Fontänen und Wasserspiele auf dem Marktplatz sind nicht vom Tisch / Arbeitsgruppe soll Ideen erarbeiten und vorstellen

„Mit Provisorium Volltreffer gelandet“

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf dem Rand des Marktplatz-Hochbeetes.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Jahrelang hat der Maskenbrunnen Probleme bereitet und in der Substanz geschwächelt. Doch jetzt erscheint er wie in einem neuen Frühling: Hortensien blühen, ebenso Schmetterlingsflieder, Efeu und andere Pflanzen schmücken die Fläche, auf der einst Wasser plätscherte. Die Verwaltung hat ein schmuckvolles Provisorium geschaffen, das sehr viel Anklang findet. Es sei viel zu schade, dieses neue Hochbeet zu entfernen, äußern sich Bürger, Politiker und auch die Verwaltung.

„Ich finde die Bepflanzung sehr gelungen“, sagt die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith und pflichtet Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei, der das Hochbeet in dieser Funktion ebenfalls lobt. „Diese als Übergangslösung bis zur Umsetzung eines Fontänenfeldes gedachte Bepflanzung war offensichtlich ein Volltreffer. Das zeigen die Rückmeldungen aus der Bevölkerung“, sagt Pundsack-Bleith. „Und selbstverständlich werden wir das Beet im Brunnen auch im Winter entsprechend gestalten lassen.“

Die Fontäne aus Stralsund.

Als eine „gute Lösung“ bezeichnet auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Seidel die jetzige Bepflanzung. „Ob eine dauerhafte Bepflanzung gewünscht wird, werden wir sehen“, sagt Günther Borchers (FDP). Dietrich Struthoff von der CDU ist skeptisch. Er erinnert an einen Beschluss, den Brunnen zu entfernen. „Er war immer Zielpunkt von Vandalismus und ist technisch gescheitert.“ Ihn durch Bäume und Sträucher zu ersetzen, ist laut Struthoff eine Option. Allerdings habe der Marktplatz auch ohne funktionstüchtigen Brunnen an Attraktivität verloren, meint er. Es gebe nur noch wenige Veranstaltungen. Die Zahl der belegten Tage seien um 50 Prozent zurückgegangen, deshalb müsse der Platz wieder Treffpunkt in der Gemeinde werden.

Einig sind sich SPD, CDU, Grüne und FDP sowie die Verwaltungsspitze, dass die Marktplatzumgestaltung transparent sein sollte. Deshalb hatten sie eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema ins Leben gerufen, die sich vor den Ferien konstituiert hat. Deren Ergebnisse sollten laut Seidel öffentlich diskutiert werden – beispielsweise im Rahmen einer Bürgerversammlung. „Der Marktplatz hat eine herausragende Stellung für Weyhe, das bedeutet auch eine hohe Verantwortung mit den Brunnen.“

Der Brunnen in Fulda.

Sollte das Marktplatz-Hochbeet bleiben, wäre ein Fontänenfeld nicht vom Tisch, versichert Pundsack-Bleith. Moderne Wasserspiele, die ihrer Ansicht nach auch das Ziel der Attraktivitätssteigerung des Marktplatzes im Auge haben sollten, könnten in die Mitte des Areals verlegt werden. „Denkbar ist im jetzigen Planungsstadium grundsätzlich jede Variante“, so Pundsack-Bleith. Beispielsweise auch eine Fontäne, wie sie in Stralsund laut Stadtsprecher Peter Koslik „täglich aufs neue für höchstes Vergnügen bei Kindern, Eltern und Gästen der Stadt“ sorgt, die völlig unvorbereitet auf eine Pfütze treffen. „Andere vermuten einen Wasserrohrbruch“, wenn aus einem Schacht Wasser quillt und daraus zehn Minuten lang Fontänen in die Höhe schießen. Der 2012 eröffnete Brunnen wird über eine Zisterne (30 Kubikmeter) als Wasserkreislauf betrieben und über eine Dosieranlage aufbereitet. Maximal 150 Kubikmeter Flüssigkeit verdunsten im Jahr. Bei Veranstaltungen muss der Einlaufbereich der Fontäne nur gegen Vermüllung geschützt werden. Eine andere Variante befindet sich in Fulda: Aus Öffnungen von Platten, angeordnet wie ein Schachbrett, schießen programmgesteuert Fontänen aus dem Boden und begeistern die Kinder.

Einschränkungen für Weyhe sieht Pundsack-Bleith hinsichtlich der Finanzierbarkeit. Wenn das Budget ausreicht, könnten die notwendigen Tanks unterhalb des Fontänenfeldes verlegt werden, ergänzte die Vertreterin des Bürgermeisters.

Ort und Art der Wasserspiele sind noch nicht festgelegt, sagen Struthoff und Borchers. „Der Standort müsse aber „wohlüberlegt“ sein, ergänzt der Liberale. „Und auch die Frage, was für eine Fontänenart gebaut werden soll, spiele eine erhebliche Rolle.“ Die FDP-Fraktion könne sich ein Wasserspiel vorstellen, dass unterirdisch installiert ist und von Fahrzeugen befahrbar werden kann – wie in Celle oder Stralsund. Auch das Beispiel aus Fulda gebe gute Denkanstöße. „Schnelle Lösungen sind nicht gefragt, sondern intelligente und dauerhafte“, sagt Borchers. Das sieht Frank Seidel ähnlich. Ein Fontänenfeld als Wasserspielplatz für Kinder könne dem Marktplatzambiente Rechnung tragen, doch es müsse auch finanzierbar bleiben, mahnte er. „Wir wünschen uns eine Beteiligung der Bürger und Gewerbetreibenden durch Meinungen und Spenden.“

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