Gemeindeachivar hat Broschüre überarbeitet: Rundkurs mit Infoschildern

Kirchweyher Eisenbahngeschichte auf 16 Seiten

Exponat zum Anfassen: Die Dampflok in der Nähe des Kirchweyher Bahnhofs.
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Exponat zum Anfassen: Die Dampflok in der Nähe des Kirchweyher Bahnhofs.

Weyhe – Wer sich für die lokale Eisenbahngeschichte interessiert, kann in Weyhe viel entdecken. Im Mai 1873 erhielt Kirchweyhe durch die Eröffnung der Bahnstrecke Bremen-Osnabrück Anschluss an das internationale Schienennetz. Daran erinnert eine Broschüre, die der Gemeindearchivar Hermann Greve jetzt überarbeitet hat.

Binnen weniger Jahrzehnte entwickelte sich der heutige Weyher Ortsteil – damals ein Pfarrdorf – zu einem herausragenden Standort an der „Rollbahn“, der direkten Schienenverbindung von den Industriezentren im Ruhrgebiet zu den Seehäfen Hamburg und Bremen. Von 1907 bis 1915 entstand in Kirchweyhe einer der größten Rangierbahnhöfe Nordwestdeutschlands. Auf seinen Gleisanlagen konnten pro Tag bis zu 5000 Wagen zu neuen Güterzügen zusammengestellt werden.

Die Vergangenheit als bedeutende Eisenbahner-Gemeinde zeigt sich bis heute an mehreren Stellen. . Wo genau, ist vor gut fünf Jahren erstmals durch Gemeindearchivar Hermann Greve in der Broschüre „Weyher Eisenbahngeschichte“ zusammengetragen worden. Darauf aufbauend, hat die Gemeinde jetzt ein 16-seitiges Heft herausgegeben, das die 18 Stationen des Weyher Eisenbahnrundwegs beschreibt.

Unmittelbar neben dem Bahnhof befindet sich zum Beispiel die Dampflok der Baureihe 50, die in vielen Arbeitsstunden restauriert wurde und einen Platz vor dem Gebäude der ehemaligen Bahnmeisterei erhalten hat. Die Lok wurde 1941 bei Schichau in Elbing gebaut und nach dem Krieg in der DDR eingesetzt. Auch mehrere Waggons konnten erworben werden, in denen ein kleines Café und eine Ausstellung zur Geschichte des Eisenbahnstandorts Kirchweyhe untergebracht sind.

Die Bahnmeistereien – zeitweise gab es drei in Kirchweyhe – waren zuständig für die Instandhaltung der Gleis- und Sicherungsanlagen sowie der Stellwerke im Bereich der Strecken Kirchweyhe-Sagehorn und Kirchweyhe-Syke. Sogenannte Rotten, die sich aus sechs bis acht Leuten zusammensetzten, führten die Arbeiten durch.

Im vergangenen Jahr wurden einzelne Etappen des Rundwegs mit Informationsschildern samt aufgedruckter QR-Codes versehen: Auch die Dampflok bekam einen. Er leitet digital per Smartphone auf die entsprechende Sequenz des 2017 uraufgeführten Eisenbahnfilms einer Weyher Filmgruppe.

Die Recherche zu diesem Kapitel Heimatgeschichte haben Hermann Greve immer wieder neue Erkenntnisse geliefert. Diese führten nun dazu, dass die Broschüre überarbeitet wurde. Die jüngste Auflage enthält jetzt etwa einen Hinweis zum ETSV Kirchweyhe, dem Eisenbahner Turn- und Sportverein. Auf dem ehemaligen Sportplatz am Richtweg wurde eine zusätzliche Station in den Rundweg aufgenommen. Auch andere Passagen wurden angepasst.

Wer für künftige Aktualisierungen Informationen beizusteuern hat, kann seine Anregungen per E-Mail an archivar@weyhe.de an Hermann Greve schicken.  sie/ps

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