Juniorwahl an der KGS Leeste

Kreuze per Computer gesetzt

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Für die Juniorwahl setzt die KGS Leeste auf Computer.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Noch bis heute Mittag haben Schüler ab der neunten Klasse an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Leeste die Möglichkeit, an der Juniorwahl teilzunehmen. Es ist ein deutschlandweites Schulprojekt zur politischen Bildung, das unter der Schirmherrschaft des noch amtierenden Bundestagspräsidenten Norbert Lammert steht. Die Vorschläge für die Bundestagswahl sind den Originalen nachempfunden: So können die Teilnehmer mit der Erststimme den Direktkandidaten bestimmen und mit der Zweitstimme die Liste der Parteien.

Die KGS ist eine von mehr als 3 000 Schulen im Bundesgebiet, die die jungen Menschen durch die Simulierung des Wahlvorgangs an die Prozesse der demokratischen Willensbildung heranführt und sie laut Wolfram Boberski, Didaktischer Leiter der KGS, auf ihre eigene Beteiligung am politischen System vorbereitet. Es sei nicht nur eine Abstimmung. Ziel der Juniorwahl ist laut zuständiger Fachbereichsleiterin Annika Nickel „das Üben und Erleben von Demokratie“. Elftklässler hatten die Wahl vorbereitet – und dabei unter anderem das Wählerverzeichnis erstellt, berichtet die Pädagogin.

Ihre Kreuze müssen die Schüler aber nicht auf Zetteln machen, sondern dürfen per Mausklick an den Computern voten, die sich im ehemaligen Sprachlabor der Schule befinden. Um die Rechner befindet sich ein allerdings ein Sichtschutz, um zu gewährleisten, dass die Wahl geheim bleibt.

Juniorwahl an der KGS Leeste - Foto: Ehlers

Vor dem Raum warten Schüler und passen auf, damit niemand mehrfach abstimmt. „Unsere Namen werden im Wählerverzeichnis abgehakt“, erklärte Alina Astl (17) das Prozedere. Die Zwölftklässlerin hatte eine Karte mit einem Code bekommen und durfte sich damit am Rechner anmelden.

Juniorwahl an der KGS Leeste - Foto: Ehlers

Auf die Frage, ob sie grundsätzlich den Einsatz eines Wahlcomputers befürworten würde, äußerte sich die 17-Jährige ambivalent: Einerseits gebe es immer Menschen, die einen Rechner manipulieren, andererseits benutze die jetzige Generation Handys und Tablets. Durch den Einsatz moderner Geräte werde es erleichtert, seine Stimme künftig abzugeben. „Die Wahlbeteiligung steigt“, glaubt die 17-Jährige.

Obgleich sie wegen ihres Alters nicht selbst an der Bundestagswahl teilnehmen darf, fordert sie ihre volljährigen Mitschüler auf, den Weg in die Wahlkabine anzutreten. „Mit den jetzt getroffenen Entscheidungen müssen wir in der Zukunft leben.“ Das Desinteresse einiger Schüler könne sie nicht nachvollziehen, so Astl. „Wer sich weder engagiert noch zur Wahl geht, darf sich nicht wundern, wenn der Bundestag Gesetze beschließt, die einem nicht passen.“

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