Verwaltung stellt Großprojekte vor

Kreisel als Eingangstor für die gute Stube Weyhes gewünscht

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Noch eine Brachfläche: die am Reformationsfeiertag aufgenommene Westseite des Kirchweyher Bahnhofs. Das soll sich laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte in den nächsten Jahren ändern.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Fast dreieinhalb Stunden hat die Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend im Weyher Rathaus gedauert. Es ging dabei um nicht weniger als um mehrere Vorhaben im Gesamtwert eines zweistelligen Millionenbetrages.

Auch wenn es vorerst nur eine Ideenfindung ist, die unterm Strich am Ende von vier Ausbaustufen mindestens 4,6 Millionen Euro kosten könnte, will die Verwaltung laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Westseite des Kirchweyher Bahnhofs langfristig verwandeln.

Eine Studie hält schon mal fest, wohin die Reise gehen könnte: Rückbau der Gleise und der Panzerrampe, mehr Parkplätze, eine Wendeschleife für die Linie 8, Bahnsteige für die Straßenbahn und für den Pingelheini-Zug (wir berichteten). Damit nicht genug. Architekt Roland Neumann von der Berliner Agentur Bahnstadt will den Zugang zum Mittelbahnsteig ansprechender gestaltet wissen und einen Platz zum Verweilen entwickeln. 

Er macht deutlich, dass alle Umbauten Sache der Gemeinde seien. Die Deutsche Bahn werde sich wohl finanziell nicht beteiligen, um den Zugang zum Gleis zu verbessern. Neumann plädierte für einen Aufzug. Eine immer wieder diskutierte Rampe verbrauche zu viel Platz und müsse zwingend überdacht werden – das sei im Vergleich zu einem Aufzug teurer.

Busverkehr soll auf Ostseite bleiben

Der Busverkehr sollte seiner Ansicht nach auf der Ostseite bleiben – nur der Bürgerbus dürfe einen neuen Anlaufpunkt bekommen.

Dem Fahrrad will die Berliner Agentur mehr Raum zur Verfügung stellen – hübsch gestaltete und gesicherte Unterstellflächen sollen auch vor Diebstahl und Vandalismus schützen. Neumann sprach sich außerdem gegen ein Parkhaus aus, was einmal auf der P&R-Fläche nahe des Kirchweyher Hofs angedacht war. 

Er glaubt, dass es in den nächsten Jahren andere Mobilitätskonzepte gibt, wobei Autos als eine Art Busverkehr autonom unterwegs sind und Menschen zum Bahnhof bringen. Die Folge: Parkplätze würden eher wegfallen. Für diese geäußerte Prognose erntete er spontanen Applaus.

„Wenn man keine Planung mit einer langfristigen Perspektive hat, dann beginnt man mit Einzelmaßnahmen.“ Die würden sich aber nicht immer zu einem schönen Gesamtbild zusammenfügen, kommentierte der Bürgermeister die Studie. Dennis Kipker (CDU) begrüßte die Ideen, die laut Kipker auf einen Antrag seiner Fraktion beruhen. Er hofft, dass die Planer die Elektromobilität für Autos und E-Bikes berücksichtigen.

Acker zentrumsnah umgestalten

Ein großes Schwergewicht bildet die Umgestaltung eines zentrumsnahen Ackers zu einem Areal, auf dem laut Steffen Nadrowski 100 Wohneinheiten und ein Inklusionshotel an der Kreuzung Lahauser Straße / Hauptstraße mit 80 Zimmern im Drei-Sterne-Standard entstehen könnten. Der Ausschuss empfahl dem Rat einstimmig, ein Bauleitplan-Verfahren auf den Weg zu bringen. Annika Bruck von den Grünen regte an, ein Nahwärmenetzwerk zu prüfen.

Zuhörer äußerten sich zum Vorhaben positiv. Ein ehemaliger Lehrer regte an, Hotel und Häuser so zu platzieren, dass die Kreuzung zu einem Kreisel umgebaut werden könnte. „Wir denken darüber nach, müssen jedoch mit Dritten verhandeln.“ Der Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski spielte damit auf die Straßenbaulastträger Landkreis und Land an.

Nicht so viel Geld und schneller umsetzbar könnte die viermonatige Testphase für die Einbahnstraßen-Regelung rund um den Marktplatz sein. Wenn der Rat zustimmt, könnte der Verkehr bereits zum Weihnachtsmarkt neu geführt werden. Ziel ist es laut Planer Max Serzisko, immer wieder vorkommende Konflikte zu entschärfen.

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