Geschäfts-Kooperation

Gewerbe-Mix an der Leester Straße

Die Geschäftswelt an der Leester Straße in Weyhe verändert ihr Gesicht. Das tut sich gerade.

Will, dass das Reisekontor in seinem Büro wieder einen Schreibtisch bekommt: Christian Brummerloh.

Weyhe - In der Nähe des Busplatzes hat kürzlich eine Bürogemeinschaft die ehemalige Gewerbefläche bezogen, die zuvor das Reisekontor genutzt hatte. Wie berichtet, hatte das Reisekontor wegen der Corona-Pandemie das Präsenz-Geschäft aufgegeben und operiert derzeit noch aus dem Homeoffice.

Nur noch eine TUI-Reklame erinnert noch daran, dass bis vor kurzem noch Traumreisen in dem rund 60 Quadratmeter großen Büro zusammengestellt worden sind. Nun hat der Bankkaufmann und Finanzmathematiker Christian Brummerloh das Ladenlokal gemietet. Er vermittelt unter dem Firmennamen Schlag den Zins Baufinanzierungen, Immobiliendarlehen sowie andere Finanzdienstleistungen wie zum Beispiel Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

„Das Hauptbüro ist in Bremen“, sagt der 40-Jährige. Er freut sich, dass sich die Leester Gewerbeimmobilie, die sich gegenüber dem Veranstaltungsraum Wessel II befindet, zu einem kleinen Kompetenz-Zentrum in Sachen Wohnung, Bauen sowie Finanzierung entwickelt. Die Nachbarschaft passt zu seinem Angebot. Nebenan präsentiert ein Unternehmer eine Ausstellung zum Thema fugenloses Bad. Außerdem hat sich in Brummerlohs Räumen der Immobilienmakler Maximilian Geßner einen Bereich eingerichtet, um Kunden zu empfangen. Der Finanzmathematiker findet, dass kurz vor den Bahnschienen ein guter Gewerbemix zu finden ist.

Dabei war es ein Zufall, dass er auf die Gewerbefläche an der Leester Straße gestoßen ist. „Ich habe den Friseur nebenan besucht und gesehen, dass die Immobilie zu vermieten ist.“ Dann habe er schnell zugegriffen, sagt er. Außerdem sei ihm die Idee gekommen, sich das Büro mit jemandem zu teilen. Das spare Kosten. Mit dem Bad-Spezialisten habe er zwar noch keinen Kontakt aufgenommen, doch das hat er sich für die nächsten Tage fest vorgenommen.

Christian Brummerloh findet, dass sich alle Angebote ergänzen:. Der Immobilienmakler verkaufe Häuser und Wohnungen und fungiere als Wertermittler für die bebauten Grundstücke. In der Regel sei dies zu finanzieren, und oft stehe der Wunsch schon fest, auch ein neues Bad einzubauen.

Wenn also der Wunsch besteht, eine Immobilie zu erwerben, dann komme er ins Spiel. Brummerloh will insbesondere die finanziellen Fragen klären: Ist ein KfW-Förderprogramm möglich? Welche Bank bietet die besten Konditionen? Mal sagt eine Hausbank, ein Kunde sei nicht gut genug, mal ist der Zins zu hoch. „Eine zweite Meinung einzuholen, ist nie verkehrt“, sagt Brummerloh. Sie sei in seinem Büro sogar gratis.

Umdenken nötig

Christian Brummerloh wünscht sich in Sachen Finanzen ein Umdenken: „Wir fahren für eine Getränkekiste im Angebot einen kilometerlangen Umweg, aber wenn es um sechsstellige Beträge geht, dann wird nicht verglichen.“

Als Finanzmathematiker habe er schon manche Finanzierung gesehen, durchgerechnet und sich gewundert. „Da wird ein Auto gekauft mit niedrigen Raten über vier Jahre, und am Schluss folgt eine sogenannte Ballonrate, immer noch in fünfstelliger Höhe. „Dass sich der Käufer die nicht leisten kann, ist dem Händler beim Kauf egal. Er hat schließlich das Auto verkauft und noch eine Finanzierung dazu. Schon mancher Autokäufer hat sich durch solch einen Deal eine Finanzierung fürs Haus kaputtgemacht, weil die Schulden ihm über den Kopf gewachsen sind“, erläutert er.

Möglicherweise werde in seinem Ladengeschäft bald die letzte Firma, das Reisekontor, wieder einziehen. Christian Brummerloh verfolgt das Konzept des geteilten Raumes. „Das Büro ist nicht immer besetzt, weil wir Termine bei den Kunden vereinbaren.“ Deshalb könnte die Inhaberin des Reisekontors zum Beispiel am Samstag ihre gewohnte Wirkungsstätte wieder öffnen. Platz für einen weiteren Schreibtisch hätte er noch, sagt Brummerloh. Außerdem reduziere sich seine Miete dann noch ein bisschen. Er stehe mit der Inhaberin in Kontakt, weil er noch den einen oder anderen Brief bei ihr vorbeibringt. „An der Tür ist noch Platz für ein drittes Logo“, sagt Christian Brummerloh.

Obwohl in Weyhe und in der Umgebung viel gebaut wird, hat die Filiale von Heim & Haus an der Schulstraße Ecke Leester Straße die angemieteten Räume verlassen. Ein Anruf beim Bremer Makler hat ergeben, dass die Mitarbeiterinnen von Heinz Osterloh das 72 Quadratmeter große Büro samt Kochnische und WC sofort vermieten könnten. Noch seien die zwei Schulungsräume im Keller vermietet. Aber die 150 Quadratmeter großen Flächen könnten sofort einem anderern Mieter übergeben werden. „Wir sind dabei, Nachmieter zu finden“, so eine Angestellte des Büros. Gründe für einen Auszug wollten auf Anfrage weder der Pressesprecher des Unternehmens noch der Regionalvertriebsleiter angeben.

Heim & Haus hat die Filiale an der Leester Straße verlassen.

Rubriklistenbild: © Sigi Schritt

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