Fußballfans schippern zum Weserstadion

Klare Ansage vom Kapitän reicht völlig aus

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Sein Wort zählt an Bord: Kapitän Johann Meier (73). 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Das Wort eines Schiffsführers gilt. Diese Weisheit macht sich regelmäßig auch Kapitän Johann Meier zunutze, der mit der MS Bremen des Unternehmens „Flotte Weser“ die Weser auf- und abschippert. Nicht nur ganze Hochzeitsgesellschaften und die Gäste von Firmenfeiern sowie Ausflügler folgen seinen Anweisungen, auch Fußballfans, die er per Schiff ab Anleger Verden oder Dreye beim Weserstadion herauslässt.

„Seit drei Jahren gibt es in Dreye einen schönen Anleger. Für das Tor habe ich sogar einen Schlüssel“, sagt der Kapitän. Für den 73-Jährigen ist es dabei völlig egal, ob er Fans von FC Bayern München, Borussia Dortmund oder FC Schalke 04 an Bord begrüßt oder am nächsten Samstag welche der TSG 1899 Hoffenheim. Alle müssen auf sein Kommando hören und sich an und unter Deck benehmen. Das war auch so, als er kürzlich Berliner Ultras zur Bundesliga-Begegnung Werder-Bremen gegen Hertha BSC befördert hat.

Der Kapitän konnte es nicht verstehen, dass sich ein großes Polizeiaufgebot für die Gruppe interessierte. „Darunter waren auch Beamte des Bundeskriminalamtes.“

Berliner Fans haben das gemacht, was auch Ausflügler aus der Region seit Jahren regelmäßig schätzen: Sie steigen am Bahnhof in Verden aus und laufen zwölf bis dreizehn Minuten durch die Innenstadt zum Anleger der Flotten Weser. Die Distanz beträgt rund einen Kilometer.

Für die Fußballfans hatte Meier eine klare Ansage parat: „Wer sich nicht benimmt, den lasse ich an einer Wiese aussteigen.“

Außerdem rief er per Mikrofon die Gruppe auf, sich das Schiff genau anzusehen. So sauber solle das Boot bleiben, wenn die Fans es wieder verließen. Die Fahrt führte entlang der schon erwähnten Weiden und Wiesen, vorbei am Campingplatz Boller Holz und am Hafen Dreye.

Ein Erlebnis: Der Schleusenvorgang beim Weserwehr

Auf der Tour fuhren die Fans mit dem Schiff unter der Eisenbahn-Brücke ebenso hindurch wie unter der Autobahnbrücke. Außerdem erlebten sie den Schleusenvorgang beim Weserwehr. „Es folgten Boote der Wasserschutzpolizei“, so Meier. Links und rechts der Bundeswasserstraße zeigten sich viele Beamten und Streifenwagen. „Die sicherten mich ab“, so Meier. In der Hansestadt nahm sein Schiff noch ein Bremer Polizeiboot in Empfang.

Es blieb friedlich an Bord, berichtet der Kapitän. „Von freundlichen Hertha-Fans berichtete auch das Personal, das Kaffee und Kuchen verkaufte. Die Gäste gaben alle Trinkgeld. Niemand war frech. Nichts wurde beschädigt“, lobt Meier.

Es gibt allerdings eine Fahrgastbeschränkung: Mehr als 190 Gäste könne er nicht befördern, bedauert Meier. Für den kommenden Samstag sei er ausgebucht, deshalb könne er nicht um 13 Uhr in Dreye anlegen. „Andere Termine ab Donnerstag, 18. Mai, sind aber frei“, sagt der Kapitän.

Im vergangenen Jahr stiegen 268 Fahrgäste zu

Überhaupt sei der Hafen von Dreye sehr stark frequentiert – auch von Radfahrtouristen der Mittelwesertouristik: Im vergangenen Jahr seien dort 268 Fahrgäste zugestiegen – in Langwedel waren es 72, in Horstedt 56 und in Achim-Uesen 210.

Der Dreyer Hafen sei besonders für Reiseunternehmen geeignet, die ihre Busse auf dem Hafengelände abstellen möchten. Eine Tour inklusive der Schleusung dauere etwa eine Stunde. Fahrer könnten bequem in die Hansestadt fahren, um an einem vereinbarten Platz ihre Gäste wieder aufzunehmen, so Johann Meier.

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