Street-Art-Festival

Das ist Kunst – und kann weg

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Leeste - Von Katharina Schmidt. Ist das Kunst oder kann das weg? Auf die ehemalige Leester Gaststätte Amelung trifft bald beides zu. Bevor ein Abrissbagger das Gebäude im Rahmen der Ortskernsanierung dem Erdboden gleichmachen wird, wollen Künstler die Klinker mit Graffiti besprühen. Das Ganze soll beim Street-Art-Festival am Sonnabend, 16. September, geschehen.

Kulturbeauftragte Tina Fischer erklärt den Kerngedanken hinter der Aktion: „Die alte Hausfassade wird im neuen Gewand ein Symbol für die Neugestaltung in Hinblick auf die geplante Ortskernsanierung von Leeste.“

Gemeinde will neue Zielgruppen erreichen

Über die anstehenden Arbeiten will die Gemeinde mit Menschen ins Gespräch kommen – nicht erst durch das fertige Kunstwerk, sondern schon direkt beim Festival. „Wir können informieren und vielleicht auch die eine oder andere Idee aufschnappen“, meint Stadtplaner Steffen Nadrowski. Bei dem Street-Art-Festival erreiche die Gemeinde andere Zielgruppen als bei Ausschüssen oder Infoveranstaltungen.

Doch in erster Linie geht es am 16. September nicht um Bauplanung, sondern um Kunst. Leeste ist zum ersten Mal Austragungsort der Straßenkunst-Veranstaltung. Ab 14 Uhr wird in dem Ort, genauer gesagt an der Leester Straße 65, gesprüht, gerappt, gestaunt und musiziert. Der Eintritt ist frei.

Kunst darf anstoßen, irritieren und aufrütteln

Besucher können Profisprayern beim Arbeiten über die Schulter schauen – zum Beispiel, wenn sie gerade die ehemalige Gaststätte verzieren. Auf dem Teil der Fassade, der von der Straße aus sichtbar ist, entsteht ein durchkonzipiertes Kunstwerk. An den anderen Teilen können sich die Sprayer ohne Vorgaben austoben. „Man kann sich darauf verlassen, dass etwas Ordentliches entsteht“, ist sich Tina Fischer sicher. Nadrowski ergänzt: „Kunst darf auch anstoßen, sie darf irritieren und aufrütteln.“ Dem Stadtplaner zufolge wird das Graffiti etwa ein Jahr lang zu sehen sein. Danach weicht das Gebäude dem geplanten Leister Platz.

An Probierwänden darf jeder Besucher des Festivals selbst eine Sprühdose in die Hand nehmen. Wer Lust hat, kann vorher bei einem kostenlosen Workshop üben.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die sogenannte Battle-Box. Dabei treten mehrere Graffiti-Künstler gegeneinander an, indem jeder zu einem vorgegebenen Thema ein Bild sprüht. Die Uhr läuft dabei – nach zehn Minuten muss alles fertig sein.

Publikum wählt mit seinem Applaus den Gewinner

Das Publikum gibt die Themen vor und entscheidet per Applaus, welcher Sprayer gewinnt. Ein DJ sorgt für die passende Musik. Auch die Moderation liegt in fachmännischen Händen. Fest zum Festival gehört mittlerweile auch die plattdeutsche Hip-Hop-Gruppe „Blowm & Maddin un de Maudefaades“.

Während nachmittags auf dem Parkplatz vor der ehemaligen Gaststätte Amelung das Street-Art-Festival seinen Platz hat, findet im Hinterhof das Sommerfest der Musikschule Rothaus statt.

An das Street-Art-Festival schließt sich eine kleine Variante des Aufmucken-Konzertes an. Dabei treten drei Bands auf: „Dare Deep“, „The 6th Son of Andersen Lee“ und „Faakmarwin“.

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