Weihnachtsmärchen begeistert

Lummerland am Marktplatz

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Mit „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ eröffnet das Weyher Theater die Weihnachtsmärchensaison.

Weyhe - Von Rainer Jysch. Mit Musik, Tanz und grandios gestalteten Figuren startete am Donnerstag mit dem von Hermes Schmid in Szene gesetzten Kindermusical „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ die Weihnachtsmärchensaison am Weyher Theater.

In der morgendlichen Vorstellung erlebten mehr als 300 begeisterte Grundschulkinder nebst ihren erwachsenen Begleitern die allseits bekannte Abenteuergeschichte. Und es dauerte nur Sekunden, bis der Funke von der Bühne in den Zuschauerraum des Weyher Theaters übergesprungen war. Das von Christian Berg nach dem Roman von Michael Ende geschriebene Bühnenstück mit Musik von Konstantin Wecker sorgte in der eineinhalbstündigen Aufführung bei Groß und Klein für reichlich Spaß, fesselnde Spannung und kurzweilige, märchenhafte Unterhaltung.

Als eine gute Idee erwies sich die Rolle des Fahrkartenkontrolleurs, der gleich zu Beginn im Zuschauerraum die überraschten Besucher nach gültigen Tickets fragte. Unter großem Gelächter fiel er dann auch noch auf der Bühne über einen herrenlosen Koffer, dem er das allseits bekannte Buch „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ entnahm. „Deswegen bin ich zur Eisenbahn gegangen“, freute sich der Schaffner über den Fund. Textsicher korrigierten ihn die Kinder bei den Namen der Insel und der Lokomotive. „Lummerland!“ und „Emma!“ schrie ihm das junge, aber versierte Fachpublikum wie aus einer Kehle entgegen. Der Schaffner (gespielt von Carsten Steuwer) wechselte von der Erzählerrolle in die des Lokomotivführers Lukas und übernahm die Vorstellung des übrigen Ensembles.

König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte regiert

Die Insel Lummerland ist eine winzige Insel. Dort regiert König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte (Marc Gelhart) über gerade mal drei Untertanen, zählt man die Lokomotive Emma nicht mit: Frau Waas (Lisette Groot), die Inhaberin eines Lebensmittelladens, Herr Ärmel (Patrick Michel), der Fotograf, und Lukas, der Lokomotivführer. Die Idylle der kleinen Insel gerät ins Wanken, als die Post irrtümlich ein mysteriöses Paket für eine gewisse Frau Mahlzahn abliefert, in dem sich ein kleiner Junge, der Jim Knopf (Sarah Kluge) genannt wird, befindet. Als König Alfons durch den heranwachsenden Jim Knopf eine Überbevölkerung befürchtet („Ich als König muss an Lummerlands Zukunft denken. Das ist mein Beruf!“), beschließt er, die Lokomotive Emma abzuschaffen. Aber da hat seine Majestät die Rechnung ohne Lukas und Jim Knopf gemacht.

Die Inszenierung lebt von der abwechslungsreichen Handlung, die in den schönen Bühnenbildern, der tollen Emma (genau so muss sie aussehen!) und den effektvollen Ausstattungsdetails von Hermes Schmid und Lisa Kück zum Leben erwacht. Bis auf die beiden Titelfiguren verkörperten alle Schauspieler gleich mehrere Rollen und bewiesen damit große Wandlungsfähigkeit. Die sympathisch von Carsten Steuwer präsentierte Rolle des Lokomotivführers Lukas verdient großes Lob. Auch Sarah Kluge zeigte in ihrer Hosenrolle als Jim Knopf beachtliches Können. 

Gelungene Leistung des ganzen Teams

Die gesamte Teamleistung auf und hinter der Bühne kann sich hören und sehen lassen. Als witzige Idee darf auch die Kostümierung von König Alfons gewertet werden, der wie ein trotteliger König Ludwig II. von Bayern über die Weyher Bühne stolziert und sich gelegentlich von seinem Zuschauer-Volk mit dreifachem „Vivat“ begrüßen lässt. Genial: Marc Gelhart verleiht seiner Figur den passenden bayrischen Dialekt. Geschickt eingeflochtene Takte von weltbekannter Filmmusik verleihen der Aufführung einen zusätzlichen Pepp.

Lehrerin Gitta Noll von der Hermann-Allmers-Grundschule in Delmenhorst war mit der Klasse 3c in der Premierenvorstellung und äußerte sich anschließend erfreut: „Die Geschichte ist kindgerecht aufgearbeitet. Man konnte mitmachen. Das Bühnenbild, die Darstellung und die Musikbeiträge waren ganz toll.“ Der neunjährige Lenny zeigte sich von der spannenden Handlung am Schluss ebenfalls beeindruckt: „Mir hat das Drachenland am besten gefallen“, sagte er überzeugend.

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