Fünftklässler der KGS Leeste unternehmen eine Klangreise

Durch sinnliche Erfahrungen fremde Kulturen entdecken

Reinhard Stille bringt den Fünftklässlern bei, dass sie mit Instrumenten Gefühle ausdrücken können. Diese Workshopszene zeigt einen musikalischen Wettstreit der Klänge. - Foto: Ehlers

Leeste - Von Sigi Schritt. Gitarre, Piano, Geige und Trompete sind bekannte Instrumente. Mehr als die Hälfte der 40 Fünftklässler der KGS Leeste, die gestern an einem besonderen Musikworkshop teilgenommen haben, spielt sie sogar. Doch welche Töne lassen sich aus einer Klang- und einer Wasserspringschale oder aus dem Gehäuse einer Meeresschnecke entlocken, die in anderen Teilen der Welt im Einsatz sind? Die Antwort gab Reinhard Stille aus Steyerberg, der die Mädchen und Jungen mit auf eine musikalische Reise in ferne Länder mitnahm.

Im Musikraum der KGS standen gestern der Flügel und die Xylofone an der Seite. Die Schüler bildeten einen Halbkreis, in dessen Mitte Stille seine in Form und Größe außergewöhnlichen Instrumente präsentierte.

„Stell dich bitte in die Schale hinein“, forderte der 56-jährige Referent ein Mädchen auf. Er schlug das Metall an. Das Mädchen sollte schließlich beschreiben, was mit ihrem Körper passiert. Der Klang sei der Fünftklässlerin bis in die Schultern hochgekrabbelt, verriet sie. Anschließend erklärte Stille die Wasserschale, die bei einem Reinigungsritual in Asien verwendet wird. In der Schale befand sich Flüssigkeit. Wer die angebrachten Metallgriffe kräftig rieb, verursachte nicht nur Kreise auf der Oberfläche, sondern auch eine kleine Fontäne.

Insgesamt 25 größere und kleine Instrumente stellte der Referent vor. Darunter befanden sich beispielsweise ein Didgeridoo, eine Steeldrum, ein Windrad, ein Konzertgong und eine Wolbbrettzither.

„Seit drei Jahrzehnten sammle ich besondere Klanginstrumente“, sagte der 56-Jährige. Deren Töne seien geeignet, um Theaterstücke zu unterlegen, Bilder und Bewegungen zu begleiten, erläutert der Künstler. Sogar Soundeffekte für einen Horrorfilm seien möglich. Er demonstrierte an einem Metallteller, auf dem verschieden große Stäbe angeordnet sind, wie schräge und bedrohlich wirkende Geräusche zustandekommen können. 

Auch ohne Notenkenntnisse bestreiten die Fünftklässler ein Konzert, in dem es um Rhythmus ging. - Foto: Ehlers

Doch auch harmonische Töne sind möglich – etwa von einem Streichpsalter und einer keltischen Harfe. Ohrenbetäubendes war auch möglich: Dass seine Schnecke, etwa so groß wie eine Ein-Liter-PET-Flasche, ein Schiffshorn imitiert, hätten die Kinder sicherlich nicht vermutet. Nach seiner Erläuterung durften die Mädchen und Jungen trommeln und Saiten anschlagen, um ihren eigenen Rhythmus zu finden. So begeisterte Stille nach und nach auch die Schüler für Musik und Rhythmus, die keine traditionellen Instrumente beherrschen. Der Höhepunkt war ein Mini-Konzert, das der Steyerberger dirigierte.

Mena war eine, die verschiedene Klanginstrumente ausprobieren durfte. Die Elfjährige interessiert sich im Fernsehen für Dokumentationen und glaubt, dass die Instrumente, die Wetter vertonen – also die Geräusche von Regen und Wind nachahmen – für die Untermalung ihrer Lieblingssendungen geeignet wären. Besonders angetan war die Nachwuchsforscherin von der Wasserschale, weil dort ein physikalisches Phänomen sichtbar werde.

Musikworkshop an der KGS Leeste

Für Stille sei es nicht ungewöhnlich, dass alle Workshopteilnehmer bei seinen Übungen mitmachen. Der Zugang zu seiner besonderen Welt sei intuitiv. So entstehen Melodien und Rhythmen. Augenblickliche Stimmungen und Impulse fügten sich schließlich zu einem vielschichtigen Klangbild zusammen. „Jeder kann sofort loslegen, ohne eine (kritische) Zensur zu befürchten“, sagte er.

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