Die Künstlerinnengruppe „Complex“ interpretiert das Thema „Tanz“ mit Bildern, Skulpturen und Objekten in Wassermühle

Feinheit, wie bei den alten niederländischen Meistern

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Die Künstlerinnen befassen sich mit dem Thema „Tanz“.

Sudweyhe - Von Dagmar Voss. Sich mit ihren Arbeiten in ihrer Gegensätzlichkeit zu zeigen, ist das Anliegen der Künstlerinnengruppe „Complex“. Ihre Installationen, Skulpturen, Objekte und Bilder bilden die neue Ausstellung mit dem Titel „Tanz“ in der Wassermühle. Mit ihren künstlerischen Interpretationen haben Christiane Doeker, Agnes Gerken-Lüllmann, Helga Kratzsch, Marianne Lindner, Ellen Schlichting, Dragica Schneider, Bärbel Walter und Svenja Warnke eine vielfältige Bandbreite in verschiedenen Disziplinen erstellt: Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Grafik. Geeint durch das Motto, das aber keinen Gruppenstil darstellt, präsentieren sie gleichzeitig ihre Individualität und Unverwechselbarkeit. Am Sonnabendnachmittag begrüßte die Kulturbeauftragte Tina Fischer die Gäste der Vernissage mit den Worten: „Sehr unterschiedlich sind die Werke, sicherlich weiß man gar nicht, wohin man zuerst gucken soll beim Betreten des Raums – aber das ist Absicht.“

In seiner Laudatio stellte sich Jost Funke, Professor an der Hochschule für Künste in Bremen, den Schöpfungen der acht Künstlerinnen aus Bremen, Achim, Oyten und Osterholz. Zunächst erinnerte er an den französischen Film „Acht Frauen“, doch sei das eine Komödie gewesen, in den Werken gehe es etwas ernster zu. Picassos Worte nutzte er, um tiefer einzusteigen: „Ich arbeite nicht nach der Natur, sondern vor der Natur und mit ihr.“

Alle acht hätten Lösungen für das Thema gefunden, die es vorher so nicht gegeben habe, so Funke. „Aber jede dekliniert den Begriff anders – jede hat eine persönliche Variante eines Kunstwerks mit drei wichtigen Elementen geschaffen, mit dem Sujet, der Gestaltung und dem Handwerk.“

Alle sprächen Emotionalität und Intellekt an in ihrer Gegensätzlichkeit. Eine bediene sich der Spurensicherung mit starkem biografischen Kontext, eine weitere sei der figurativen Kunst verpflichtet, eine andere der Rationalität einer konstruktivistischen Gestaltung.

Da sei ein Spiel mit verwirrenden Bildelementen zu finden oder Experimentierfreudigkeit in den Mini-Installationen in Objektkästen. Überraschende Materialien wie bei den Figuren aus Stoff sind zu sehen, oder widerstreitende wie bei den vier schwarzen Plastiken „Pas de Quatre“. Aber immerhin sind solch unterschiedliche Werkstoffe schon seit der Antike ein Merkmal der Kunst gewesen. Bei den Malereien fand Funke eine Feinheit und Differenziertheit, wie bei alten niederländischen Meistern.

Für eine interessierte Besucherin galt: „Das ist sehr spannend hier, Moderne und Altertümlichkeit, geometrische Formen und weiche Figuren, die an die Venus von Willendorf erinnern.“

Die Werke der Künstlergruppe sind noch bis zum 25. Oktober in der Wassermühle Sudweyhe zu sehen. Öffnungszeiten: sonnabends 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr.

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