Gerichtsverhandlung in Syke

Kaputte Autoscheibe: Zeugen entlasten Hunderetter Rüdiger Weber

Rüdiger Weber
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Rüdiger Weber

Er wollte zwei Hunde vor dem Hitzetod retten und schlug deshalb in Weyhe eine Autoscheibe ein: Postbote Rüdiger Weber muss sich für diese Rettung nun gerichtlich verantworten.

Syke/Weyhe – Er ist vom Fahrzeughalter auf Schadensersatz verklagt worden. Noch gibt es kein Urteil. Aber in der Güteverhandlung am Mittwoch sagten fünf Zeugen vor Richter Carsten Dänekas am Amtsgericht Syke aus.

Anwalt nennt Situation Defensivnotstand ‒Abwendung einer drohenden Gefahr

Rüdiger Webers Verteidiger, Rechtsanwalt Oliver Credo aus Rotenburg, wies auf Paragraf 228 des Bürgerlichen Gesetzbuches hin, den sogenannten Defensivnotstand: Danach ist eine Sachbeschädigung zur Abwendung einer drohenden Gefahr gerechtfertigt. Am 5. August 2020, einem heißen Sommertag, hatte der Postbote die zwei Hunde in einem Auto in Weyhe bemerkt und um ihr Leben zu retten, besagte Scheibe eingeschlagen – nachdem er vergeblich versucht hatte, den Halter der Hunde zu ermitteln.

Ein 43-jähriger Anwohner berichtete am Mittwoch im Zeugenstand, „dass unser Briefträger am Rotieren war“. Das hatte er beim Spaziergengehen bemerkt. Warum Rüdiger Weber so unruhig war, konnte er nicht sagen.

Mutter der Autobesitzerin in Aussage unsicher

Anders ein 82-jähriger Zeuge, der die Hunde im Auto bellen und ein Gespräch zwischen dem Postboten und einer Anwohnerin gehört hatte: „Was können wir tun, damit die Hunde Luft bekommen?“ Es sei sehr heiß gewesen. Mit dem Postboten habe er versucht, den Halter zu finden – etwa eine Dreiviertelstunde lang. Weber habe dann die Polizei angerufen, so der Rentner, und wohl den Rat erhalten, im Notfall die Scheibe einzuschlagen.

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Zuvor habe man versucht, die Türen zu öffnen: „Das ging nicht.“ Auf Nachfrage erklärte der Rentner, die Autoscheiben seien beschlagen gewesen. Die Fahrerin des Autos (54) gab zu Protokoll, das verschlossene Fahrzeug etwa 20 Minuten allein gelassen zu haben. Das bestätigte ihre Mutter (75). Doch dann war sie sich nicht mehr so sicher. Rechtsanwalt Oliver Credo hatte auf einen Aktenvermerk verwiesen. Demnach hatte der Ehemann der Fahrerin erst deutlich nach diesen 20 Minuten angerufen – mit der Bitte, nach den Hunden zu sehen. Offenbar war er von der Polizei angerufen worden.

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