Kräuterwanderung mit Lehramtsanwärterin Ulrike Paschedag beim Nabu

„Wenn etwas giftig ist, dann sage ich es schon rechtzeitig“

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Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger (4.v.l.) stellt den Teilnehmern einer Kräuterwanderung die Referentin Ulrike Paschedag (Mitte) vor.

Leeste - Von Heiner Büntemeyer. Ob sie mit einem anderen Blick durch die Landschaft geht als andere Menschen? Ulrike Paschedag lacht. Sie kennt sich mit Wild- und Gartenkräutern bestens aus. Deshalb ist es auch egal, ob diese am Wegesrand, auf der Wiese oder im Wald wachsen.

Am Sonnabend hatte der Weyher Naturschutzbund (Nabu) die junge Lehramtsanwärterin für eine geführte Kräuterwanderung engagiert. Es war nicht ihre erste Führung auf dem Gelände des Böttchers Moores und dem angrenzenden Lehrpfad. Die an Kräuterkunde interessierten Teilnehmer hatten offenbar sehr positive Erinnerungen daran, denn der Andrang war so groß, dass sie nacheinander zwei Führungen unternahm. Trotzdem musste Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger noch einige Interessenten auf einen späteren Termin vertrösten.

Ulrike Paschedag ermutigte die Teilnehmer, unterwegs ruhig alle Kräuter zu probieren. , fügte sie hinzu.

Die erwanderte Strecke war nicht sehr lang, trotzdem dauerte sie fast zwei Stunden, denn es gab sehr viel zu entdecken. Zu den meisten Kräutern, die sie vorstellte, gab es auch gleich Rezepte. Die Zuhörer erfuhren, wie die Kräuter verwendet werden können und wie sie verarbeitet werden müssen. Einige Kräuter werden als Salate roh zubereitet oder in Quiches verarbeitet, andere werden getrocknet oder gehackt.

Ulrike Paschedag beschrieb auch den Geschmack der Pflanzen. So schmeckt die Vogelmiere intensiv nach Erdbeere, der Gundermann nach Petersilie, das Klettenlabkraut nach Zuckermais und die Platterbse nach Erbse. Besonders intensiv ist der Geschmack im Frühjahr, wenn die jungen Blätter sprießen. So machten sich einige Teilnehmer auch fleißig über das „Grünzeug“ her, um sich selbst von dem Geschmack zu überzeugen.

Natürlich kannten auch einige der Zuhörerinnen Rezepte für bestimmte Kräuter und ergänzten die Hinweise von Ulrike Paschedag. Einige klangen richtig verführerisch. So sollten die Blätter des Gundermann in heiße Schokolade getaucht, „unvergleichlich“ schmecken. Interessant waren auch die Hinweise auf die frühere Verwendung von Kräutern. So wurde das Labkraut für die Käse-Herstellung genutzt, und getrocknete Löwenzahnwurzeln dienten als Kaffee-Ersatz. Besonders aufmerksam hörten die mitwandernden Herren zu, als es um die Verwendung der hellgrünen Spitzen der Nadelbäume ging, die nicht nur ein aromatischer Badewasser-Zusatz sind, sondern in Wodka angesetzt nach etwa drei Wochen einen würzigen „Waldschnaps“ ergeben. Hilfreich ist Wodka auch bei der Herstellung von beruhigenden Baldrian-Tropfen. Dazu nannte ein Ehepaar sogar genaue Mengenangaben: 140 Gramm gehackte Baldrian-Knollen müssen in 0,7 Liter Wodka gegeben werden. Das Ganze muss vier Wochen stehen bleiben und dann abgegossen werden. Dann hat sich der Wodka in Baldrian-Tropfen verwandelt, von denen man abends 30 Tropfen nehmen sollte, um angenehmen Schlaf zu finden.

Es war sehr kurzweilig, weil Ulrike Paschedag ihren Zuhörern auch das Schöllkraut zeigte, das zwar giftig ist, das aber angeblich gegen Warzen hilft. „Oder auch nicht“, wie sie hinzufügte.

Sie zitierte auch Astrid Lindgrens „Kinder aus Bullerbü“, die davon überzeugt waren, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen, wenn sie mit einem Atemstoß sämtliche „Fallschirme“ von einer „Pusteblume“ fortblasen konnten.

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