Martin Baschta wird künftig Schulen beraten

KGS Kirchweyhe sucht neuen Direktor

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Bis ein Nachfolger für den ausgeschiedenen Direktor in Sicht ist, leitet Andreas Rath die KGS. 

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Direktor Martin Baschta hat Ende Januar die KGS Kirchweyhe verlassen. Er wird künftig für die Landesregierung Schulen beraten.

„Wir müssen uns neu organisieren“, sagt Andreas Rath. Das sei die Reaktion auf die Versetzung. Der ehemalige KGS-Direktor wird Inspektor und will laut Rath die guten Erfahrungen unter anderem mit der Einführung der integrierten Eingangsstufe in Weyhe anderen Schulen näherbringen. Es geht also um Kirchweyher Know-how in dem Landesinstitut für Qualitätssicherung, für das Baschta nun tätig ist.

Martin Baschta hatte laut Rath in der KGS Kirchweyhe erfolgreich eine Art Orientierungsstufe wieder eingeführt: In der Jahrgangsstufe 5 und 6 werden Schüler im Klassenverband gemeinsam unterrichtet. Wenn aber Tests anstehen, müssen Lehrer drei verschiedene Niveaus vorlegen. „So kann auch ein Schüler, dessen Eltern ihren Sohn eigentlich im Hauptschulzweig angemeldet haben, eine Zwei in der Arbeit bekommen.“ Schreibt er in Mathe eine Eins, könnte er beim nächsten Mal einen anderen Schwierigkeitsgrad verlangen. „Baschta weiß, welche Vorbereitungen notwendig sind, wenn Lehrer verschiedene Niveaus fahren.

Im Sekretariat laufen alle Vorgänge zusammen. Die Damen erledigen laut Rath „einen guten Job“.

Direktorstellvertreter Rath bestätigt auf Anfrage, dass die Schule seit Anfang Februar einen neuen Chef sucht. Es gibt sogar schon eine Bewerbung, es könnten sich aber noch weitere Interessenten für die Stelle des Direktors melden. Ob er selbst Interesse hat? Das verneint Rath. Denn zum Job eines Direktors zählt jede Menge an Verwaltungstätigkeit. Sollte es bei nur einer Bewerbung bleiben, könnte schon nach den Sommerferien der Chefposten besetzt werden. Kommen aber mehrere Interessenten in Betracht, dann muss das Kultusministerium auswählen. Die Pädagogen müssten begutachtet werden - Rath spricht von Stationen, die zwingend zu durchlaufen seien. So müssten Fachleute aus dem Ministerium nicht nur den Unterricht inspizieren, sondern auch beobachten, wie Interessenten Konferenzen leiten. Dann müssten außerdem bestimmte Fristen eingehalten werden, weil es abzuwarten gilt, ob andere Beamte Einspruch gegen die Entscheidung der Behörde einlegen. „Das kann sich also in die Länge ziehen und ein Jahr lang dauern.“

Der Stuhl von Baschta ist zwar solange verwaist, aber seine Aufgaben würden auf mehrere Schultern verteilt, erklärt Rath. Er selbst werde nun die Schule nach außen vertreten, also den Kontakt nach Hannover halten. Rath müsse allerdings jetzt Referendare beurteilen, Fördergutachten erstellen und Dienstbesprechungen leiten - eben Arbeiten, die vorher Baschta erledigt hatte. Eine andere wichtige Aufgabe, nämlich die Erstellung eines Vertretungsplanes, liegt nicht mehr in seinen Händen, sondern in denen von Andrea Decker-Petersen. „Für diese Aufgabe musste sie Unterricht abgeben.“

Doch Andreas Rath und die Didaktische Leiterin Liane Hedemann wirken zufrieden: Es gebe zwar keinen hauptamtlichen Schulleiter mehr, dafür aber die volle Lehrerversorgung für die 800 Schüler, die in 40 Klassen unterrichtet würden. Zum neuen Schuljahr seien vier Lehrer dazugekommen - zwei weitere stoßen bald dazu. Dadurch liegt die Unterrichtsversorgung wieder bei 100 Prozent.

Martin Baschta beim Tag des Sports in Weyhe.

Die Beschwerden von Eltern habe Rath nachvollziehen können. Ohne dass Lehrer krank werden oder auf Fortbildung sind, waren im vergangenen Halbjahr pro Klasse im mathematischen Schnitt drei Stunden ausgefallen, erläutert Hedemann. Sie selbst sei auch schon mal als Schwangerschaftsvertretung für eine Lehrerin eingesprungen, sagt sie. Sie selbst habe „200 Überstunden“. Wie Hedemann würden sich viele mit der KGS Kirchweyhe identifizieren. Das fange bei den Mitarbeiterinnen im Sekretariat an und hört bei Ehemaligen längst nicht auf. „Wir versuchen, gemeinsam das Schulleben pädagogisch sinnvoll zu gestalten.“

Unterm Strich seien ebenso Teile des Offenen Ganztagsschulangebots laut Andreas Rath weit zurückgefahren worden. So musste die Handball-AG über mehrere Monate von einem FSJler betreut werden. Jetzt werden die Unterrichtsstunden wieder von einem Sportlehrer übernommen. Ebenfalls wieder im Angebot: die Schmuck-AG und eine Koch-AG. Und beim Förderunterricht mussten im ersten Halbjahr auch Abstriche gemacht werden: „Von den 150 Stunden konnten wir nur 70 geben“, bedauert Rath. Es fehlen Förderschulkräfte, die es im Land nicht gibt. Da in der KGS auch woanders der Schuh gedrückt hatte, war es notwendig geworden, dass Inklusionsklassen nicht mehr zu zweit, sondern nur mit einer Person unterrichtet worden sind.

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