Kontrastreiches Debüt von „Voximile“

Schwerer Kost folgt Derbes

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„Voximile“ sind (v.l.) Jonathan Harjes (Tenor), Sebastian Benkel (Alt), Max Börner (Bariton) und Fabian Bamberg (Bass).

Kirchweyhe - Von Angelika Kratz. Premiere feierte das A-cappella-Ensemble „Voximile“ am Freitagabend in der Kirchweyher Pfarrscheune. Mitgebracht hatten die vier fröhlichen Herren nicht nur ihre wunderschönen Stimmen in den Lagen Tenor, Altus, Bass und Bariton, sondern auch ein sehr anspruchsvolles Programm.

Das überraschte besonders in der ersten Hälfte des gut eineinhalbstündigen Konzerts so manchen Zuhörer. Das Quartett nahm die Gäste mit auf eine musikalische Reise in die Renaissance mit geistlichen Werken des 15. und 16. Jahrhunderts. Im Kontrast dazu die lockere Moderation.

Den Auftakt machte „Gratias agimus tibi“ des deutschen Komponisten Hans Leo Hassler (1564 bis 1612), gefolgt vom „Kyrie“ aus der „Missa mi-mi“ des franko-flämischen Komponisten Johannes Ockeghem (1420 bis 1497). Als „durchaus angesagten Mann“ ob seiner Fairness und Gutherzigkeit beschrieben die Sänger Ockeghem. Es folgten im Lauf des Abends weitere Auszüge aus seiner Missa mi-mi. Nach dem „Gloria“ von Ockeghem, dem nach eigener Aussage „Prüfstein“ für das Quartett, hörte das Publikum Motetten der beiden bedeutenden spanischen Komponisten der Renaissance, Christóbal de Morales (1500 bis 1553) und Thomás Luis de Victoria (1548 bis 1611). „Bei den kleinen Motetten können wir uns durchmogeln, aber bei anderen Stücken erleben wir, woran wir sind und was noch gemacht werden muss“, ließ sich der Gemeindesaal gerne auf die Prüfung ein und bestätigte deren erfolgreiches Bestehen mit Applaus.

Erst im Spätherbst 2014 hat sich die Formation mit Jonathan Harjes (Tenor), Sebastian Benkel (Altus), Max Börner (Bariton) und Fabian Bamberg (Bass) zusammengefunden. Zwischen Anfang 20 und Ende 30 Jahre alt sind die Mitglieder, die zwar unterschiedliche Berufswege absolviert oder erst in Aussicht haben, die aber die Begeisterung am A-Capella-Gesang verbindet. Die Musik aus der Renaissance sei geradezu ideal für ihren vierstimmigen Gesang.

Nach einer kurzen Atempause verließ „Voximile“, eine Wortverbindung von „Vox“ (Wort/Stimme) und „simile“ (ähnlich), das eher strenge geistliche Repertoire. Da wurden mit Michael Bach (1648 bis 1694) Ausflüge in den Barock unternommen, und nach der eher schweren Kost des ersten Programmteils zauberten die oft derben Wirtshauslieder ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörerschaft. Den flotten und mitunter sehr freizügigen Texten wusste das Quartett so manche Anekdote der Komponisten beizufügen. Die zweite Programmhälfte hatte die richtige Portion Leichtigkeit. Und dass die Vier „auch total anders können“, bewiesen sie mit den „Comedian Harmonists“ als Zugabe.

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