Jürgen Herrmann organisiert in Weyhe ein Fahrsicherheitstraining für Senioren

Für Selbstüberschätzer und Verunsicherte

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Jürgen Herrmann rät Senioren, ihre Fahrfähigkeiten bei einem Sicherheitstraining überprüfen zu lassen.

Weyhe - Von Philipp Köster. Jürgen Herrmann ist ein geübter Autofahrer. Der 75-Jährige reißt noch immer seine 15000 Kilometer im Jahr ab. Und doch hat er sich vor kurzem sagen lassen, dass er einige Fehler macht: Eine Fahrlehrerin hatte in Syke beim Seniorenfahrtraining des Landkreis („SeFa“) moniert, dass er auf den ersten Metern eine Hand am Gangschaltungsknüppel lässt. Außerdem war er zu weit links unterwegs.

Um an „SeFa“ teilzunehmen, war der zweite Vorsitzende des Weyher Seniorenbeirats bereit gewesen, über seinen Schatten zu springen. „Viele Senioren denken, sie seien gut genug und bräuchten kein Training“, sagt Herrmann über Altersgenossen, die sich in Wahrheit aber überschätzten. Er meint, die Senioren sollten sich überprüfen, ob sie wirklich (noch) so gut fahren wie sie glauben.

Darum hat er mit Hilfe von Uwe Timmermann vom Fachdienst Bürgerservice und Straßenverkehr des Landkreises ein Sicherheitstraining allein für Weyhe organisiert. „Ursprünglich war nur eines für Stuhr und Weyhe vorgesehen.“ Aber die zweitgrößte Gemeinde des Kreises hätte ein zusätzliches verdient, wie der Kirchweyher findet.

Zwölf Teilnehmer können nun am Mittwoch, 15. Juli, ab 7.30 Uhr bei der Dreyer Feuerwehr ihre Fähigkeiten am Steuer und im Verkehr überprüfen lassen. Nach einer Einführung mit Thomas Gissing von der Polizei und Kreismitarbeitern geht es in Dreiergruppen im Fahrschulauto zunächst für je eine halbe Stunde in den fließenden Verkehr auf der Landstraße und in der Stadt. Die Mitfahrer beobachten, was gut läuft und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Im Anschluss sind auf dem Gelände der Firma Rossittis in Dreye spezielle Übungen zu absolvieren, so Slalomfahren, Rangieren und Parken, einem Hindernis ausweichen und bei verschiedenen Geschwindigkeiten eine Vollbremsung machen. „Manche werden dabei erst das Antiblockiersystem kennenlernen. Und wenn es dann ruckelt, heißt das nicht, dass das Auto kaputt ist.“

Am Ende der halbtägigen Veranstaltung steht eine Manöverkritik an, und bei dem einen oder anderen eventuell auch die Erkenntnis, dass es besser wäre, ein paar Fahrstunden zu nehmen. Eins wird aber auf keinen Fall passieren: Keiner muss seinen Führerschein abgeben, unterstreicht Jürgen Herrmann.

Also könnten beim Sicherheitstraining ruhig auch diejenigen mitmachen, die sich unsicher fühlen, nur noch im Hellen fahren, das sowieso nur im Ort, die Großstadt Bremen mit ihrem Verkehr meiden und bei Regen ohnehin zu Hause bleiben. Und wer Probleme mit der Rechts-vor-links-Regelung hat, kann diese beim Training lösen. Wie Jürgen Herrmann. Der ist nämlich, obwohl ein geübter Verkehrsteilnehmer, bis vor kurzen immer an die Kreuzung herangefahren, und wenn frei war, gleich weiter. „Die Fahrlehrerin hat mir aber gesagt, ich solle an der Kreuzung anhalten, und dann erst weiter.“

• Für das 30 Euro teure Fahrsicherheitstraining sind noch zwei Plätze frei. Anmeldung bei Herrmann unter Ruf 04203/9313. Eventuell gibt es im Herbst ein zweites Seminar.

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