Auf die Schüler hören

Jugendparlament: Variante zur Beteiligung des Weyher Nachwuchses

Jugendliche im Bonner Bundestag.
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Die „Jugend von heute“ galt auch 1997 als politisch desinteressiert. Wie der mit einem Jugendparalament vollbesetzte Bonner Bundestag zeigt, traf das schon damals nicht zu. Aber die Idee, Jugendliche über parlamentarische Arbeit für Politik zu begeistern, hat in Weyhe bei den letzten Anläufen nicht funktioniert.

Das Weyher Kinder- und Jugendparlament hat sich 2007 aufgelöst. Nun soll es einen Neustart für das Gremium geben. Den Antrag hatte die SPD im zuständigen Ausschuss gestellt. Am Ende liege es aber an den Jugendlichen, ob und in welcher Form sie sich kommunalpolitisch engagieren möchten. Erste Gespräche mit den Jugendhäusern sind geführt.

Weyhe – Eine Satzung hat das Weyher Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) noch. Die ist allerdings von Bürgermeister Reinhard Osterloh gegengezeichnet. Was darauf hindeutet: Das Gremium liegt seit Längerem auf Eis. Im Jahr 2007 hatten die damals verbleibenden Mitglieder das Parlament aufgelöst. Ihre Einschätzung war, dass es unter Jugendlichen an Interesse und Rückhalt fehlte.

Nach einem Versuch vor zehn Jahren, das Gremium zu reaktivieren, hat die Weyher SPD hierfür kürzlich einen erneuten Anlauf unternommen. Ende April hat der Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend einen entsprechenden Antrag diskutiert und einstimmig auf den Weg gebracht.

Im Idealfall am 12. September wählen

Laut Antrag wird der Gemeinde-Jugendpfleger beauftragt, Gespräche mit den beiden Kooperativen Gesamtschulen (KGS) und den Schülervertretungen sowie den Jugendhäusern zu führen. Ziel der Gespräche ist demnach, ein neues Kinder- und Jugendparlament ins Leben zu rufen. Und im Zuge dessen die Idee eines Jugendparlaments an den Schulen bekannt zu mache, wie es zusammengesetzt wäre, was für Aufgaben und Ziele es hätte.

Der Antrag drückt die Hoffnung aus: „Im Idealfall könnte die Wahl eines Kijupas noch in diesem Jahr zusammen mit der Kommunalwahl am 12. September 2021 erfolgen.“

Allerdings legt sich das SPD-Papier nicht auf das sogenannte Kijupa als einzig mögliche Form fest, in der sich Kinder und Jugendliche kommunalpolitisch engagieren könnten. Der Antrag sei nicht als Initiative von oben nach unten gedacht, heißt es darin. Entsprechend beinhaltet der Auftrag an den Jugendpfleger auch, weitere Möglichkeiten der Jugend-Beteiligung zu erarbeiten und vorzustellen. Am Ende liege es an den Schülern, ob und in welcher Form sie sich kommunalpolitisch engagieren möchten.

Prozess der Prüfung noch nicht abgeschlossen

Carsten Platt, der im Antrag beauftragte Jugendpfleger der Gemeinde, betont auf Nachfrage: Der Prozess der Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, man sei noch mittendrin. Zwar habe man erste Gespräche mit den Jugendhäusern geführt und Hilfestellung beim Landesjugendring angefragt. Es sei aber zu früh, um Zwischenergebnisse zu verkünden.

Platt hebt hervor, dass es sich dabei um eine Prüfung mit offenem Ergebnis handele. Die Gespräche mit den Kindern und Jugendlichen sollen demnach „gleich auf Augenhöhe“ geführt werden. Deshalb sei ein Kinder- und Jugendparlament nur eine von mehreren möglichen Varianten – abhängig davon, was die Schüler wollen.

Aber, gibt Platt zu bedenken: Die Umsetzung hänge auch von den Kapazitäten vor Ort ab. Ein Jugendparlament sei nichts „dass man einmal in die Luft wirft und dann fliegt“. Vielmehr müsste ein solches Gremium begleitet werden, und das sei mit einem gewissen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden.

„Jugendbeteiligung ist ein hohes Gut“, sagt Carsten Platt. Nun kommt es darauf an herauszufinden, was die Jugendlichen selbst möchten. Dass politisches Interesse bei der Jugend vorhanden ist, hätten, so der SPD-Antrag, nicht zuletzt die „Fridays for Future“-Demonstrationen „in aller Welt und auch bei uns in Weyhe“ gezeigt. Ob die Form eines Parlaments – inklusive Legislaturperioden und festgelegter Verfahren – die Richtige ist, um dieses Interesse zu förden, das muss sich innerhalb der nun laufenden Prüfung zeigen.

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