Kreis will mobilen Blitzer für 60.000 Euro anschaffen

Premiere in Weyhe: Neues Radargerät blitzt ab Mai

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Niels Thomsen, Andreas Bovenschulte und Cord Bockhop inspizieren das Innenleben des Radarwagens.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, will der Landkreis auf Initiative der Gemeinden Stuhr und Weyhe für 60000 Euro einen mobilen Blitzer kaufen, der laut Landrat Cord Bockhop frühestens im Mai erstmals seinen Dienst verrichten kann. Anders als die fest verbauten Messanlagen, die derzeit in zwei Fahrzeugen installiert sind, könne dieses mobile Gerät überall aufgestellt werden, nennt Bockhop einen wesentlichen Vorteil.

Niels Thomsen, Andreas Bovenschulte und Cord Bockhop vergleichen die Angebote für einen mobilen Blitzer mit dem Innenleben des Radarwagens.

Von der Überlegung der Weyher Politik, zur Not selbst einen Blitzer anzuschaffen und ihn in Eigenregie zu betreiben, falls der Kreis keine dritte Radarfalle hätte anschaffen wollen, war gestern keine Rede mehr. „Vorsorglich hatten wir Geld für eigene Technik (Anm. d. Red: 110000 Euro) bereitgestellt“, so Bürgermeister Andreas Bovenschulte, doch alle Anträge favorisierten „eine gemeinsame Lösung mit dem Kreis“. Die liegt nun vor. Die bisher verwendeten Radaranlagen haben den Nachteil, nicht überall eingesetzt werden zu können. Um laut Bockhop für die Verwaltung eine gerichtsfeste Messung zu garantieren, müssten die Mitarbeiter seit vielen Jahren gewisse Vorgaben einhalten. „Dazu zählt, den Wagen parallel zur Straße auszurichten.“ Obwohl die Bürger die öffentliche Hand immer wieder aufgefordert hätten, an besonders sensiblen Stellen, zu blitzen, habe die Verwaltung den Forderungen nicht immer nachkommen können, bedauerte Bockhop. Das neue Gerät könne jetzt auch in Kurven, an Baustellen oder an Steigungen die Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer kontrollieren. „Ja, es sei sogar möglich, dass der Landkreismitarbeiter das Gerät mit dem Rad zur Einsatzstelle transportiert. Die Ausrüstung passt in einen Koffer.“ Somit könne die Verwaltung jedes Fahrzeug verwenden. „Autofahrer müssen künftig überall damit rechnen, kontrolliert zu werden.“

Die Kamera des Blitzwagens.

Gab es bislang 37 Kontrollstellen in Weyhe und 46 in Stuhr, wird sich die Anzahl erhöhen: In Weyhe um 23 und in Stuhr um 17. Unterm Strich kommen also 40 Standorte hinzu. Mit dem Kauf der mobilen Anlage schafft der Landkreis weiterhin die Voraussetzung, an einer Messstelle künftig beide Richtungen zu überwachen. Bürgermeister Andreas Bovenschulte glaubt an eine signifikante Verbesserung der Sicherheit, wenn die Verstöße der Geschwindigkeitsregeln auch an den sensiblen Stellen geahndet werden. Das hätten sich viele Menschen in den Bürgergesprächen gewünscht, merkte der Verwaltungschef an. Sein Stuhrer Amtskollege Niels Thomsen stimmt zu. „Die Autofahrer fahren auch an sicherheitsrelevanten Stellen wie Schulen und Kindertagesstätten zu schnell“, sagt Thomsen.

Der Blitzwagen, der zu diesem Sitz gehört, soll noch drei Jahre durchhalten. Die Mitarbeiter, die künftig das mobile Radargerät nutzen, können jeden Wagen und sogar ein Fahrrad benutzen.

Die neue Kamera soll zunächst in der Wesergemeinde, dann bei den Nachbarn und später im Rest des Kreises eingesetzt werden, so Bockhop. Der Landrat betont, dass in seinem Haus weder jemand „eine Prämie“ bekommt, noch sich jemand an den Bußgeldern bereichert. Autofahrern, die die Blitzer grundsätzlich in Frage stellen, entgegnet der Landrat, dass das eingenommene Geld die Anschaffung der Ausrüstung, den Betrieb des Autos, die Arbeitsleistung der Beschäftigten vor Ort und in der Verwaltung ebenso finanziert wie die mögliche Rechtsverfolgung. Der Rest komme den Bürgern zugute: Beispielsweise unterstützt der Kreis die Verkehrswacht und bezahlt Schulungen. Stichproben mit den Radarmessgeräten finde er persönlich besser als eine lückenlose GPS-Überwachung, die technisch realisierbar sei und wobei der „Bußgeldbescheid nach jeder Fahrt theoretisch gleich ausgeworfen wird“. Nur eines kann der neue Blitzer noch nicht: Das Kennzeichen von Motorrädern erfassen.

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