Jenny Blänsdorf arbeitet als Kfz-Mechatronikerin in einem Leester Autohaus

Rückentattoo spiegelt Autoleidenschaft wider

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Kfz-Mechatronikerin Jenny Blänsdorf hat ihre Leidenschaft für Autos auf der Haut verewigen lassen. Auf ihrem Rücken prangt jetzt eine große Zündkerze, umrankt von Blumen

Stuhr/Weyhe - Von Maren Jensen. Männer belächeln manchmal Frauen, die in einem Autobetrieb arbeiten. Anspielungen, wie „Ach, lass mich das mal tragen“ oder „Das ist doch viel zu schwer für dich“ sind keine Seltenheiten. Auch Jenny Blänsdorf aus Brinkum hat mit diesen Vorurteilen schon Erfahrungen gemacht. Die 29-Jährige arbeitet seit zehn Jahren als Kfz-Mechatronikerin in einem Weyher Betrieb – und hat mehr Zertifikate erworben als so mancher männlicher Kollege.

„Ich wollte diesen Job unbedingt machen“, sagt Blänsdorf. Autos jeglicher Art haben die zertifizierte Reifenfachfrau schon immer begeistert. Die Leidenschaft ist jedoch keinesfalls in ihrer Familie verankert. „Ich bin durch einen Freund an die Arbeit gekommen“, berichtet die Kfz-Mechatronikerin. Sie selbst besitzt einen tiefer gelegten, dunkelgrünen Audi A6. „Die Leute erwarten oft, dass ich ein total verrücktes Auto fahre. Bis auf die Alufelgen ist es aber eigentlich ganz normal.“ Mit dem Aufkleber „Nix Verkauf, Nix Karte, Meins“ auf ihrer Seitenscheibe zeigt sie ihre humorvolle Art und hält unerwünschte Werbung von ihrem Wagen fern.

Ihren Berufswunsch haben ihre Eltern immer unterstützt. „Mein Vater hat mir gesagt, dass ich das machen soll, was mich glücklich macht“. Auch ihre Freunde stehen hinter ihr. „Die profitieren in gewisser Weise ja auch von meinem Job“, sagt Blänsdorf. Falls ihre Liebsten Probleme mit den Autos hätten, könne sie ihnen schließlich helfen.

Blänsdorf, die in einem Autohaus in Leeste arbeitet, ist direkt. „Ich verstelle mich einfach nicht. Ich bin ich selbst. Ich muss mir nicht für andere eine Maske aufsetzen.“ Das gefiel auch ihrem Chef. Er übernahm sie direkt nach der Ausbildung. „Ich denke, dass ich mit meiner offenen Art punkten kann. Dadurch habe ich auch einen guten Kundenkontakt.“

In zehn Jahren sieht sich die Frau immer noch in ihrem Lehrbetrieb. „Mich bekommt hier keiner weg. Ich bin ein Familienmensch. Ich denke, dass ich meinen richtigen Platz gefunden habe.“

Doch wie zeigt sich eigentlich die intensive Liebe zu ihrem Beruf in ihrem Privatleben? Schraubt man mit dieser Leidenschaft auch in der Freizeit an Fahrzeugen herum? „Wenn ich Feierabend habe, habe ich Feierabend. Obwohl ich meinen Beruf liebe, bin ich nach der Arbeit kaputt.“ Trotzdem hat sie ihre Leidenschaft für Autos auf der Haut verewigen lassen.

Zwar hat die 29-Jährige schon mehrere Tattoos, dennoch fällt das neue Schmuckstück besonders ins Auge. Auf ihrem Rücken prangt seit kurzem eine große Zündkerze, umrankt von Blumen und vielen weiteren Details. „Für mich haben Tattoos immer einen Hintergrund und eine intensive Bedeutung“. Ein altbekanntes Logo ist der Trikolon „Herz, Kreuz, Tau“ für „Liebe, Glaube, Hoffnung“.

Blänsdorf wollte allerdings kein 08/15-Muster. „Ich habe die Zeichen einfach durch meine Werte ersetzen lassen. Die Zündkerze steht für Liebe und Hoffnung in meinem Beruf.“ In diesem Jahr hat die Brinkumerin noch sechs weitere Termine im Tattoostudio. „Es ist wie eine Sucht. Ich finde das einfach toll.“

Eine zweite Familie hat sie im Erichshofer Roadhouse gefunden. „Ich fühle mich dort immer wohl und verbringe sehr viel Zeit mit den Menschen.“ Für Roadhouse-Mitarbeiterin und Freundin alias „Krümel“ ist Blänsdorf eine sehr offene und herzliche Person. „Man kann fast sagen, dass sie mit ihrer Arbeit verheiratet ist. Aber im Positiven, da man merkt, dass sie ihren Job gerne macht und sich damit auch identifizieren kann.“

Jenny Blänsdorf will so bleiben, wie sie ist: „Ich lache sehr viel und mache einfach mein eigenes Ding.“

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