Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg begrüßt neue Beamte

„Keine Sendung vom Großstadtrevier verpasst“

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Johann-Dieter Oldenburg (2.v.r.) und Holger Baur (r.) begrüßen im Leester Kommissariat neue Beamte: Maximilian Höge, Jan-Sidney Stünkel, Yannick Holstein, Dennis Großpietsch, Viola Ruberg und Nathalie Rozycki.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Das Kommissariat in Leeste hat Verstärkung bekommen: Polizeichef Johann-Dieter Oldenburg und Einsatz- und Streifendienstleiter Holger Baur haben jetzt zehn junge Ordnungshüter im Alter zwischen 22 und 32 Jahren in ihren Reihen begrüßt.

Seit Anfang Oktober versehen Vanessa Dreier, Lisa Backes, Viola Ruberg, Nathalie Rozycki, Jan-Sidney Stünkel, Tjark Key, Yannick Holstein, Erich Möllmann, Christoph Hencke und Maximilian Höge ihren Dienst in der Wesergemeinde.

„Wir haben personelle Verstärkung bekommen, weil die Polizeidirektion neun Kollegen unter anderem heimatnah versetzt hat und wir Objektschutz für das Bundeskriminalamt leisten müssen“, begründet Polizeichef Oldenburg die Aufstockung seines Personals um einen Beamten. Insgesamt beschäftigt das Kommissariat 82 Menschen – 73 Beamte, einen Arbeiter und acht Angestellte.

In der Gruppe der neuen Polizeikommissare ist Jan-Sidney Stünkel der einzige, der in der Wesergemeinde aufgewachsen ist. Er hatte vor vielen Jahren ein Praktikum und nach bestandenem Polizei-Test ein Bachelor-Studium absolviert, sagt Oldenburg.

„Es ist ein abwechslungsreicher Beruf“, findet Stünkel. „Ich weiß, was mich erwartet und dass der Job eine hohe Flexibilität fordert.“ Der Weyher stammt aus einer Großfamilie und ist es gewohnt, mitzuhelfen und anzupacken, wo es notwendig ist. Der 27-Jährige hatte schon als Kind den Beruf des Ordnungshüters im Visier. Er glaubt, dass das Studium ihn und seine Kollegen „gut auf die Aufgabe vorbereitet hat, auf Streife zu gehen“. Denn als Beamter habe er unter anderem auch Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Der Weyher gibt ein Beispiel: In einigen Ländern sei der Körperkontakt während eines Gesprächs völlig normal. „Der Griff auf die Schulter gehört möglicherweise dazu und könnte in bestimmten Situationen besser ankommen, als wenn man als Beamter einen Konfrontationskurs einschlägt.“

Das bei der Polizei integrierte Studium hat für die Abiturienten einen hohen Wert, sagt Oldenburg. Die Absolventen sind fit in verschiedenen Rechtsgebieten, können einfühlsam Gespräche führen und bekommen viel Hintergrundwissen, um Konflikte mit Menschen zu schlichten, die beispielsweise einen Migrationshintergrund haben. Das kann Absolvent Maximilan Höge, 22, aus Heide in Schleswig-Holstein bestätigen. „Man wird speziell darauf geschult, für gelingende Kommunikation Empathie zu erlangen.“

Wie Stünkel hat auch Yannick Holstein sein Studium in Oldenburg abgeschlossen. Der 23-Jährige aus Hagen im Bremischen: „Ich wollte zu einer Dienststelle, die in der Nähe einer Großstadt liegt. Ich könnte mir vorstellen, hier länger zu bleiben.“

Die Delmenhorsterin Viola Ruberg, 22, wollte keinen 08/15-Job: „Die Polizei hat am besten zu mir gepasst.“ Das sieht die gleichaltrige Nathalie Rozycki aus Hann. Münden ebenfalls so. Sie wollte seit frühester Kindheit zur Polizei. Im Alter von 15 Jahren hatte sie sich nach der Realschule beworben. Die Beamtin absolvierte die Oberschule, gewann erste Erfahrungen im Polizeivollzugsdienst und studierte in Hann. Münden. Die 22-Jährige wurde nach bestandenem Studium von dort nach Weyhe versetzt.

Nur Dennis Großpietsch absolviert eine sogenannte Personalentwicklungsmaßnahme und fungiert als Dienstschichtleiter. Seine Motivation zur Polizei zu gehen? „Ich habe als Kind keine Sendung vom Großstadtrevier verpasst und war ein Fan von Dirk Matthies.“ In Weyhe herrsche ein ländlicher Umgang, so der 32-Jährige. Der Ton in der Wesergemeinde sei erheblich entspannter als der in der Stadt. „Weyher pflegen eine gute Nachbarschaft. In der Stadt sind die Bewohner eher auf sich selbst fokussiert. Der Vorteil: Aufmerksame Nachbarn rufen schon mal an, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken. Das hilft uns bei der Arbeit.“

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