Vor 15 Jahren: Pilzsammlerin findet tote Adelina

Kein Opfer ist jemals vergessen

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Die Leester Marsch: In dem Wäldchen links auf dem Bild macht eine Pilzsammlerin vor genau 15 Jahren einen grausamen Fund. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Sonntagnachmittag vor 15 Jahren. Eine Weyherin macht beim Pilzesammeln in der Leester Marsch einen grausigen Fund: In einem Müllsack aus Plastik steckt eine Kinderleiche. Wie sich später herausstellt, handelt es sich um das drei Monate zuvor in Bremen-Kattenturm entführte Mädchen Adelina.

Werner Schritt und Michael Wessels vom örtlichen Kommissariat eilen sofort zum Fundort. Wessels, heute bei der Polizeiinspektion Diepholz für Kriminalprävention zuständig, kann sich noch genau an den Fall erinnern, der mehr als ein Jahrzehnt später noch immer nicht abgeschlossen ist.

Laut Auskunft des Bremer Staatsanwalts Frank Passade handelt es sich um einen sogenannten „Cold Case“, also um einen ungelösten Mordfall, bei dem die Ermittler nicht mehr weiterkommen. „Der verschwindet nicht im Archiv. Wenn es neue Spuren oder Erkenntnisse gibt, lebt die Sonderkommission wieder auf“, kündigt er an. Wie der Bremer Jurist hofft auch der Diepholzer Kriminaloberkommissar Wessels, dass die Wahrheit eines Tages ans Licht kommt.

„Kinderleiche in Leeste gefunden“ titelt die Kreiszeitung in ihrer Montagsausgabe vom 8. Oktober 2001.

Mit dem Wissen, dass sich in der Nähe öfter Exhibitionisten zeigten, seien er und sein Kollege damals zur Fundstelle gefahren. Die Beamten sicherten das Areal rund um das Leester Pastorenwäldchen, riefen einen Hubschrauber herbei und alarmierten die Bremer Sonderkommission Adelina. Eine Antwort darauf, weshalb die Bremer Polizei ihre Suche nicht von Anfang an auch auf das niedersächsische Gebiet erstreckt hatte, hat der Diepholzer Beamte aber nicht. Die Sonderkommission hatte erst im Oktober mit ihren Spezialisten den Fundort und die weitere Umgebung untersucht. „Wir blieben nur für den Fall vor Ort, falls es sich nicht um die Zehnjährige aus Kattenturm gehandelt hätte.“ Aus der Tatsache, dass Leichenspürhunde der Bremer Polizei zuvor in der Nähe auf einem Übungsplatz trainiert und die Tote nicht gewittert hatten, ließe sich schließen, dass Adelina nicht sofort nach ihrer Tötung im Pastorenwäldchen abgelegt worden sei. Ein Tornado der Bundeswehr mit einer speziellen Wärmebildkamera flog schließlich über die Wesergmeinde, um mögliche Anomalien zu suchen und die Bodenbeschaffenheit zu dokumentieren, erinnert sich Wessels. Die Ermittler gingen unter anderem von der Tat eines pädophilen Sexualverbrechers aus.

Nach zahlreichen Medienberichten und einem Aufruf der ZDF-TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ sowie Aufrufen im Internet war der Fall in Deutschland präsent.

Die Soko erhielt zwar viele Hinweise, konnte aber den Täter nicht überführen. Da sich die Kriminaltechnik laut Wessels verbessert, wird es neue Untersuchungsmethoden geben, die zum Ziel führen.

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