Lahauser Bühne zeigt turbulentes Stück

Erfolgreiche Premiere

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Die Lahauser Bühne nimmt das Publikum mit in Gaststube von Alwin und Alwine Knieper in Heidfeldsmoorhusen.

Lahausen - Von Heiner Büntemeyer. Die Premiere der Lahauser Bühne mit dem plattdeutschen Dreiakter „Piepen för de Peer“ war am Sonntag erfolgreich. Die Aula der Schule war ausverkauft – eine gute Kulisse für Regisseur Joachim Klocke die Besucher auf das Theaterstück einzustimmen. Es spielt in der Gaststube von Alwin (Guido Weckes) und Alwine Knieper (Gitta Heins) in Heidfeldsmoorhusen. Auch in diesem kleinen Heidedorf geht das „Kneipensterben“ um, weil die Gäste ausbleiben. Der einzige Stammgast ist der Gerichtsvollzieher Hinnerk Kruse (Joachim Kriesten), der auf der alten Wanduhr noch einen letzten „Landeplatz für einen Kuckuck“ findet. Das Hausmädchen (Christa Buldmann) findet das schön: „Nu hebbt wi endlich `n Kuckucksuhr“.

Gemeinsam finden Wirt, Gerichtsvollzieher und der Bürgermeister (Ingo Becker) einen Ausweg aus dem Dilemma. Die alte Kneipe bekommt einen attraktiven Namen und wird zur „Reitpension“ aufgepeppt. Tatsächlich melden sich Gäste an, und jetzt müssen der Gerichtsvollzieher und der Bürgermeister ihren Worten Taten folgen lassen: Sie übernehmen den Job als Reitlehrer und als Bonbon-Automatenaufsteller.

Die Gäste fühlen sich in der „Riedpension Heidschnuck-Klause“ tatsächlich sehr wohl. Aber die Zuschauer stutzen: Ist die „Madame Lafontaine“ tatsächlich ihre geliebte Akteurin Inge Scholz? Sie hat sich nämlich in eine schwerreiche französische Madame verwandelt, die mit ihrem Bruder (Joachim Klocke) und ihrer hübschen Nichte Claudia Fischer (Janine Zottmann) Urlaub macht. Der Bürgermeister umschmeichelt sie so heftig, dass das Hausmädchen aus Eifersucht ihren Job kündigt und damit das ganze Projekt gefährdet. Ein weiterer Gast, Peer Wallner (Detlef Plate), erscheint, der sich prompt in die hübsche „Claudine“ verliebt. Eigentlich soll er den Gerichtsvollzieher beobachten, der sich im Amt krank gemeldet hat. Es kommt, wie es kommen muss: Das ganze Lügengebäude fällt in sich zusammen, und endlich haut auch „Madame Lafontaine“ auf den Putz: „Twüschen Kavallerie un Gulaschkanone, dat hol ick nich dör“, poltert sie zum Vergnügen der Besucher endlich in ihrer Muttersprache los. Aber Ende gut, alles gut: Der Bürgermeister raspelt bei seinem Hausmädchen mit Erfolg wieder Süßholz, Peer Wallner bekommt die kleine Claudine und Madame Lafontaine sowie ihr Bruder greifen tief in ihre Geldbörse, damit sich Heidfeldsmoorhusen zu einem attraktiven Feriendorf mausern kann.

Es war eine gelungene Premiere, weil alle Akteure ihre Rolle glaubwürdig verkörperten. Sie agierten sicher auf der Bühne, die Dialoge passten und die Pointen saßen. Nach einem langen Applaus bedankte sich die Bühnen-Vorsitzende Inge Weinast mit Blumen bei den Darstellern und der Topusterschen Elke Kloke.

Schon lange bevor sich der Vorhang in der Aula der Grundschule Lahausen hob, hatte „Dididoktor“ die Besucher mit seinen Liedern unterhalten. Er forderte bei „Dat du mien Leevsten büst“ zum Mitsummen auf. In der Pause präsentierte er einen neuen Song, den er eigens für dieses Theaterstück geschrieben hatte: „Spring mien Wallach“. In diese stimmungsvolle Atmosphäre passte auch ein von Ingo Becker geschriebenes Lied, bei dem er sich selbst auf der Gitarre begleitete und das alle Voraussetzungen mitbringt, zur Lahauser „Bühnen-Hymne“ zu werden.

Mit diesem Stück geht die „Bühne“ jetzt auf Tournee. Bis zum 3. April sind in Weyhe und Umgebung elf weitere Aufführungen geplant, wobei für die Vorstellungen im Waldkater und im Februar in der KGS Leeste nur noch Restkarten zur Verfügung stehen.

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