„Lärmglocke über Weyhe verkleinern“

Dietrich Struthoff bewirbt sich um die Nachfolge Bovenschultes

Dietrich Struthoff lebt in Leeste, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Foto: Jantje Ehlers
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Dietrich Struthoff lebt in Leeste, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Es gibt viele Themen, die Dietrich Struthoff umtreiben. Der Weyher kritisiert zum Beispiel die wachsende Anzahl von Stadtvillen. Der leidenschaftliche Radfahrer bemerkt seit Jahren ebenso den zunehmenden Straßenverkehr als auch die fehlenden Parkplätze.

Weyhe - Der Geräuschpegel der Autobahn, der Eisenbahnstrecke Bremen-Osnabrück und die Geräusche des fließenden Lastwagen- und Pkw-Verkehrs haben für Struthoff eine lästige Lärmglocke entstehen lassen, die permanent über der Wesergemeinde hängt. Sie müsse verkleinert werden.

Mit Augenmaß will er für diese und andere Probleme Lösungen suchen. Als Diplom-Agraringenieur und Ökonom mit internationaler Erfahrung und langjähriger Unternehmer, vernetzt in die Politik auf Landes- und Bundesebene, möchte der Leester seinen Erfahrungsschatz als Bürgermeister einbringen, erklärt er. Deshalb bewirbt sich der Weyher Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende der Weyher Christdemokraten um die Nachfolge von Andreas Bovenschulte.

Die Unterstützung hat er von dem Weyher CDU-Verband. Außerdem hätten ihn viele Freunde und Mitglieder anderer Parteien vorgeschlagen zu kandidieren, nachdem der von Struthoff selbst ins Spiel gebrachte Bürgermeister-Kandidat Markus Pragal nicht mehr zur Verfügung steht – und somit auch kein ausgewiesener Verwaltungsfachmann.

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Ein Parteibuch war für Struthoff noch nie ein Kriterium. „Wichtig ist für mich, einen fähigen Bewerber für eine Aufgabe zu finden. Das war bei Frank Lemmermann und auch bei Andreas Bovenschulte, zwei Sozialdemokraten, der Fall“, so Struthoff. Er habe diese Personalien bei den vergangenen Bürgermeister-Wahlen gegen Widerstände aus den eigenen Reihen durchbringen und letztlich die Christdemokraten umstimmen können. Die Zeit habe gezeigt, dass er mit seinem Gespür richtig gelegen hat.

Der Weyher fühlt sich gerüstet, eine Verwaltung mit mehr als 500 Angestellten und Beamten zu führen. „Die Aufgabe als Bürgermeister ist es unter anderem, vereinfacht gesagt, die Fakten für die Probleme und Herausforderungen zusammenzutragen, die die Bürger bewegen, um diese gemeinsam mit dem Verwaltungsteam und den anderen Parteien anzugehen“, so Struthoff. Es gehe um den Finanz- und Personalbedarf. Die Arbeit sei ihm nicht fremd. Struthoff habe sowohl mit Bovenschulte als auch mit anderen Bürgermeistern und Gemeindedirektoren viele Lösungen erarbeitet, um die Gemeinde voranzubringen. „Ein Bürgermeister ist kein Einzelkämpfer. Er muss die Fachbereichsleiter und die Angestellten ebenso mitnehmen wie anderen Ratsmitglieder.

Wird Struthoff Bürgermeister, wird er nach eigener Aussage hauptsächlich die Suche nach den besseren Argumenten und Pragmatismus gelten lassen. Das habe er schon immer bewiesen, sagt er.

Nach seinem Studium in Göttingen hatte Struthoff mehrere Jahre im Nahen Osten gearbeitet – in Saudi Arabien, Kuwait und Kamerun – und dort unter anderem als Projektleiter sowie als Direktor mit Hunderten von Menschen mehrerer Nationen zusammengearbeitet.

Nach dieser Zeit war er selbstständig: Als Unternehmer baute er in Weyhe ein Hotel und führte es bis zur jüngsten Wirtschaftskrise. In den vergangenen zehn Jahren kümmerte sich Struthoff um den Anschluss von Neubaugebieten und Firmen an die Telekommunikationsnetze.

Viele Ideen möchte Struthoff in Weyhe umsetzen. So möchte er Kindergärten in die Nähe von Seniorenresidenzen platzieren, um Alt und Jung zusammenzubringen. Auch für das Klima und für die Umwelt müsse mehr als bislang getan werden, sagt der 64-Jährige. Der jüngst vom Rat beschlossene Klimavorbehalt sei völlig richtig. Er wisse, dass dieser Beschluss für die Politik und Verwaltung noch sehr unbequem werden könnte. Das sei jedoch kein Grund, sich nicht anzustrengen.

In Weyhe liege ihm unter anderem der Grundwasserschutz am Herzen. Nitrate gehören dort nicht hinein, so Struthoff. „Fehler der Vergangenheit holen nun die Politik ein.“ Vor vier Jahrzehnten sei Gülle auf den Feldern regelrecht ausgekippt worden, kritisiert der Weyher Christdemokrat scharf. Das wird noch nach und nach Wirkung entfalten.

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