Jutta und Abby Brockmann feiern heute goldene Hochzeit

Der Jugendrichter genehmigte die Heirat

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Abby und Jutta Brockmann

Kirchweyhe - Von Rosi Freyer. Jutta und Abby Brockmann feiern heute ihre goldene Hochzeit. Ohne den Jugendrichter wäre dies aber nicht (so schnell) möglich gewesen.

Vor 50 Jahren musste er vor dem Ja-Wort der beiden Heiratswilligen seine Erlaubnis erteilen. Er hatte die Aufgabe festzustellen, ob die geistige Reife der Jugendlichen gegeben war. Der Grund: Jutta war erst 16 Jahre alt, Abby 19 Jahre. Da sich die beiden schon aus der Schulzeit kannten und liebten, war für sie klar, dass sie eine Familie werden wollten. Das Familiengeld der Bundeswehr wollte sich das Paar nach dem Einberufungsbefehl aber nicht entgehen lassen. Die beiden suchten eine eigene kleine Wohnung. Der Richter hatte nach eingehender Prüfung nichts einzuwenden, und so läuteten vor einem halben Jahrhundert die Hochzeitsglocken. „Auf dem Foto sehen wir wie Konfirmanden aus“, schmunzelt das Paar. Bereut haben die Eheleute den Schritt nicht. Sie bezogen eine kleine Dachgeschosswohnung in Bremen, und die erste Tochter wurde geboren. Ein Wunschkind wie beide bestätigen. „Wir sind gemeinsam erwachsen geworden und vielleicht funktionierte deshalb alles gut,“, so die Goldbraut.

Zwei Jahre kam die zweite Tochter zur Welt, und Abby kam von der Bundeswehr zurück. Die Wohnung wurde zu klein, und das Paar zog zu den Schwiegereltern ins Haus nach Walle. Für die jungen Eltern bot sich eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, denn die Großeltern konnten auf den Nachwuchs aufpassen. Abby Brockmann arbeitete bei der Ankerschifffahrt und verschiffte Autos in die USA. Jutta absolvierte die Güterverkehrsprüfung und gründete ein Fuhrunternehmen. Krankheitsbedingt musste die Familie die Firma aufgeben, und der Familienvater eröffnete einen Warenhandel. Er hatte Großkunden – das Geschäft florierte. Nachdem der Warenhandel nicht mehr so gut lief, fing Abby Brockmann mit einer Gebäudereinigungsfirma an. Seine Frau Jutta übernahm die Büroarbeit. Heute organisiert Brockmann nur noch die Aufträge, legt aber selbst keine Hand mehr an.

Den größten Schritt machten die Jubilare 1996. Sie bauten ein Haus in Lehnstedt. „Hier haben wir 18 Jahre unseren Traum gelebt“, schwärmt Jutta Brockmann. „Ein Grundstück von 2000 Quadratmeter mit Schwimmbad, Koiteich und kleiner Insel, wunderschön angelegt sowie ein Haus mit über 260 Quadratmetern Wohnfläche.“ Doch vor einigen Jahren merkte das Paar, dass die Arbeit mit solch einem großen Anwesen nicht mehr zu schaffen war. Die Eheleute verkauften das Grundstück und siedelten nach Kirchweyhe um, in die Nachbarwohnung der jüngsten Tochter Anja. „Hier fühlen wir uns wohl. Weyhe ist ein schöner Ort. Die ärztliche Versorgung stimmt, man kann alles einkaufen, ohne ein Auto benutzen zu müssen“, so das Paar. Es sei wie Wohnen auf dem Lande, aber man ist auch schnell in der Stadt, schwärmen die Jubilare. Die älteste Tochter lebt mit ihrer Familie in Bremen und versorgt ihre Großeltern, die über 90 Jahre alt sind.

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