„Weyhe total“-Party im September

Das Kofferradio bleibt aus, Stimmungspegel fährt hoch

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Die Gruppe „Bounce“ bietet laut dem Fotografen dieses Bildes auf Gut Varrel 2015 eine Bon-Jovi-Show vom Feinsten.

Weyhe - Von Philipp Köster. Es war im dritten Jahr von „Weyhe total“: Die legendären „Mushroams“ sollten loslegen, da ergoss sich über den Kirchweyher Marktplatz ein Unwetter wie zu Noahs Zeiten. Das Problem: Es gab kein Zelt.

Die Sorgen, ob das Wetter auch vom 9. bis 11. September dieses Jahres hält, muss sich Marktplatz-Vereinschef Heinz-Hermann Kuhlmann nicht mehr machen. Denn seit dem ins Wasser gefallenen Auftritt der „Mushroams“ behütet ein großes Zelt die Gäste des großen Party-Wochenendes. Weil es seit damals bei dem Fest nicht mehr groß geregnet hat, hat Kuhlmann kurz überlegt, ob er im kommenden Jahr zum 20. Geburtstag des Marktplatzes „Weyhe total“ wieder als Komplett-Freiluftveranstaltung durchzieht. „Aber nachher hauen die uns noch einen rein und es schüttet wieder“, traut der Organisator Petrus & Co. nicht über den Weg. Es wird 2017 genauso ein Zelt geben wie in diesem Jahr.

Und dieses Zelt ist auch wieder 25 statt 20 mal 30 Meter groß. Im vergangenen Jahr war das bewährte mit den kleineren Ausmaßen nicht verfügbar. Also musste Hermann Kuhlmann aufrüsten. Aus der Not geboren, hat sich die Vergrößerung als Volltreffer erwiesen. „Die Beschallung ist noch besser, und die Leute sind näher dran – das kam super an.“

Doch das größere Zelt ist natürlich nur eine Nuance. Ansonsten hat der Marktplatz-Vereinsvorsitzende nicht viel geschraubt am Drumherum, höchstens, dass jetzt im Zelt diverse Getränkestände stehen und außerhalb nur noch einer, abgesehen vom Pfälzer Weintreff. Dort finden sich auch die vom Weihnachtsmarkt bekannten Speisestände.

Heinz-Hermann Kuhlmann freut sich auf die Neuauflage von „Weyhe total“.

Als weitere notwendige Randbedingungen zählt Kuhlmann auf, dass der aus dem Weserstadion bekannte Sicherheitsdienst Elko gebucht ist und auf dem Festplatz für Ordnung und einen reibungslosen Ablauf sorgt. Außerhalb des Areals sieht die Polizei nach dem Rechten. Durch die Umzäunung, die Wacht der Ordnungshüter und das Kassieren von Eintrittsgeldern sei bei „Weyhe total“ in der Vergangenheit nichts mehr vorgefallen. Apropos Eintritt: Karten für die Sause gibt es im Vorverkauf im Weyher Theater und im Teekontor am Markt. Ein Kombiticket für den Freitag und den Sonnabend kostet erneut zehn Euro, eine Karte für einen der beiden Tage sechs Euro. An der Abendkasse ist nur ein Billet für den jeweiligen Abend zu erstehen, und zwar für acht Euro. Es gibt verschiedene Armbändchen mit unterschiedlichen Farben, damit der Sicherheitsdienst sehen kann, wer bezahlt hat. Schließlich beginnt an beiden Tagen ab 19 Uhr eine Einlasskontrolle, während am Freitag zur Eröffnung um 18 Uhr bei Freibier, Sonnabendnachmittag und am gesamten Sonntag freier Eintritt gilt.

Kuhlmann rät, rasch zu handeln, denn im vergangenen Jahr war der Freitag ausverkauft. Und der Sonnabend wäre es womöglich auch gewesen, wenn ein Radiosender nicht wegen eines kurzen Aufmarschs von Neonazis beim parallel veranstalteten Integrationsfest vermeldet hätte, „Weyhe total“ sei abgesagt worden.

Laut Kuhlmann lohnt sich die Investition in die günstigen Karten allemal: Am ersten Abend spielt gegen 21 Uhr in „Bounce“ eine Jon-Bon-Jovi-Tributband, die es in sich hat. Viele Gäste werden sich noch an den begeisternden Auftritt der Profiformation beim letzten Festival „A heart for Stuhr“ im vergangenen Jahr erinnern.

Einen Tag später heißt es dann „Party pur“: Ebenfalls um 21 Uhr will die Spaß-Truppe „Zack Zillies“ das Zelt zum Kochen bringen. Die musikalische Bandbreite ist riesig: Laut Ankündigung spielt das Quintett Hits von Nena bis Robbie Williams, von den Blues Brothers bis zu Helene Fischer.

Dass es an beiden Abenden hoch hergeht, steht für Kuhlmann außer Frage. Doch dank der modernen Technik „fallen die Bässe nach 20 bis 30 Metern deutlich ab“, so dass sich die Lärmbeeinträchtigungen in Grenzen halten sollten. So viel sei allerdings auch klar: „Wir können das Ganze nicht mit einem Kofferradio machen.“ 2015 habe es aber auch keine einzige Beschwerde gegeben, nachdem Kuhlmann in früheren Jahren zum Teil derart zermürbenden Diskussionen mit einigen Anwohnern führen musste, dass er „Weyhe total“ auch schon mal hat ausfallen lassen.

Beschaulicher geht es am Sonntag zu: Nach einem traditionell gut besuchten Gottesdienst schließt sich ein Kulturprogramm an, für das sich bisher die „Schlickrutscher“ aus Leeste und die „Genkys“ angekündigt haben. Weitere interessierte Gruppen aus der Region können sich bei Kuhlmann unter Telefon 04203/43 90 19 oder per E-Mail an info@hhkuhlmann.de melden, letzteres aber erst, wenn Kuhlmanns Netzwerk vom grassierenden Trojaner-Virus befreit ist, was aber rasch der Fall sein soll, wie er hofft.

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