Geglückte Premiere / Zensuren abgeschafft

Zeugnis für Drittklässler: Dieses Fazit ziehen die Leester Eltern

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Drittklässler der Grundschule Leeste schauen sich mit ihren Müttern die neuen Zeugnisse an.

Leeste - Von Sigi Schritt. In ihren Halbjahreszeugnissen haben die meisten Drittklässler in Weyhe erstmals Noten erhalten. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Anders als in Erichshof, Lahausen, Sudweyhe und Kirchweyhe verfolgt die Grundschule in Leeste einen neuen Weg: Die Pädagogen haben erstmals auf Ziffern in den Zeugnissen verzichtet und für 66 Mädchen und Jungen des dritten Jahrgangs individuelle schriftliche Bewertungen ausgearbeitet. Kurz vor den Zeugnisferien ziehen Eltern und Schüler ein erstes positives Fazit.

„Die Lehrer haben sich viel Mühe gemacht und die Leistungen auf zweieinhalb Seiten zusammengefasst“, sagt Ulrike Opielka, zweite Vorsitzende des Fördervereins. Sie gibt zu, dass man sich fürs Lesen Zeit nehmen muss. Nach der Lektüre der Bewertung für ihre Tochter Laura habe sie „einen guten Überblick bekommen“. Sie wisse, was die Achtjährige gelernt hat, und wo die Schülerin der 3 c Unterstützung benötigt. Die Zeilen hätten durchweg positiv geklungen. Die Note 2 in Deutsch hätte nicht alle Facetten abbilden können.

„Die Bewertung in Schriftform ist für mich ungewohnt“, sagt Julia Wahlers, die sich das Zeugnis ihres Sohnes Jakob angeschaut hat. „Wir sind mit Noten aufgewachsen.“ Als die Einführung des neuen Systems in der Eltern- und Lehrerschaft diskutiert worden war, habe sie sich skeptisch geäußert, blickt die zweifache Mutter zurück. Die Grundschule in Leeste ist eine von 20 im Land, die sich von den Ziffern-Noten distanziert. „Jetzt seien die Leistungen viel detaillierter aufgeschlüsselt“, so Wahlers. 

So sieht das neue Zeugnis für die Drittklässler für die Fächer Religion, Musik, Kunst, Werken und Sport aus.

Die Bewertung für Deutsch nehme eine halbe Seite ein, berichtet sie. Es wird zum Beispiel unterschieden zwischen Rechtschreibung, Orthografie, Lesefluss und Inhalt. Ähnlich ist es mit Mathe. Die Mutter glaubt aber, dass manche Kinder und Eltern lernen müssen, die Zeilen zu interpretieren. Da sich bestimmte Wörter wie „stets“, „immer“ und „teilweise“ in den Bewertungen wiederholen, könnte man auch Ziffern verwenden.

Drittklässler der Grundschule Leeste schauen sich eine Seite der neuen Zeugnisse an.

Die Vorsitzende des Fördervereins, Hanna Matthias, kann sich mit dem neuen Zeugnis anfreunden, das ihre Tochter Lotta erhalten hat. Die Textbausteine sind für Kinder eine „gute, konstruktive Kritik“. Nuancen, ob ein Kind zwischen 1 und 2 oder zwischen 2 und 3 steht, sind aus ihrer Sicht nur zu beurteilen, wenn man „direkt mehrere Zeugnisse vergleicht“.

Jahrzehntelang sahen Zeugnisse für den dritten Jahrgang der Grundschule Leeste so aus. Es gab Noten. Das war es auch schon. Solche Bewertungen gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Die Vorsitzende wünscht sich, dass künftig die Zeugnisse für Viertklässler nicht nur die neuen Textbausteine bekommen, sondern die Ziffern erhalten bleiben. Sie begründet ihre Anregung damit, dass es wichtig für den Übergang von der Grundschule zur KGS Leeste sei. „Die Grundschüler wechseln in ein viel größeres Gebäude, treffen auf ältere Schüler, bekommen neue Lehrer und bekommen plötzlich Noten.“ Das sei in der Summe zu viel, so Hanna Matthias. Wenn die Noten im vierten Jahrgang beibehalten werden, „wissen die Schüler, woran sie sind“.

Ist das unter Eltern seit Jahrzehnten praktizierte monetäre Belohnungssystem jetzt auch Geschichte? Nein, sagt Ulrike Opielka. Die Mutter berichtet, dass die meisten Großeltern weiterhin einen Fünf- oder Zehneuroschein spendieren - pro Zeugnis, nicht für herausragende Zensuren. „Wir geben kein Geld“, so Opielka, sondern feiern die Zeugnisse, „indem wir zum Beispiel gemeinsam ins Kino gehen“.

Lesen Sie auch: Eltern sollten Noten nicht zu große Bedeutung beimessen

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