Junger Verein für alte Technik

Freunde der Dampflok Kirchweyhe feiern 20-jähriges Bestehen ihrer Gemeinschaft

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Die früheren Eisenbahner Werner Koblitzek (l., selbst noch Dampflok gefahren) und Manfred Linke (1973 letzter in Kirchweyhe eingestellter Lokführer) sehen sich im Museumswaggon um. 

Kirchweyhe - Von Heiner Büntemeyer. Vor 20 Jahren wurden Hermann Ahrens, Karl-Heinz Stickan, Wilfried Meyer Rolf Engelhardt und einige weitere Eisenbahn-Enthusiasten bei der Gründung des Vereins „Dampflok Weyhe“ vermutlich von einigen Bürgern belächelt.

Inzwischen bedauern zahlreiche Weyher, die Sonntag zum Fest aus Anlass des 20-jährigen Vereinsbestehens an den Bahnhof kamen, dass der Verein nicht schon wesentlich früher gegründet worden ist, als die alten Dampfloks im Schuppen vor sich hin rosteten, Arbeitsgeräte, Schilder, Unterlagen und Anlagen aus der Hochzeit noch erhalten waren und mehr Zeitzeugen lebten.

Inzwischen haben die Vereinsmitglieder nicht nur eine alte Dampflok erworben und sie wieder hergerichtet. Die Aktiven haben unermüdlich Material für ein Eisenbahnmuseum zusammengetragen, Unterlagen entdeckt und Erinnerungsstücke aufbewahrt und vieles davon zu einem kleinen Museum aufgearbeitet. Darin liegt auch ein alter Holzbalken. Er wäre wohl im Kamin gelandet, doch er stammt aus dem alten Kesselhaus, das längst abgebrochen ist. Der damalige Handwerksmeister hat sich darauf handschriftlich verewigt. Auch der Treppenpfeiler aus diesem Gebäude blieb erhalten.

Sogar einen Fahrkartenschalter hatte „Museumsdirektor“ Steffen Dollinger eingerichtet. In diesem Raum sind alte Uniformen ausgestellt, darunter der Wintermantel des Stellwerksmeisters Johann Heusmann aus Lahausen aus dem Jahr 1881. Aus den Unterlagen geht hervor, dass dessen Vater ebenfalls schon „Königlicher Bahnwärter“ war. Mit dessen Urenkel Hans Siemer endet diese Eisenbahner-Dynastie in Weyhe, denn kaum eine Handvoll Weyher sind noch Mitarbeiter der Deutschen Bahn, die vor 60 Jahren rund 1 500 Beschäftigte im Ort zählte.

Zahlreiche Ausflüger als Geburtstagsgäste

Alte Signalanlagen sind ebenso ausgestellt wie eine Einhand-Luftschutz-Handdruckspritze und Warnhinweise für das Verhalten bei Fliegerangriffen. Auch die Arbeitsgeräte der „Rotten“-Arbeiter können besichtigt werden, die bei Streckenarbeiten in Waggons übernachteten.

Der Dampflok-Vereins-Geburtstag war das Ziel zahlreicher Ausflügler, die Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte. Er bedankte sich bei den Mitgliedern für ihr Tun, wobei das bisherige Resultat nur eine Art Zwischenbilanz ist, denn die Arbeiten werden fortgesetzt. Nicht nur an der Lok, sondern auch an den Gebäuden und auf dem Gelände.

Zur Unterhaltung hatte die Gemeinde den Zauberkünstler Johannes Arnold engagiert. Kinder konnten auf einem Traktor-Oldtimer Platz nehmen, sich schminken lassen und auf einer Hüpfburg toben.

Das Blasorchester der SV Kirchweyhe unterhielt die Besucher musikalisch, und Archivar Wilfried Meyer hielt einen Vortrag, bei dem er Bilder vom Kauf der alten Lok zeigte, die er erst am Vorabend für seinen Vortrag eingescannt hatte.

Passend zum Fest zeigte Wolfgang Wortmann den Film zur Weyher Eisenbahngeschichte.

Die Gäste genossen Kuchen, Würste und Getränke.

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