33 kreative Köpfe und 15 Stationen

„Kunst & Rad“: Breite Kunst-Leistungsschau

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Malerin Anke Eylers in ihrem neuen Atelier in Erichshof. Das farbenprächtige Acrylgemälde einer Frau auf dem Markt in Baguio auf den Philippinen ist eines ihrer neuesten Werke. 

Weyhe - Von Rainer Jysch. Kunstinteressierte hatten in der Gemeinde Weyhe am ganzen Wochenende die seltene Gelegenheit, zahlreichen Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern zu schauen. „Bei 33 Künstlern an 15 Stationen, die durch zwei Fahrradtouren verbunden sind, können die Besucher entdecken, was es für Schätze in der Gemeinde gibt“, teilte die Kulturbeauftragte Hedda Stock mit.

Gleichzeitig mit dieser Veranstaltung ging auf dem Freigelände neben der Sudweyher Wassermühle das 15. Bildhauersymposium über die Bühne, bei dem elf Künstler ihre Fertigkeiten zeigten (siehe Artikel auf dieser Seite).

Die von den Gästeführerinnen geleiteten Radtouren starteten am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr zu den einzelnen Kunststationen. Auf zwei Strecken mit insgesamt 29 Kilometern ging es dabei vorbei an roten oder blauen Luftballons, die aufgereiht wie auf einer Perlenkette die Pfade durch fast alle Ortsteile der Gemeinde markierten.

„Eine breitere Leistungsschau in Verbindung mit sportlicher Betätigung kann es gar nicht geben“, wandte sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte an die „Freunde der Kultur und des Radfahrens – und der Kombination von beidem.“ Im Rahmen der Auftaktveranstaltung bei der Alten Bahnmeisterei am Kulturgleis präsentierte das Gesangstrio „Syringa Sisters“ deutsche „Schlager von damals und heute“.

Gleich nebenan hatten Lilian Brüning, Jürgen Kehlenbeck, Rainer Schmidt und Marianne Sfalange in der Werkstatt des Dampflok Fördervereins Goldschmiedearbeiten, Gedrechseltes, Reise-fotografien und Gemälde ausgestellt. Zum Teil hatten die Künstler ihre Objekte kombiniert. So wurden Fotos eines indischen Schuhmachers von Rainer Schmidt und das Werk der Malerin Marianne Sfalange zu einem neuen Ganzen namens „Schusters Rappen“ verschmolzen.

In einem wunderschönen Bauerngarten nicht weit hinter dem Weyher Rathaus zeigten Ina Enders und Irm Huttenlauch ihre Kunstobjekte aus rostigem Stahl, spanischem Alabaster und Holz. Unter freiem Himmel gab es dazu für die Gäste Kaffee und Kuchen.

Die Malerin Anke Eylers aus Erichshof hat sich an der Allerstraße erst zu Beginn dieses Jahres ein neues Atelier eingerichtet, in dem sie auch Malkurse für Kleingruppen gibt. Erst vor zehn Jahren hatte die 64-Jährige ihre Liebe zur Malkunst wiederentdeckt und gibt ihr Wissen nun an andere weiter. „Ich bin ein bisschen pingelig“, beschreibt sie scherzhaft ihre Unterrichtsmethode.

Großformatige Ölbilder gab es in den Ateliers von Sybille und Manfred Hentschel in Melchiorshausen zu bewundern. Martin Lück war mit seinen Söhnen Lorin (16) und Lunas (4) zu Besuch und ließ sich vom Künstlerehepaar dessen Maltechniken erläutern. Viele Pferdeportraits zieren die Wände von Manfred Hentschels Arbeitsplatz. Er ist gerade dabei, den Zieleinlauf eines siegreichen Galoppers auf die Leinwand zu bannen. Andere Werke des Künstlers zeigen, wie sich die Natur den von Großstädten beanspruchten Raum zurückholen könnte.

Die von der Kulturabteilung aufwendig organisierte und vom Landschaftsverband Weser-Hunte unterstützte Veranstaltung gab einen umfassenden Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Künstler in Weyhe.

Bereits 2011 hatte die Gemeinde in einem kleineren Rahmen an der landkreisweiten Aktion „Straße der Kunst“ teilgenommen. Auch bei der jetzt abgeschlossenen Veranstaltung „Kunst & Rad“ zeigten sich die Besucher vor allem von der Vielfalt und der hohen Qualität der Kunstwerke begeistert.

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