Jugendhäuser organisieren erneut Veranstaltung

„Kein Bock auf Nazis“ bei der Nacht der Jugend in Leeste

Ameel Hotaky, Singer-Songwriterin aus Weyhe, trat am Sonnabend bei der „Nacht der Jugend“ mit selbst komponierten und gecoverten Songs im Forum der KGS Leeste auf. Auch ein Rapper und zwei Bands lieferten im Rahmen der vielfältigen Veranstaltung musikalische Beiträge.
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Ameel Hotaky, Singer-Songwriterin aus Weyhe, trat am Sonnabend bei der „Nacht der Jugend“ mit selbst komponierten und gecoverten Songs im Forum der KGS Leeste auf. Auch ein Rapper und zwei Bands lieferten im Rahmen der vielfältigen Veranstaltung musikalische Beiträge.

Bereits zum vierten Mal in Folge konnten sich am Sonnabend Besucher der KGS Leeste während der „Nacht der Jugend“ über Rassismus und rechte Gewalt informieren. „Kein Bock auf Nazis!“ stand auf diversen Plakaten und Bannern.

Leeste - „Auch 2021 machen wir uns in Erinnerung an die Reichspogromnacht im November 1938 für eine solidarische und offene Gesellschaft stark, die gegen menschenfeindliche Entwicklungen eintritt“, heißt es seitens der Veranstalter der „Nacht der Jugend“ in der KGS Leeste.

Man wolle ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und generelle Ausgrenzungen setzen. Mitarbeitern der Jugendhäuser Trafo in Kirchweyhe und Leeste haben die Aktion zusammen mit engagierten Jugendlichen organisiert.

„Kein Bock auf Nazis!“ stand auf diversen Plakaten und Bannern und machte deutlich, um was es geht. Zugang zu der Veranstaltung erfolgte nach dem Prinzip 2G+. Alle Gäste mussten sich vor Ort einem Covid-19-Schnelltest unterziehen.

Workshops über Nationalsozialismus

Bereits am frühen Nachmittag waren vier Workshops angesetzt, von denen jedoch durch den Ausfall einer Referentin und mangels Anmeldungen nur zwei Arbeitsgruppen zum Zuge kamen. Zum Thema „Weiblichkeit und ‚Asozialität’? – Verfolgung von Frauen im Nationalsozialismus“ referierte Sarah Könecke, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Göttingen. Junge Mädchen und Frauen gerieten als Arbeitslose, Wohnungslose oder Bettlerinnen ins Visier des NS-Verfolgungsapparates und wurden zur Zwangsarbeit in Arbeitshäusern verpflichtet. Andere wurden in Konzentrationslagern interniert. Aus welchen Gründen wurden diese Frauen verfolgt, wer waren sie eigentlich und was ist ihnen widerfahren? Diese und weitere Fragen wurden im Workshop behandelt. „Wir wollen den Opfern ein Gesicht geben“, sagte Till Wörner vom Orga-team.

Ein zweiter Workshop befasste sich mit dem „Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019“. Die Hintergründe des rechtsterroristischen Anschlags auf die Haller Synagoge und den Kiezdöner, bei dem zwei Menschen ermordet wurden, sowie der Gerichtsprozess gegen den Attentäter beleuchteten Nele Fuchs und Kathi Weiler. Die Referentinnen hatten an zwei der Verhandlungstage teilgenommen und berichteten als Prozessbeobachterinnen von ihren Eindrücken.

Den zweiten Teil der Veranstaltung eröffnete am Abend Jürgen Borchers, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Weyhe. „In Weyhe ist es ja schon eine gute Tradition, dass man sich gegen Rechts engagiert“, sagte er. Er finde es toll, dass die Jugendlichen so viel Zeit aufwenden, um sich mit diesem Thema zu befassen. „Das ist nicht selbstverständlich“, lobte er.

Podiumsdiskussion: „Rechter Terror, was tun?“

Breiten Raum nahm am Abend eine Podiumsdiskussion zur rechten Gewalt und Deutschland ein: „Rechter Terror, was tun?“ Unter anderem ging es dabei um die Taten des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), deren Mitglieder sich genau vor zehn Jahren selbst enttarnt hatten. Der Journalist Andreas Speit übernahm die Moderation. Fachkundige Auskünfte über ihre Arbeiten und zum Thema gaben Sonja Brasch (NSU-Watch Hessen), Marc Weber (Beratungsstelle für Opfer rechtsradikaler Gewalt) sowie André Aden (Recherche Nord).

Musikalische Beiträge lieferten anschließend Ameel Hotaky, eine junge Singer-Songwriterin aus Weyhe, die auf der Forum-Bühne mit Gesang, Akustik-Gitarre und Loop-Station ihr Können unter Beweis stellte. Als Überraschungsgast trat der Rapper „Roy the Boi“ auf. Außerdem brachten die Bands „STL Crew“ und „Watch out Stampede!“ ihr Repertoire zu Gehör.

Eine Tombola, als Teil einer Spendenaktion zugunsten der Hilfsorganisation „Seebrücke“, und Informationsstände zum Thema des Tages rundeten die informative Veranstaltung ab.

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