Keine Zusatzvorstellungen

Bilanz nach Open-Air-Sommer: „Jeden Abend ein Fest für die Leute”

In der neuen Kulisse des Weyher Theaters: Frank Pinkus (vorne) und Kay Kruppa
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In der neuen Kulisse des Weyher Theaters: Frank Pinkus (vorne) und Kay Kruppa

Weyhe – Was war das für eine Sommerparty, die das Ensemble des Weyher Theaters den Zuschauern in mehr als 20 Vorstellungen geboten hat?

Die Schauspieler sowie die Musiker und Akteure vor und hinter den Kulissen haben einen Monat lang den Campingplatz „Zur Sonne“ in die gute Stube der Wesergemeinde geholt: Mit dem Stück „Sonne, Sand und Sylt“ landeten die Macher des Theaters einen Erfolg.Mehr als 7 300 Zuschauer haben die Aufführung gesehen.

„Es war jeden Abend ein Fest für die Leute“, sagt Intendant Kay Kruppa. Er zieht zusammen mit Dramaturg Frank Pinkus eine erste positive Bilanz: Die Planungen und schließlich der Aufbau der Open-Air-Arena hätten sich zumindest in einem Punkt gelohnt. Frank Pinkus und Kay Kruppa finden, dass dies nach langer Zeit der Spielpause nicht nur ein positives Signal an das Publikum, sondern auch an die Schauspieler gewesen sei. Die Schauspieler hätten sich sehr gefreut, wieder das zu tun, wofür sie brennen: auf der Bühne in eine Figur zu schlüpfen, um ihr Publikum zu erfreuen.

Die steil aufragende Tribüne der Weyher Oper-Air-Arena auf dem Marktplatz der Gemeinde kurz vor Beginn der Premierenvorstellung zu „Sonne, Sand und Sylt“.

Die sieben Darsteller und die drei Musiker hätten zusammen mit diversen Technikern und weiteren Mitarbeitern allesamt einen guten Job gemacht, finden Kruppa und Pinkus. „Was wir uns gewünscht haben, ist eingetreten. Die Besucher haben das Theater glücklicher verlassen, als sie gekommen sind“, so Frank Pinkus. Deshalb habe er in jeder Vorstellung ruhig im Publikum sitzen können. „Ich wusste, dass die Zuschauer von Minute zu Minute auf Geschichte und Figuren eingehen“, die allesamt der Wahl des Mr. Sylt entgegenfiebern. „Spätestens im nächsten Medley ist Party. Die wird im zweiten Akt noch gesteigert.“ Die Gäste „drehen frei“. Deshalb reiche es schon, wenn die Schauspieler plötzlich in den Gängen auf der Tribüne auftreten. „Dann stimmen die Leute mit einem Jubel ein. Dann ist es gelungen, die Figuren sympathisch zu zeichnen und dem Publikum den Zugang zu den Figuren zu ermöglichen. Das ist als Macher die absolute Befriedigung.“

Von den sieben Schauspielern waren Markus Weise, Corinna Buchholz, Michael Grötzsch und Stephanie Liebl sogar neu auf der Bühne. „Es ist eine Stärke von uns, ein gutes Ensemble zusammenzustellen“, so Pinkus. „Demut und Bescheidenheit sind aus unserer Sicht ebenso wichtig.”

War das Projekt Open-Air-Arena aber auch ein wirtschaftlicher Erfolg? Das müsse die Endabrechnung zeigen, sagt Kay Kruppa. Er ist zufrieden und rechnet mit einer schwarzen Null. „Das Ding war sauteuer.“ Allein die Bühne habe mehrere 10.000 Euro gekostet, dazu summieren sich weitere Kosten wie Wachleute und das Servicepersonal. Auch die Gema-Kosten müssten pro Vorstellungen abgerechnet werden. Immerhin seien mehr als 25 Lieder live gesungen worden. Außerdem habe das Weyher Theater wegen der Corona-Pandemie nicht alle Plätze verkauft. Der Intendant gibt sich jedoch zuversichtlich: „Selbst wenn wir ein kleines Minus einfahren würden, gebe es zum Ausgleich Bundesmittel.”

Aus künstlerischer Sicht mehr als zufrieden

Obgleich also das finanzielle Ergebnis besser hätte ausfallen können, seien Kruppa und Pinkus aus künstlerischer Sicht mehr als zufrieden. Die Schauspieler hätten allesamt sehr gut mitgezogen. Es gab keine Zweitbesetzung. Jedes Ensemblemitglied und jeder Musiker musste sich an jedem Vorstellungstag testen lassen. „Hätte nur einer Corona gehabt, hätte sich das Thema erledigt“, sagt Kay Kruppa. Er habe an alle appelliert, vorsichtig zu sein, damit diese Krankheit nicht ins Team einschleppt wird. „Außerdem haben wir allen dazu geraten, sich impfen zu lassen”, so Kruppa.

Weshalb es keine Zusatzvorstellungen gibt? „Es ist viel zu kalt“, sagt Kruppa. Wäre das Wetter so wie in den heißen Jahren zuvor, in denen es sogar zweimal hintereinander tropische Julis gab, wäre die Entscheidung womöglich eine andere. Deshalb ist der Campingplatz „Zur Sonne“ jetzt auf dem Weyher Marktplatz Geschichte. Am Wochenende haben die Mitarbeiter des Weyher Theaters die Kulissen und die Technik abgebaut. Das passiert in dieser Woche auch mit der Bühne und der Tribüne.

Kay Kruppa und Frank Pinkus arbeiten längst an den nächsten Stücken. Ab September soll „Mit dir bin ich durch“ aufgeführt werden. Die Kulisse ist bereits aufgebaut – auf der Theaterbühne. Außerdem arbeiten die Macher des Weyher Theaters auf die Eröffnung des Boulevardtheaters in Bremen hin.

„Am 17. September wird dort das Haus eröffnet“, sagt Kay Kruppa. Und deshalb gebe es viel zu tun. Bis zum Jahresende werden zwei neue Abendstücke plus Weihnachtsmärchen inszeniert, in Bremen werden es drei plus den Klassiker „Feuerzangenbowle“.

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