Ehemaliger Ratsherr Gyntherr Flemming ist seit 70 Jahren Parteimitglied

Länger in der SPD als Willy Brandt und Helmut Schmidt

+
Gynther Flemming (l.) erhält vom SPD-Ortsvereinvorsitzenden Berthold Groeneveld und seine Stellvertreterin Astrid Schlegel unter anderem eine Ehrenurkunde und einen Präsentteller.

Jeebel - Von Katharina Schmidt. Gyntherr Flemming hat fast die Hälfte der Geschichte der SPD persönlich miterlebt. Er ist seit 70 Jahren Mitglied der Partei. Selbst die ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt konnten nie auf eine solch lange Zugehörigkeit zu den Sozialdemokraten zurückblicken. Für seine Treue erhielt der 90-Jährige gestern eine Urkunde, eine Ehrennadel, die in Weyhe selten verliehene Willy-Brandt-Medaille und einen Teller voll heimischer Produkte.

Der Ortsvereinsvorsitzende Berthold Groeneveld und seine Stellvertreterin Astrid Schlegel überreichten Flemming die Auszeichnungen und Präsente. Sie waren sich einig: Was der Jeebeler an Parteigeschichte miterlebt hat, ist beachtlich.

Alles hat damit angefangen, dass Gyntherr Flemming als junger Erwachsener einem Pächter dabei geholfen hat, eine Fläche für Kleingärten aufzuteilen. Der Pächter war in der SPD aktiv – und es dauerte nicht lange, bis Flemming ebenfalls ein Parteibuch besaß.

Er erlebte, wie sich Deutschland wandelte und neue Parteien wie die Grünen auf der Bildfläche erschienen. Der gebürtige „Kölsche Jung“ hat politische Entwicklungen aber nicht nur verfolgt, sondern – zumindest auf lokaler Ebene – auch mitgestaltet. Im Jahr 1956 wählten die Sudweyher ihn in ihren Gemeinderat. Dort war er zunächst bis 1959 tätig. Nach einer berufsbedingten Pause engagierte er sich ab 1972 bis 1974 erneut dort. Nach der Gemeindereform war er noch bis 1991 Teil des Weyher Gemeinderats.

Für seine „soziale Ader“ geneckt

Die damaligen Entscheidungen der Kommunalpolitiker haben das heutige Gesicht von Weyhe geprägt. Hätten sie sich anders entschieden, könnten heute am Geestfeld Hochhäuser stehen und das Freibad stünde vielleicht auf dem Mühlenkampgelände.

Gyntherr Flemming erzählt noch gerne von vergangenen Tagen. Zum Beispiel davon, wie Nachbarn die Straßen vor ihren Häusern Hand in Hand gebaut haben. Oder wie er damals von einem Arbeitgeber für seine „soziale Ader“ geneckt wurde.

„Ich bin immer für soziale Gerechtigkeit gewesen“, begründet Flemming seine Zugehörigkeit zur SPD. „Die gibt es nicht“, bedauert er. Als aktuelles Beispiel dafür führt er auf, dass Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung beim Arzt oft länger auf einen Termin warten müssen als Privatversicherte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Meistgelesene Artikel

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Kompaktsanierung der KGS Leeste gestartet

Kompaktsanierung der KGS Leeste gestartet

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Kommentare