Kasse geschlossen

Sparkasse Leeste setzt auf Ein- und Auszahlungen durch Geldautomaten

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Der Kassenraum in der Leester Geschäftsstelle der Kreissparkasse Syke bleibt unbesetzt.

Leeste - Die Leester Geschäftsstelle gehört zu den größeren Filialen der Syker Kreissparkasse (KSK). Seit wenigen Tagen wundern sich Kunden des Kreditinstituts allerdings, dass es einen vertrauten Service nicht mehr gibt: Die Kasse ist geschlossen – das Lampenlicht, das sonst durch das Panzerglas des Kassenraumes hindurchscheint, ist aus. Und das soll auch so bleiben.

„Wir mussten die Kasse aus technischen Gründen schließen“, erklärt Steffen Bußmann, Leiter des Vorstandssekretariats der Kreissparkasse. Das Geldinstitut reagiert laut Bußmann auf die Entwicklungen, wonach die Leester Kunden verstärkt die drei Automaten für die Geldauszahlung genutzt hätten. Diesen Automaten-Service gibt es seit den 1980er-Jahren.

Kasse der Kreissparkasse Leeste geschlossen

Auf Nachfrage, ob der Wegfall der Kasse in Leeste einen Auftakt bildet und als Modell für weitere, größere Filialen wie etwa Kirchweyhe, Brinkum, Bassum und Twistringen dient, sagt Steffen Bußmann, dass „für diese Standorte noch keine Entscheidungen getroffen worden sind. Eine Strategie, gezielt Kassenräume außer Funktion zu setzen, gebe es nicht. Der Sparkassen-Mitarbeiter erinnert daran, dass zum Beispiel in Barrien vor 15 Jahren bereits die Kasse abgeschafft worden ist – das wurde aber nicht zum Vorbild für andere Filialen genommen. „Eine Aufgabe dieser Stelle müsse zum Standort passen“, so Bußmann.

Wird als Folge in Leeste Personal reduziert? Nein, sagt Bußmann. Dort arbeiten weiterhin an die 20 Mitarbeiter – sie seien alle ausgelastet. Die Mitarbeiter an den Schaltern, so bezeichnet Bußmann die Tische, an denen die Sparkassenkaufleute die Kunden beraten, würden den Menschen helfen, die für die Automatennutzung um Unterstützung bitten. Das werde aber immer weniger. Die meisten Kunden kämen nämlich mit der neuen Situation gut zurecht.

„Sparkassenkunden bekommen mit ihrer EC-Karte am Automaten einen Betrag in Höhe von maximal 1 000 Euro pro Tag.“ Das ist aus Sicherheitsgründen so, erklärt Bußmann. Kunden anderer Kreditinstitute würden dagegen nur den Höchstbetrag von 500 Euro erhalten – ebenfalls pro Tag.

Wer wesentlich mehr Geld benötigt, muss zum Schalterpersonal. Es codiert dann eine elektronisch lesbare Karte. Damit gehen die Kunden an einen der Automaten. Dort schieben sie das Plastikteil in einen Schlitz hinein, dann öffnet sich ein Fach, aus dem sie das Geld herausnehmen können. Es ist laut Steffen Bußmann sogar möglich, eine bestimmte Stückelung zu wählen.

Alle Geschäfte, die an der Kasse abgewickelt worden sind, sind in der Leester Filiale weiterhin möglich, betont der Leiter des Vorstandssekretariats. „Kunden bekommen nicht nur ihre gewünschte Bargeldmenge, Kunden können auch Geld einzahlen.“ Das sei aber nur an einem von insgesamt drei Automaten möglich.

Ausländische Währungen seien nicht vorrätig, könnten aber mühelos bestellt werden. Die würden dann aus Syke angeliefert. In der Kasse der Syker Zentrale seien einige Sorten vorrätig.

In Leeste ist es weiterhin möglich, Münzen einzuzahlen. Privatkunden, die auch Kunden der Sparkasse sind, müssen dafür kein Geld bezahlen, sagt Bußmann. „Unsere Kollegen vor Ort haben ein gewisses Fingerspitzengefühl“, sagt er. So könne es durchaus vorkommen, dass ein 14-jähriger Konfirmand mit einem Eimer voller Münzen ankommt, weil seine Verwandtschaft ihm Münzen geschenkt hat. So etwas lasse die Sparkasse durchgehen. Etwas anderes müsse aber gelten, wenn ein Geschäftsmann mit einem Zehn-Liter-Eimer voller Münzen ankommt. „Die Bearbeitung bedeutet für uns einen enormen Aufwand“, erklärt Bußmann. „Wir müssen Geld zahlen, wenn wir Bargeld abführen.“

Allerdings geht grundsätzlich das Bargeldaufkommen zurück, merkt Bußmann an. Deshalb würden KSK-Mitarbeiter sich auch um neue Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens kümmern, was ebenfalls Personal benötige. Man könne zum Beispiel mit dem Handy seine Geschäfte erledigen. Allerdings habe die Sparkasse mit den derzeit 600 Mitarbeitern nicht das Bestreben, das Bargeld abzuschaffen. „Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt der Leiter des Vorstandssekretariats. Aber die KSK verschließe sich nicht neuen Formen des Bezahlens. Dazu gehören auch neue Sicherungssysteme wie etwa ein Legitimationsprozess via Videochat und Personalausweis im Rahmen des Online-Bankings.

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