Mozart „fetzt ab“

Kirchweyher Kantorei bereitet sich auf Konzert im November vor

Fleißig übt der Chor um Elisabeth Geppert (am Flügel), damit im November jeder Ton sitzt.
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Fleißig übt der Chor um Elisabeth Geppert (am Flügel), damit im November jeder Ton sitzt.

Knapp zwei Jahre. So lange ist es her, dass der vielstimmige Chor der Kirchengemeinde Kirchweyhe zuletzt öffentlich aufgetreten ist. Zwei Jahre Pause, die bald ein Ende finden werden. Denn die Sängerinnen und Sänger scharren mit den Füßen und dürfen Anfang November endlich wieder zeigen, was sie können – und man merkt, dass sie die Kantorei vermisst haben.

Kirchweyhe – Es sei eine „ganz große Freude, dass wir wieder singen dürfen“, betont Chorleiterin Elisabeth Geppert direkt zu Beginn des Pressegesprächs. Die Vorfreude der Kantorin der Kirchengemeinde ist greifbar, als Geppert vom ersten gemeinsamen Singen kurz vor den Sommerferien erzählt. „Ein bewegender erster Abend“, sagt sie. Zuvor sei gemeinsames Singen nur in Kleingruppen mit einstelliger Personenzahl möglich gewesen, zudem hätten sich viele Aktive aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus für die Zeit der Pandemie zurückgezogen – denkbar schlechte Bedingungen für einen Chor wie die Kantorei. Selbst jetzt sei der Chor, noch nicht wieder in voller Stärke, so Geppert, doch die Mitglieder kämen nach und nach zurück.

Kurzfristige Corona-Absage 2020

Daher nun die Entscheidung, am 6. und 7. November wieder in der Felicianuskirche aufzutreten. womit sich zudem ein Kreis schließt; das letzte große Konzert des Chors fand im November 2019 statt. Für November letzten Jahres war bereits alles geplant, Solisten und Orchester hatten ihre Zusagen gegeben, das Programm stand – doch kurz vor dem Konzert fiel die Veranstaltung einem weiteren Lockdown zum Opfer. Als „dramatisch“ bezeichnet Chormitglied Rudi Preuß die Situation vor einem Jahr, „das sind Berufsmusiker und denen fehlten die Einnahmen.“ Seitdem hatte es nur Kantorei-Auftritte mit wenigen Mitgliedern und in besonderem Rahmen gegeben, etwa bei den Andachten im Advent und an Heiligabend. Doch mit der musikalischen Askese soll nun Schluss sein – und das doppelt: Gleich an zwei Abenden wird die Gruppe auftreten, da in der Felicianuskirche auch dann noch Abstands- und Hygieneregeln gelten.

Mozarts Musik im Mittelpunkt

Freuen dürfen sich die Besucher auf den wohl bekanntesten Namen der klassichen Musik: Im Mittelpunkt wird Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner „Krönungsmesse“ aus dem Jahre 1779 stehen. „Ein sehr fröhliches und eingängiges Stück“, findet Elisabeth Geppert. Vor allem der „majestätische, ziemlich pompöse Anfang“ steche nach Meinung der Chorleiterin heraus, „aber auch die vielen wunderschönen Melodien, die ins Ohr gehen und begeistern – das fetzt ab!“ Unterstützt werde die Gruppe durch die Akustik in der Kirche, wie Chorsängerin Sandra Schörnig sagt. Gerade beim Üben wäre die Gruppe ohne Kirchenhall „manchmal ganz schön aufgeschmissen“ gewesen. Die Krönung sei das Mitwirken des Orchesters beim Konzert, freut sich Geppert. Zudem bietet die Kirche dem Chor viel Platz, sodass Abstände untereinander eingehalten werden können – ebenso die Abstände zu den vier Solisten. Die stehen bereits fest: Gela Birckenstaedt (Sopran), Susanne Langner (Alt), Benjamin Kirchner (Tenor) und Henryk Böhm (Bass) werden ihre Künste zum Besten geben. Noch nicht fixiert ist, welches Orchester begleiten wird.

„Musik ist etwas für die Seele“

Das Schönste sei für die Kantorei allerdings das, was lange Zeit gefehlt hat, erklärt Heike Fricker: „Viele Sänger haben sich so lange nicht gesehen, das Wiedersehen ist für uns ein gesellschaftliches Ereignis“, sagt sie. „Es fehlten die Blicke des Nebenmannes, wenn man einen Ton mal nicht trifft“, wirft Rudi Preuß ein und ergänzt: „Das Singen unter der Dusche ersetzt keinen Chorgesang.“ Seine Chor-Kollegin Angelika Wieduwilt betont: „Und Musik ist etwas für die Seele und tut uns ebenso gut wie Sport.“ Und wer seiner Seele in Zukunft regelmäßige Streicheleinheiten verpassen möchte, den lädt Elisabeth Geppert zur Chorprobe ein: Immer dienstags um 19.30 Uhr in der Felicianuskirche in Kirchweyhe.

Kontakt
04203 / 788975

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