Jannes aus Leeste sucht noch weitere Briefeschreiber, die Altenheim-Bewohnern Mut machen möchten

Kinder-Post gegen die Einsamkeit

Jannes aus Leeste mit seinem Mutmacher-Brief.
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Hofft auf 380 weitere Briefe: Jannes hat aus einer Kommunions-Aufgabe eine große Aktion entwickelt.

Weyhe – „In dieser Coronazeit fühlen sich viele Menschen alleine. Da freut sich jeder, wenn er spürt: An mich hat jemand gedacht.“ Mit diesen Worten richtet Jannes Behrens aus Leeste sich an seine Altersgenossen. Er möchte betagte Mitmenschen wissen lassen, dass sie nicht alleine sind. Und dass andere Kinder aus Weyhe dabei mitziehen. Denn der Neunjährige hat eine Aktion gestartet.

Die Idee: Altenheim-Bewohnern durch Kinder-Post eine Freude zu machen.

Im Aufruf zur Aktion erklärt Jannes: „Ich möchte allen Omas und Opas in den Weyher Altenheimen einen Brief schicken.“ In seinem eigenen Brief schreibt er: „Ich finde an Corona doof, dass ich mich nicht mit Freunden treffen darf.“ Er wünscht dem unbekannten Empfänger: „Viel Kraft und Mut, bitte durchhalten. Bald haben wir es alle geschafft.“

Jannes hat selbst die Weyher Heime angerufen und herausgefunden, dass 381 Briefe benötigt werden. Damit so viele Briefe zusammenkommen, muss Werbung gemacht werden. In der Hundertwasserschule, seiner Grundschule, wurden Plakate aufgehängt und die Klassenlehrer informiert. Die haben ihrerseits die Aktion in den Klassen vorgestellt, erzählt Jannes’ Mutter Bianca Bavastrelly. Die hat den Aufruf außerdem in der WhatsApp-Gruppe der Eltern von Kommunions-Kindern geteilt.

Denn am Anfang der Aktion stand der katholische Kommunions-Unterricht. Auch der konnte zuletzt nicht wie gewohnt angeboten werden. Stattdessen hatte Gemeindereferentin Jutta Sievers für ihre Kommunions-Kinder eine Aufgabe per Video: „Euer Talent zur Freude anderer einsetzen.“

Mit seinem Talent, andere zu motivieren, ist Jannes auf die Idee gekommen, den Menschen in den Altenheimen eine Freude machen zu wollen – und andere Kinder zum Mitmachen zu bewegen.

Dass die Menschen aus der Generation seiner Urgroßeltern zum Schutz vor dem Coronavirus keinen Besuch bekommen, weiß auch ein Drittklässler wie Jannes. Er selbst hatte einen Corona-Todesfall in seinem Umfeld. Über die „Omas und Opas“ in den Heimen sagt Jannes im Aufruf: „Sie sind schon bald zwölf Monate in Quarantäne.“

Deshalb hat er seine Mitschüler und andere Weyher Kinder gebeten: „Schreibt euren Namen und ein paar Sätze“ auf ein Blatt Papier, beispielsweise „wer ihr seid und was ihr an der Coronazeit doof findet“. Dazu soll ein Bild gemalt werden – „mit viel Liebe und Hoffnung“.

Der Stapel Briefumschläge, der bis zu den Zeugnisferien zusammengekommen ist, zeigt: Der Aufruf ist auf offene Kinder-Ohren gestoßen. Aber es sind noch nicht genug Briefe für alle Heim-Bewohner. Und die Senioren, die zu Hause von Pflegediensten betreut werden, würde Jannes’ Mutter gerne miteinbeziehen.

Daher wurde die Sammlung verlängert. Bis zum 10. Februar können die Briefe bei der katholischen Pfarrgemeinde abgegeben werden.

Post-Anschrift für Briefe

Heilige Familie,

Drohmweg 1, 28844 Weyhe

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