahrgang der Hauptschule“, blickt Zocher zurück. Dann bestand die Schule nur noch aus der Orientierungsstufe. Die in Hannover angestoßenen Reformen wirkten bis nach Lahausen – so zog die Grundschule in das Gebäude ein. Die letzte fünfte Klasse 1988.

Die nächste große Veränderung erfolgte mit der Einführung des Ganztages. Das sei eine Trotzreaktion gewesen, denn die Leester Grundschule war Vorreiter, alle anderen Grundschulen der Wesergemeinde zogen nach, erinnert sich Zocher. Sie war damals aber noch in Kirchweyhe Lehrerin. Aus ihrer Sicht ist das Ganztagskonzept eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur weil ein Neubau mit Mensa den Altbau mit dem Trakt aus dem Jahr 1966 verbindet, sondern, weil die Zahlen gestiegen sind. Haben Eltern beim Start 2013 90 Kinder angemeldet, sind es jetzt 190 Mädchen und Jungen – Tendenz steigend.

Nicht nur die äußeren Hüllen veränderte sich, sondern auch die Inhalte des Lernens: Stand vor Jahren die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, geht es jetzt darum, Kompetenzen zu erwerben, um Wissen selbst anzueignen. „In der Berufswelt sollen Probleme auch gemeinsam gelöst werden. Die Kollegen müssen jetzt umdenken“, so Zocher. Doch das sei kein Problem. Die zuständigen Tester der Schulbehörde bescheinigen den Lahauser Lehrkräften gute Noten.

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