Waffeln und Glühwein gegen Sticker

Jusos organisieren Aktion gegen Nazipropaganda

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Mit solchen Aufklebern machen rechte Gruppierungen in Weyhe auf ihre Aktionen aufmerksam.

Weyhe „Wir starten ab sofort eine gemeinschaftliche Aktion gegen Neonazi-Aufkleber“, sagt der Weyher Juso-Vorsitzende Siard Schulz. Bürger sollten die entdeckten Neonazi-Sticker fotografieren und entfernen. Am Samstag ist das SPD-Bürgerbüro, Hauptstraße 50, von 11 bis 14 Uhr besetzt. In dieser Zeit können die Weyher mit den Stickern zum Büro kommen. Im Gegenzug erhalten sie frisch gebackene Waffeln, Glühwein und alkoholfreien Punsch.

Hintergrund: Seit kurzer Zeit ist verschiedene Neonazi-Propaganda an Weyhes Straßenlaternen zu sehen, haben die Weyher Jungsozialisten (Jusos) festgestellt. Ein oft aufgeklebtes Motiv zum Thema UN-Migrationspakt stammt dabei von einem Internetversandhandel für rechtsextremes Werbematerial, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Nachwuchsorganisation. Dieser werde von Sven Liebich aus Halle betrieben. „Liebich hat eine rechtsextreme Vergangenheit, war unter anderem beim verbotenen extrem rechten Netzwerk ,Blood and Honour' (Blut und Ehre) aktiv“, schreibt Siard Schulz. 

Trotz seiner formalen Distanzierung zur Szene unterhalte Liebich demnach immer noch Kontakte zur Neuen Rechten. „Die Grenzen sind da sehr fließend“, sagt Jan Krieger von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus der Pressemitteilung zufolge. Dass Liebich den Shop weiter betreibe, zeige, wie zweifelhaft sein Ausstieg aus der extremem Rechten sei. Im Shop ließen sich unter anderem Rassismus, Sexismus und die Verhöhnung der Opfer sexueller Gewalt, Aufrufe zur Jagd auf Migranten, Verschwörungstheorien und viele weitere Teile rechtsextremer Ideologie finden.

Der Sticker verweise außerdem auf eine Internetseite, die vom Chefideologen der Identitären Bewegung, Martin Sellner, ins Leben gerufen worden war, teilen die Jusos weiter mit. Die Identitären werden allgemein zu der Neuen Rechten gezählt.

„Astreiner Neonazisprech“

Schulz: „Auf den Stickern und Produkten im Shop ist astreiner Neonazisprech. Das sind Szene-Sticker, bezogen von einem Szene-Shop. Die Motive gehören eindeutig zur extrem rechten Szene. Wir nehmen es nicht hin, wenn Rechtsextremisten den öffentlichen Raum mit ihrer Propaganda zukleistern!“

Der Weyher SPD-Nachwuchs geht davon aus, dass die Rechten eine neue Kampagne gestartet haben. „Die gleichen Sticker sind nämlich auch andernorts in Nordwest-Niedersachsen aufgetaucht“, pflichtet Experte Krieger bei.

„Wir wollen gemeinsam sicherstellen, dass Weyhe sauber bleibt. Diesen ekelhaften, menschenverachtenden Schund wollen wir hier und anderswo nicht. Ausdrücklich rufen wir die Jugendorganisationen der Parteien in Weyhe, aber auch die Parteien selbst dazu auf, sich uns anzuschließen und gemeinsam ein Zeichen gegen die stetige Rechtsverschiebung zu setzen“, so Schulz. 

ps

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